Timo Glock kritisiert Franco Colapinto für heftigen Crash von Oliver Bearman
Der Argentinier hatte dem Haas-Piloten mit einem späten Manöver die Tür zugemacht.
29.03.2026 | 11:28 Uhr
Bearman musste ausweichen, verlor die Kontrolle über seinen VF-26 und crashte anschließend heftig in die Barriere.
Kritik an Colapinto!
Timo Glock wurde nach dem Großen Preis von Japan deutlich und sah die Schuld am heftigen Abflug von Oliver Bearman beim Alpine-Piloten. Colapinto hatte vor Kurve 13 sehr spät auf einen Bearman-Angriff reagiert. Der Haas-Fahrer wich dem Spurwechsel des A526 aus, kam aufs Gras und verlor die Kontrolle. Am Ende landete Bearman heftig in der Barriere und humpelte nach dem Verlassen des Autos von der Strecke. Haas gab später erste Entwarnung. Anschließend meldete sich auch Bearman zu Wort und sagte, dass es ihm gut gehe.
"Wenn ich mir das Ganze von Bearmans OnBoard-Perspektive anschaue, dann wäre das in meinen Augen eine Strafe für Colapinto gewesen. Denn er ist im letzten Moment rüber gezogen. Bearman kam mit viel Überschuss an, kann dann nichts mehr anderes machen. Er war der Situation ausgeliefert. Colapinto darf in der Situation, wenn ihm die Batterie ausgeht, diesen Move nicht machen. Bearman hatte noch Glück im Unglück. Es gehört zu der Aufgabe der Fahrer in dieser neuen Formel 1 dazu, das alles im Blick zu haben. Colapinto hätte vorher schon ahnen müssen, was passieren würde", meinte Glock.
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Colapinto reagiert auf den Vorfall
Die Stewards schauten sich den Vorfall auch sofort an, kamen aber zu einem anderen Urteil als Glock und sprachen keine Strafe gegen Colapinto aus. Der 22-Jährige reagierte nach Rennende auf die Szene am Sky Sport Mikrofon. "Es ist einfach ziemlich gefährlich mit den enormen Geschwindigkeitsunterschieden. Diese Geschwindigkeiten sind sehr schwierig einzuschätzen. Man schaut in den Rückspiegel und in den nächsten Sekunden fährt jemand mit 50, 60 km/h mehr Tempo an dir vorbei", begann Colapinto.
Der Alpine-Pilot, der das Rennen auf Platz 16 beendete, erklärte weiter: "Das geht dann einfach sehr schnell und macht es sehr knifflig, alles richtig einzuschätzen. Der Boost ist sehr stark. Es ist gut für das Überholen, aber manchmal ist es sehr gefährlich. Darüber muss man sich Gedanken machen. Es tut mir sehr leid, was passiert ist. Ich bin froh, dass es Ollie gut geht." Bearman kehrte noch während des Grand Prix' aus dem Medical Centre in die Haas-Garage zurück und klatschte mit seinen Mechanikern ab. Dabei sah der 20-Jährige aber noch sichtbar angeschlagen aus.
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Tempounterschiede sorgen für Probleme
"Von dem, was ich gesehen habe, gab es noch nicht einmal blinkende Lichter bei Colapinto. Daher denke ich, dass er noch nicht einmal Super Clipping betrieben hat. Und das ist natürlich ein großes Problem. Wir Fahrer müssen dieses Element fürs Rennfahren lernen. Wo der Unfall passiert ist, ist auch keine Stelle, an der du ein Überholmanöver von so weit hinten und mit so viel mehr Geschwindigkeit erwartest", sprang McLaren-Pilot Oscar Piastri Colapinto auf der Pressekonferenz zur Seite.
Rennsieger Kimi Antonelli (Mercedes) betonte, dass das Batterie-Thema und die daraus resultierenden Szenarien intensiv im Paddock diskutiert werden. Auch Charles Leclerc (Ferrari) schlug in dieselbe Kerbe: "Wir müssen mit diesen Autos ohne Zweifel mit Sicherheit anders racen. Wenn du die Fahrlinie wechselt, während du die Batterie auflädst, dann kreiert das gefährliche Szenarios."
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