Mercedes-Boss Wolff: "Ferrari hat 16 Wochen Vorsprung"
Silber hinkt zeitlich hinterher
30.05.2017 | 15:39 Uhr
Der Motorsportchef von Mercedes, Toto Wolff, räumt erstmals ein, dass seine Silberpfeile einen enormen Rückstand auf Sebastian Vettel und Ferrari haben.
(Sky Sport) - Von sechs Rennen gewann Ferrari-Pilot Vettel drei. Sein Vorsprung auf Lewis Hamilton, der in den letzten drei Jahren gemeinsam mit Nico Rosberg die Formel-1-Szenerie beherrschte, beträgt stolze 25 Punkte.
Mercedes-Chef Toto Wolff nennt den Grund für die Überlegenheit der Scuderia: "Unseres Wissens hat Ferrari sehr früh mit der Entwicklung des Autos begonnen - im Dezember 2015, wir erst im März 2016. Ferrari hat damals schon über 50 Prozent seiner Ressourcen auf das neue Auto gesetzt.", wird Wolff in der "Süddeutschen Zeitung" zitiert.
Ferrari hat 16 Wochen Vorsprung
In der Formel 1 gibt es immer wieder mal Zyklen, in denen ein Team der Konkurrenz deutlich überlegen ist: So war es 2013 bei Vettel mit seinem Red Bull, bei Michael Schuhmacher 2004 mit seinem Ferrari oder wie zuletzt bei den Mercedes von Hamilton und Rosberg.
Um dieser Dominanz eines Teams Einhalt zu gebieten, versucht die Formel 1 mit Regeländerungen einen ausgeglichenen Wettbewerb zu forcieren. Die Italiener haben scheinbar ihre Hausaufgaben gemacht, dass sieht auch Wolff: "Ferrari hat vielleicht 16 Wochen Vorsprung. Und in dieser Zeit findest du Abtrieb, der in Summe vier, fünf Zehntel ausmachen kann. Das ist für uns die wesentliche Erklärung, dass Ferrari so gut ist wider Erwarten."
Vettel ist die klare Nummer eins
Vettel (29) profitiert aber nicht nur von einer technischen Überlegenheit, sondern auch - wie einst Michael Schuhmacher (48) - von taktischen Schachzügen. Vettels Teamkollege Kimi Raikkönen wurde in Monaco in Führung liegend nach 35 Runden zum Reifenwechsel in die Box gerufen, obwohl Ferrari wusste, dass der Finne nach dem Boxenstopp hinter Button und Wehrlein festhängen würde. Der Heppenheimer konnte so bei freier Fahrt ein paar schnelle Runden drehen und die Führung übernehmen.
Wer die Nummer eins bei Ferrari ist, wurde damit deutlich untermauert - Sebastian Vettel will und kann den Weltmeistertitel erstmals seit 2007 wieder nach Italien holen.