Zum Inhalte wechseln

Formel 1: Hamilton, Haug, Verstappen mit Kritik an verzögertem Regen-Start in Monaco

Kritik an verzögertem Monaco-Start: "Von ein paar Tropfen gestresst"

In Monaco startete die Formel 1 nach Verzögerungen durch den Regen hinter dem Safety-Car.
Image: In Monaco startete die Formel 1 nach Verzögerungen durch den Regen hinter dem Safety-Car.  © Imago

Das nächste Fahrerbriefing in der Formel 1 dürfte etwas länger dauern. Denn es gibt viel Gesprächsbedarf, was das Starten bei Regen anbelangt. Am Prozedere in Monaco gab es teilweise deutliche Kritik.

Die FIA-Rennleitung musste sich nach dem Rennwochenende der Formel 1 im Fürstentum Monaco einiges an Kritik gefallen lassen. Besonders die Entscheidung, das Rennen aufgrund des einsetzenden Regens später zu starten, stieß bei vielen auf Unverständnis. Insgesamt verzögerte sich der Start um rund eine Stunde - auch, weil es noch Probleme mit der Stromversorgung gab. Dass es dann nur einen fliegenden und keinen stehenden Start gab, sorgte nicht nur bei den Fahrern für Kritik.

Hamilton: "Sollten fahren, wenn es nur ein bisschen nieselt"

Denn um 15 Uhr, der ursprüngliche Startzeit, hatte es in Monaco nur ein wenig genieselt. "Jeder war zur vollen Stunde bereit", sagte George Russell nach dem Rennen und erklärt, dass jeder auf Intermediates hätte starten können. "Da hätten wir direkt losfahren können. Dann hätten wir zumindest ein paar Runden hinter uns gebracht. Als dann der Regen kam, hätte man es immer noch abbrechen können."

Bitte verwende den Chrome-Browser, um unseren Videoplayer mit optimaler Leistung nutzen zu können!

Perez gewinnt vor Sainz und Verstappen: Die kompakten Highlights zum Stadtrennen in Monaco.

Auch Lewis Hamilton wäre gerne direkt gestartet und findet das vorsichtige Verhalten der FIA in diesem Falle fragwürdig: "Wir sind Formel-1-Fahrer", so der siebenmalige Weltmeister. "Wir sollten fahren, wenn es nur ein bisschen nieselt." Ähnlich sieht es Pierre Gasly von AlphaTauri: "Ich glaube nicht, dass sie unsere Fähigkeiten infrage stellen sollten. Das ist unser Job. Wenn es schwierig wird, dann werden wir auch gefordert. Unsere Fähigkeiten werden gefordert. Das ist auch aufregend."

Haug: "Autos müssen wieder lernen, bei Regen zu fahren"

Ex-Formel-1-Teamchef Norbert Haug zeigte ebenfalls wenig Verständnis für die Verzögerungen und den fliegenden Start hinter dem Safety-Car. In der F1-Analyse sagte er bei Sky: "Die Autos müssen wieder lernen, bei Regen zu fahren." Haug spricht sich deshalb dafür aus, dass dies im Reglement verankert werden muss. Dabei können die Autos schon jetzt mit dem Regen zurechtkommen. Dafür müsste man die Höhe ändern und andere Reifen entwickeln.

"Der Zuschauer sagt: 'Mein Auto fährt auch im Regen. Und die tollsten, schnellsten Rennautos fahren nicht im Regen.' Da tut die Formel 1 sehr gut daran, Wege zu finden, das abzustellen", so Haug bei Sky. Der langjährige F1-Verantwortliche glaubt an baldige Anpassungen: "Ich bin sicher, dass das bei Ross Brawn auf der Liste steht."

Stuck bezeichnet Start hinter dem Safety-Car als "größten Mist"

Kritik übten auch der ehemalige deutsche Formel-1-Rennfahrer Hans-Joachim Stuck und Max Verstappens Vater Jos Verstappen. Stuck findet bei ServusTV drastische Worte: "Was die Verantwortlichen in Spa 2021 und jetzt in Monaco bei Regen gemacht haben, ist eine Volksverarschung. Das sind doch angeblich die besten Fahrer der Welt, die am Start stehen, die sollen bei solchen Verhältnissen fahren können."

Mehr dazu

Noch mehr F1! Der ''Pitlane''-Channel im Livestream

Noch mehr F1! Der ''Pitlane''-Channel im Livestream

Du willst mehr Eindrücke aus der Boxengasse? Dann bist du mit unserem "Pitlane"-Channel im Livestream noch näher dran. Jedes Rennwochenende hier auf skysport.de!

In Belgien wurden im vergangenen Jahr aufgrund des starken Regenfalls nur zwei Runden absolviert, nachdem sowohl Fahrer als auch Fans stundenlang auf den Start warten mussten.

"Hinter dem Safety-Car zu starten, das ist der größte Mist. Die meisten Fahrer wollen sich doch beweisen, gerade in Monaco. Ich habe dieses Vorgehen der Rennleitung nicht verstanden", so Stuck.

Verstappen: "Rennleitung von ein paar Regentropfen gestresst"

Auch Verstappen ist mit dem Vorgehen der Rennleitung nicht zufrieden gewesen, wie er in seiner Kolumne auf Verstappen.com schrieb: "Ich denke, sie hätten gleich um drei Uhr anfangen sollen. Heutzutage scheint jeder in der Rennleitung beim ersten Anblick von ein paar Regentropfen gestresst zu sein."

NEU: Der ''On-Board''-Channel im Livestream

NEU: Der ''On-Board''-Channel im Livestream

Du willst mehr Eindrücke aus dem Cockpit? Dann bist Du mit unserem "On-Board"-Channel im Livestream auf skysport.de noch näher dran.

Der Niederländer ist sich des Risikos bewusst, das sei aber gerade das Reizvolle, wie er anklingen lässt: "Sicher, es wäre ein chaotischer Start gewesen und die Teams hätten Zweifel gehabt, welcher Reifen die beste Option gewesen wäre. Aber das wollen die Leute sehen", so Verstappen. "Jetzt starten wir hinter dem Safety Car, was aus meiner Sicht die Schärfe nimmt. Vor allem auf einer Rennstrecke wie Monaco. Wir leben in einem leistungsorientierten, professionellen Sport. So etwas darf nicht passieren."

Mehr zum Autor Max Georg Brand

Weiterempfehlen:

Mehr Geschichten