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Formel 1 Kolumne: Ralf Schumacher spricht über Krise bei Ferrari

Schumacher: "Der Ferrari ist eine Fehlkonstruktion"

Ralf Schumacher

15.07.2020 | 18:42 Uhr

Ralf Schumacher beleuchtet in seiner Kolumne bei Sky die wichtigsten Themen rund um den Formel-1-Zirkus.
Image: Ralf Schumacher beleuchtet in seiner Kolumne bei Sky die wichtigsten Themen rund um den Formel-1-Zirkus. © Getty

Sky Experte Ralf Schumacher beleuchtet in seiner Kolumne die wichtigsten Themen rund um den Formel-1-Zirkus. Dieses Mal geht es unter anderem um die Krise bei Ferrari sowie den Renault-Plagiatsvorwurf gegen Racing Point.

Manchmal geht es ganz schnell: Vor einem Jahr hat Ferrari noch um die Weltmeisterschaft gekämpft. Jetzt bringen sie ein Auto in die Top 10. Wenn es gut läuft ...

Das ist wirklich ein Absturz mit historischem Ausmaß. Unglaublich! So kann es nicht weitergehen! Bei Ferrari muss sich einiges ändern! Jahrelang wurde konstant in die falsche Richtung entwickelt.

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Konsequenzen in der Führungsebene machen jetzt keinen Sinn

Viele fordern Konsequenzen in der Führungsebene. Jetzt! Dafür sehe ich den Zeitpunkt noch nicht gekommen. Mitten in der Saison macht es keinen Sinn. Aber: Sie müssen auf die Suche gehen. Ein "weiter so" kann es nicht geben!

Der Ferrari ist eine Fehlkonstruktion. Nicht nur der Motor ist das Problem. Die Mechanik funktioniert auch nicht. Beide Fahrer kommen damit nicht klar, ein klares Indiz dafür.

Formel 1: Rennkalender 2020

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Die Termine und Rennen der F1-Saison 2020.

Schumacher: "... dann ist Binotto der Falsche auf dieser Position"

Der verstorbene Ferrari-Chef Sergio Marchionne gab ja die Maßgabe aus, dass mehr Italiener das Sagen im Rennstall haben müssen. Das ist sicher ein schöner, romantischer Gedanke. In der Realität funktioniert er aber nicht. Die F1 ist nun mal international.

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Formel 1: Schumacher über Ferrari

Die entscheidende Frage: Ist Mattia Binotto bereit, von außen Leute abzuwerben, um Herr der Lage zu werden? Wenn nicht, ist er der Falsche auf dieser Position!

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Ich möchte momentan nicht in der Situation von Sebastian sein. Das Verhältnis zu Ferrari ist sowas von kaputt! Das hat ja schon im letzten Jahr begonnen. Binotto hatte sich früh komplett auf Charles festgelegt. Geradezu fixiert auf ihn! Das war eine bittere Pille für den vierfachen Weltmeister.

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Sky Experte Ralf Schumacher über die Probleme bei Ferrari

Leclerc verhält sich cleverer

Ein weiteres Beispiel für Binottos schlechte Management-Qualitäten: Man hat einen Vertrag mit Sebastian. Man gibt extrem viel Geld für ihn aus! Und dann geht man so ungeschickt mit ihm um!? So verbrennt man Potential.

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Charles Leclerc und Ferrari-Chef Mattia Binotto melden sich nach dem Doppel-Ausfall zu Wort: Das Debakel um Ferrari geht in die nächste Runde (Videolänge: 32 Sek.).

Apropos Krisenmanagement: Spannend, wie unterschiedlich Charles und Sebastian mit Fehlern umgehen. Ich muss ehrlich sagen: Das macht Leclerc viel cleverer als Sebastian. Er hat sich gleich hingestellt und hat sich bei allen entschuldigt: "Mein Fehler!" Das klingt viel besser als "Ich war unzufrieden mit meinem Auto! Ich war überhaupt froh, dass ich auf der Strecke geblieben bin." So fühlt sich sein Fehler gleich nicht so schlimm an.

Er ist nett und kann trotzdem die Ellenbogen ausfahren. Im Team hat er Sebastian politisch so schon gleich kalt gestellt. Schon im letzten Jahr. In kürzester Zeit. Für sein junges Alter ist er schon erstaunlich weit.

Schumacher: Ein Vettel-Comeback bei Red Bull ist möglich

Kurzfristig war es für Sebastian wichtig, im Qualifying vor Charles gewesen zu sein. Das hat ihm sicher gut getan. Die Hoffnung auf ein Cockpit im nächsten Jahr kann nur weiterleben, wenn er Leistung bringt. Er ist ein Fahrer der Extraklasse. Keine Frage. Vierfacher Weltmeister. Aber es gibt nichts Älteres als das Rennen vom letzten Wochenende!

Ein Comeback bei Red Bull halte ich für möglich. Sein Verhältnis zu den Verantwortlichen ist sehr eng. Besonders zu Didi Mateschitz.

Dazu kommt: Alexander Albon hat am Wochenende wieder keine glückliche Figur im Red Bull gemacht. Man darf nicht vergessen, er ist im Schnitt eine halbe Sekunde langsamer als Verstappen! Pro Runde! Auf Dauer kann sich ein Team so etwas nicht leisten. Sie brauchen einen Fahrer, der regelmäßig Zweiter oder Dritter wird hinter Max. Sonst verlieren sie zu viel in der Konstrukteurswertung.

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Charles Leclerc schiebt Teamkollegen Sebastian Vettel in der ersten Runde beim Grand Prix der Steiermark vom Ring und beide müssen das Rennen aufgrund von beschädigten Autos beenden (Videolänge: 1:08 Min.).

Schumacher: Soll Renault hat ein besseres Auto bauen

Zum Plagiatsvorwurf von Renault gegenüber Racing Point habe ich eine klare Meinung: Die moderne Formel 1 muss in der jetzigen Situation solche Dinge für kleinere Teams zulassen. Sie muss ermöglichen, dass solche Pakete gekauft werden können. Das ist viel effizienter. Nur so sind kleine Budgets auch wieder möglich.

Es macht überhaupt keinen Sinn, dass jedes Team einen eigenen Windkanal hat und eigene Teile entwickelt. Die großen Teams mit ihren Budgets können sich so etwas leisten. Die großen Unterschiede wie im letzten Jahr haben doch gar keinen Spaß gemacht. Jetzt hat Racing Point die Chance, in die Top 5 reinzufahren. Das finde ich super.

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Formel 1: Sky Experte Ralf Schumacher zum Protest von Renault

Den Ärger von Renault kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Sollen sie halt ein besseres Auto bauen. Die haben alle Möglichkeiten dazu!

Das ist wie in der Schule: Ich kann mich auch nicht darüber ärgern, dass der Junge neben mir eine Eins geschrieben hat und ich nicht. Ich hätte ja auch lernen können! So läuft's einfach nicht!

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Schumacher: Spielberg war große Werbung für die Formel 1

Am kommenden Wochenende geht es schon wieder weiter. Darauf freue ich mich sehr. Die zwei Wochen in Spielberg waren große Werbung für die Formel 1. Das war wirklich begeisternd! Mercedes fährt zwar in seiner eigenen Welt. Aber dahinter hat sich Einiges getan: McLaren, Racing Point und auch Renault! Alle sehr stark. Ich habe selten so viele Überholmanöver gesehen.

Tolles Racing!

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