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Formel 1 News: Heidfeld-Kolumne zu Verstappen, Mercedes & Ferrari

Heidfeld: Ferrari hilft in Belgien nur der Wettergott

Nick Heidfeld

28.08.2020 | 18:08 Uhr

Nick Heidfeld beleuchtet in seiner Kolumne bei Sky die wichtigsten Themen rund um den Formel-1-Zirkus.
Image: Nick Heidfeld beleuchtet in seiner Kolumne bei Sky die wichtigsten Themen rund um den Formel-1-Zirkus. © Sky

In der Formel 1 geht es am Wochenende in Belgien weiter. Ex-Formel-1-Fahrer und Sky Experte Nick Heidfeld spricht in seiner Kolumne über Max Verstappen und seinen Red-Bull-Teamkollegen Alex Albon, die Stärke von Mercedes und Ferraris einzigen Lichtblick in Spa-Francorchamps.

Max Verstappens Leistung in dieser Saison imponiert mir sehr. Er ist wirklich unglaublich. Er entwickelt sich weiter, treibt das Team nach vorne und holt meistens das Maximum raus. Das Beeindruckende hierbei ist, dass er den Status Quo nicht akzeptiert. Wenn man allgemein denkt, Mercedes ist nicht zu schlagen und selbst sein Team ihm signalisiert, dass zum jeweiligen Zeitpunkt nicht an einen Angriff zu denken ist, sieht Max diese Grenzen nicht ein.

Ross Brawn drückt es wie folgt aus: Max erinnere ihn an Michael Schumacher in seiner Fähigkeit, mehr aus einem Auto herauszuholen, als es zu haben scheint.

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Max ist also nicht zufrieden mit dem, was man glaubt, das möglich wäre. Er pusht immer weiter. Das ist eine seiner entscheidenden Stärken.

Albon im Schatten von Verstappen

Weiterhin kommen seine Teamkollegen nicht an Max ran. Diesmal trifft es Alex Albon. Er kommt nicht so gut mit dem Auto zurecht, welches natürlich mehr von und für Verstappen entwickelt wurde. Trotzdem ist der zu große Zeitenabstand schwer zu erklären. Red Bull hat speziell Anfang der Saison gesagt, noch nicht das optimale Set-up-Fenster gefunden zu haben. Hier konnte man sich mittlerweile dem Optimum nähern, woran auch Red Bulls Technischer Direktor Adrian Newey, der verstärkt in die Entwicklung einbezogen wurde, hilfreich war und ist.

Albon tüftelt jedoch noch immer und baut die Abstimmung mitunter hin und her. Um zu helfen, hat man sogar in der Saison Albons Renningenieur ausgewechselt und auf einen erfahreneren Mann gesetzt.

Red Bull stärkt Albon den Rücken

Das Red Bull Team stärkt den britisch-thailändischen Fahrer, welchem besondere Unterstützung vom thailändischen RedBull-Haupteigentümer nachgesagt wird, nach wie vor demonstrativ den Rücken. Sein Selbstbewusstsein ist momentan arg angekratzt. Da ist diese mentale Unterstützung enorm wichtig für ihn. Ansonsten fällt er im teaminternen Duell gegen einen so stark aufgelegten Verstappen weiter ab.

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Nicht auszudenken, wenn RB näher an Mercedes dran wäre. Dann wäre es ein großer, möglicherweise entscheidender Nachteil, dass Albon nicht vorne mitmischt. Dann würden dem Team wichtige strategische Möglichkeiten fehlen.

Mercedes ist die klare Nummer eins

Woran liegt es, dass Red Bull nicht auf Augenhöhe mit Mercedes ist? Ist es die Stärke von Mercedes oder eher die Schwäche von Red Bull?

Es liegt meines Erachtens an der unglaublichen Stärke von Mercedes. Jedes Jahr kommen sie wieder mit Innovationen und verschieben die Grenze des technisch Machbaren immer weiter. Jede Saison motivieren sie sich neu und zeigen, dass sie die klare Nummer eins sind. Sie lernen aus Fehlern. Das ist ihre ganz große Stärke!

Red Bull muss da sein, wenn Mercedes schwächelt

Am kommenden Wochenende fährt die F1 wieder in Spa. Sicher eine der tollsten Strecken im Kalender. Da freue ich mich sehr darauf. Es gibt dort viele Topspeed-Passagen. Hitze - eine der scheinbar wenigen Schwächen für Mercedes - ist auch nicht zu erwarten. Also ist es offensichtlich, wer mein Favorit ist: Mercedes!

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Generell befürchte ich, dass es für Red Bull schwierig wird, die Silberpfeile ernsthaft zu gefährden. ABER: Nicht alles ist planbar. Auch in der Formel 1 nicht! Dann muss Red Bull da sein! Läuft bei Mercedes etwas taktisch oder technisch schief, müssen Max und Red Bull es ausnutzen.

Einziger Lichtblick für Ferrari in Spa: Schlechtes Wetter

Für Ferrari erwarte ich in Spa ein ganz schweres Rennen. Hochgeschwindigkeit und Ferrari: Das passt momentan gar nicht zusammen. Dafür ist der aktuelle Motor viel zu schwach. Auch im daruffolgenden Rennen in Monza müssen Fans von Sebastian Vettel ganz tapfer sein. Das ist auch eine Powerstrecke... Die nähere Zukunft verspricht also nichts Gutes für die Scuderia!

So bitter es ist: Die einzige Hoffnung für Ferrari ist gerade schlechtes Wetter. So gibt es wenigstens einen, der sich über die Wetterprognose für kommendes Wochenende freut: Es ist Regen angekündigt.

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