2,5 Milliarden Euro im Jackpot: So plant die FIFA die Klub-WM
Klub-WM soll europäisch geprägt sein
13.05.2018 | 11:29 Uhr
Bei der von der FIFA forcierten Klub-Weltmeisterschaft mit 24 Vereinen sollen 12 der 24 Startplätze den Europäern zur Verfügung stehen.
Für Gianni Infantino zählt: Europa zuerst! Zwölf europäische Mannschaften sollen ab 2021 an der Klub-WM teilnehmen, die der Schweizer Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA unbedingt ins Leben rufen will.
Zwölf weitere kämen aus den anderen Erdteilen (zwei aus Afrika, vier oder fünf aus Südamerika, zwei aus Asien, eine Wildcard und ein halber Platz für Ozeanien. Bei dem alle vier Jahre ausgetragenen Turnier liegen 2,5 Milliarden Euro im Jackpot.
Letzten vier Champions-League-Sieger sind gesetzt
Dies berichtete die französische Sport-Tageszeitung L'Equipe. Die Verteilung der europäischen Startplätze für das alle vier Jahre stattfindende Turnier, das rund drei Wochen dauern soll, sieht die Teilnahme der letzten vier Champions-League-Sieger vor. Die anderen acht Mannschaften müssen nach einem noch zu definierenden Schlüssel gefunden werden (Europa-League-Sieger, UEFA-Vereinskoeffizient).
Eine unbekannte Investorengruppe - Infantino berief sich auch bei einem Treffen mit Vertretern europäischer Spitzenvereine in der vergangenen Woche in Zürich auf eine "Verschwiegenheitsklausel" - will für vier Zyklen zwölf Milliarden Dollar (etwas über zehn Milliarden Euro) zur Verfügung stellen. Das würde 2,5 Milliarden Euro pro Auflage bedeuten. Hinzu kämen die Einnahmen aus Sponsorengeldern, dem Verkauf von Fernsehrechten und Ticketverkauf.
Skeptiker unter den Vereinsvertretern befürchten eine weitere Belastung der Top-Spieler, die heute schon häufig genug verletzt ausfallen. Befürworter verweisen darauf, dass parallel zu dieser Klub-WM die jetzt jährlich ausgespielte Vereins-WM ebenso entfallen würde wie der Confederations Cup. Den hatte zuletzt Weltmeister Deutschland gewonnen. Eine Mehrbelastung für Top-Spieler soll also eigentlich gar nicht stattfinden.
Barca, Real und PSG unterstützen Pläne
Bei Bayern München ist bislang noch keine Haltung zu diesem Thema erkennbar, allerdings hat Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge immer davor gewarnt, noch mehr Wettbewerbe neu ins Leben zu rufen. Real Madrid und der FC Barcelona, die sicher sind, immer dabei zu sein, sollen nicht abgeneigt sein. Auch der aus Katar alimentierte Star-Klub Paris St. Germain würde aus taktischen Gründen die Umsetzung unterstützen.
Infantino, der verzweifelt Geld sucht, um all seine Wahlversprechen zu erfüllen, hat noch ein anderes Projekt auf Lager: Die Welt-Liga. Das erinnert an das Ende der 1980er Jahre, als Investoren an der Europäischen Fußball-Union (UEFA) vorbei eine Europaliga gründen wollten. Der europäische Verband konterte mit der Schaffung der Champions League. Das hat bis heute noch kein teilnehmender Verein bereut. (sid)