50+1: DFL untersucht die Rolle von Klaus-Michael Kühne beim Hamburger SV

Hahn-Transfer wirft Fragen auf

Investor Klaus-Michael Kühne
Image: Der HSV muss sich wegen Klaus-Michael Kühne bei der DFL erklären  © Getty

Der Hamburger SV könnte wegen eines möglichen Verstoßes gegen die 50+1-Regel in die Bredouille geraten. Die zentrale Rolle spielt dabei Investor Klaus-Michael Kühne.

Der HSV wurde von der DFL zu einer Stellungnahme aufgefordert. Hintergrund ist eine Aussage von Kühne über seinen Einfluss auf die Vertragsverlängerung mit Angreifer Bobby Wood sowie am Transfer von Nationalspieler André Hahn von Borussia Mönchengladbach.

Im Exklusiv-Interview mit Sky hatte Kühne unlängst gesagt: "Ich habe dem Verein zwar dafür kein Geld gegeben, aber ich habe ihm zu der Verlängerung geraten und gesagt, dass ich André Hahn nur finanziere, wenn ihr Wood haltet." Welche möglichen Konsequenzen den Norddeutschen aufgrund der Ermittlungen drohen, ist vorerst nicht abzusehen.

Kühne mit mehr Macht als erlaubt?

Den Hamburgern wird vorgehalten, dass Kühne offensichtlich doch größeren Einfluss auf die Klubgeschicke hat als erlaubt ist. HSV-Vorstandsboss Heribert Bruchhagen betonte indes immer wieder, dass sich Kühne nicht ins operative Geschäft einmische.

"Herr Kühne hat den Satz so gesagt. Ich kann aber nur wiederholen, dass er nicht ins operative Geschäft eingreift", sagte Bruchhagen am Freitag dem Hamburger Abendblatt und erklärte weiter: "Wir werden die Stellungnahme in aller Ruhe und Gelassenheit abgeben."

HSV-Investor Kühne in den Top Ten der Superreichen
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Der Investor des Hamburger SV ist laut des Wirtschaftsmagazin "Bilanz" der zehntreichste Mann in Deutschland. Zwei weitere Klub-Bosse aus der Bundesliga werden auf ein Vermögen von über einer Milliarde taxiert.

Die beiden Akteure Wood und Hahn, werden von der Agentur Sportstotal betreut. Sportstotal-Chef Volker Struth gilt als enger Vertrauter von Milliardär Kühne, der in der Vergangenheit schon große Summen dem HSV als Mäzen für Transfers zur Verfügung gestellt hat.

Die nur in Deutschland existierende 50+1-Regel soll verhindern, dass Investoren die Macht in einem Klub übernehmen. Eine Ausnahme bilden Vereine, bei denen sich ein Investor bereits mehr als 20 Jahre engagiert hat. Vor allem wegen dieser Ausnahme gilt die Regel als rechtlich umstrittenen.

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Vereine sollen Entscheidungshoheit behalten

Mit der 50+1-Regel ist vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) und DFL fixiert worden, dass nur Kapitalgesellschaften am Spielbetrieb der Lizenzligen teilnehmen können, an denen der jeweilige Verein die Mehrheit der Stimmanteile hält. Die Entscheidungshoheit der Vereine soll damit gewährleistet werden.

Zuletzt hatte es Schlagzeilen beim Hamburger Ligakonkurrenten Hannover 96 gegeben. Die 50+1-Regel soll laut eines Beschlusses des Aufsichtsrates zugunsten des langjährigen Klubchefs und Unternehmers Martin Kind gekippt werden. Den Plänen des Vorstandes des Muttervereins, die entscheidenden Anteile am Klub an den 73-jährigen Kind zu verkaufen, wurde zugestimmt

Man werde nun einen "Antrag auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung" stellen. Damit würde 96 "im Falle der Genehmigung auf den gleichen Status gestellt wie Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg und 1899 Hoffenheim".