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Abtiegskampf in der 2. Bundesliga: Nürnberg taumelt nach Klatsche - KSC lauert auf Chance

"Mit beiden Händen eingerissen": Club taumelt im Fernduell mit KSC

Udo Hutflötz

26.06.2020 | 09:52 Uhr

Der 1. FC Nürnberg rutscht immer weiter Richtung 3. Liga und droht in die Relegation zu müssen.
Image: Der 1. FC Nürnberg rutscht immer weiter Richtung 3. Liga und droht in die Relegation zu müssen. © Imago

Der Abstiegskampf in der 2. Bundesliga spitzt sich immer weiter zu. Vor dem 34. Spieltag läuft es im Rennen um den direkten Klassenverbleib auf zwei Teams hinaus: der 1. FC Nürnberg und der Karlsruher SC. Beide gehen jedoch mit grundverschiedenen Voraussetzungen in das alles entscheidende Fernduell.

Der 33. Spieltag brachte in puncto Abstiegskampf einiges an Klarheit. Sowohl Dynamo Dresden (trotz des 1:0-Sieges beim SV Sandhausen) als auch der SV Wehen Wiesbaden (nach der 1:3-Pleite in Darmstadt) können quasi sicher für die 3. Liga in der kommenden Saison planen. Drei Punkte und zehn beziehungsweise vierzehn Tore Rückstand auf den Relegationsplatz sind nur noch theoretisch aufholbar.

Spannung im Rennen um den direkten Klassenerhalt respektive den Relegationsplatz ist dennoch weiter gegeben und findet seinen Höhepunkt am 34. Spieltag im Fernduell zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem Karlsruher SC. Beide Teams gehen jedoch mit völlig konträren Voraussetzungen in die letzte Saisonwoche.

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Nürnberg mit Vorteil - aber nur im Tabellenbild

Mit 36 Punkten und einem Torverhältnis von -13 steht der fränkische Traditionsverein vor dem Saisonfinale über dem Strich und damit zwei Punkte aber mit dem schlechteren Torverhältnis vor dem Karlsruher SC. Doch die Stimmung beim Club könnte kaum schlechter sein. 0:6 hieß es am Ende gegen den VfB Stuttgart - eine Niederlage mit Wirkung.

"Ich schäme mich das erste Mal für unsere eigene Leistung. Wir haben auch letzte Saison in der Bundesliga viele Spiele hoch verloren, aber haben immer dagegen gehalten. Heute schäme ich mich sehr dafür und kann mich nur für alle anderen dafür entschuldigen. Aber das will aktuell wohl auch keiner hören", erklärt Torhüter Christian Mathenia frustriert am Sky Mikrofon.

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Nürnberg-Keeper Christian Mathenia spricht über die Chancen auf den Klassenerhalt. Stuttgart-Trainer Pellegrino Matarazzo freut sich über den Aufsteig. (Videolänge: 00:37 Sekunden

Keller und Mathenia mit deutlichen Worten

Besonders im Hinblick auf den wenige Tage zuvor errungenen 6:0-Auswärtssieg beim SV Wehen Wiesbaden war die Pleite gegen die Schwaben für den Schlussmann nahezu unerklärlich. "Ich weiß nicht, ob wir uns zu sicher gefühlt haben nach dem 6:0 in Wiesbaden. Es ist purer Abstiegskampf und das hat man heute auf dem Platz nicht gesehen. Wir haben es selbst verbockt! Das war pure Dummheit. Es ist ein bitterer Tag."

Vor allem die Art und Weise der Niederlage sorgte bei den Verantwortlichen für Ratlosigkeit und Unverständnis. "Ich kann es leider nicht verstehen. Die Mannschaft hat Selbstbewusstsein ausgestrahlt, aber nach 20 Minuten war das komplett weg. Wir haben die Tore hergeschenkt, haben uns nicht mehr gewehrt und eine indiskutable Leistung abgeliefert. Alles, was wir uns am Dienstag durch das 6:0 in Wiesbaden aufgebaut haben, haben wir mit beiden Händen wieder eingerissen", findet Trainer Jens Keller deutliche Worte für die Pleite.

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1.FC Nürnberg: Jens Keller geht mit seiner Mannschaft hart ins Gericht (Videolänge: 54 Sekunden).

Keller mit Selbstkritik

Zahlreichen Gegentreffern - wie beispielsweise dem 0:1 und 0:2 nach Ballverlusten von Georg Margreitter und Fabian Nürnberger - gingen "zu einfache, individuelle Fehler" voraus, die "uns dann so ein Spiel kosten", arbeitet Mathenia auf.

"Da haben die Nerven bei dem einen oder anderen wohl nicht gehalten und das müssen wir ganz klar ansprechen", blickt Keller bereits auf die Aufarbeitung dieser herben Klatsche voraus, nimmt sich von der Kritik aber selbst auch nicht heraus. "Wenn man 0:6 verliert, ist man als Trainer auch nicht fehlerlos."

Doch wie will der FCN bis zum kommenden Wochenende, wenn das Auswärtsspiel bei Holstein Kiel ansteht (Sonntag ab 14:30 Uhr LIVE und EXKLUSIV auf Sky Sport Bundesliga HD), die spielerische und ergebnistechnische Wende schaffen? Konkrete Ansatzpunkte liefern die Protagonisten nach der hohe Niederlage gegen die Schwaben noch nicht.

Keller spricht von personellen Veränderungen gegen Kiel

"Nächste Woche müssen wir drei Punkte holen, um den Club in der Liga zu halten. Wenn wir so spielen wie heute, haben wir keine Chance. Das müssen wir knallhart aufarbeiten", fordert Mathenia ebenso wie Keller, der neben einer Analyse auch personelle Veränderungen ankündigt: "In erster Linie hoffe ich, dass Mavropanos wieder fit wird, Erras kommt zurück. Wir müssen jetzt einfach schauen, wer noch etwas aus dem Spiel davongetragen hat, aber sicherlich müssen wir das eine oder andere verändern."

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Doch der Coach sieht zwischen den ganzen Problemen und der Kritik immerhin einen positiven Aspekt: "Wir sind am kommenden Wochenende von niemanden abhängig und das ist das Positive - das einzige heute!"

KSC mit Aufholjagd & "unglaublich wichtigen Punkt"

Deutlich mehr Positives gibt es im rund 200 Kilometer (Luftlinie) entfernten Karlsruhe zu vermelden - wenn auch mit Verspätung. So lag der heimische KSC nach 20 Minuten mit 0:3 gegen den bereits feststehenden Meister Arminia Bielefeld zurück und war zwischenzeitlich gar auf einen direkten Abstiegsplatz gerutscht. Doch ein mutiger und aufopferungsvoller Auftritt der Badener inklusive dreier Tore von Torjäger Philipp Hofmann bescherte Karlsruhe "einen unglaublich wichtigen Punkt", wie Daniel Gordon erleichtert am Sky Mikrofon erklärt.

Auch KSC-Trainer Christian Eichner zeigt sich erleichtert und ist stolz auf sein Team: "Was diese Mannschaft Woche für Woche an Charakter und Einstellung zeigt, da habe ich gerade den Hut vor ihr gezogen. Ich bin froh, dass die Jungs drangeblieben sind."

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Karlsruher SC: Trainer Christian Eichner über die Leistung der Mannschaft im Spiel gegen Bielefeld (Videolänge: 33 Sekunden).

Durch den hart erkämpften Punkt kann der KSC mit breiter Brust und Zuversicht ins letzte Saisonspiel am Sonntag bei der SpVgg Greuther Fürth gehen (ab 14:30 Uhr LIVE und EXKLUSIV auf Sky Sport Bundesliga HD).

Eichner glaubt an "den großen Wurf"

Der Glaube an ein Happy End ist bei den Badenern merklich größer als bei den taumelnden Nürnbergern. "Ich hoffe, dass mit einer gewissen Portion Mut und Zuversicht, noch der ganz große Wurf gelingen kann" lauert Eichner auf die Chance im Abstiegsendspurt.

Zunächst will der Coach aber kurz abschalten: "Ich muss jetzt wie meine Jungs auch mal einen Tag runterfahren und die Tabelle und alle möglichen Konstellationen mal weglegen. Danach gilt diese Woche mal den einen oder anderen Gedanken zu spinnen und sich für irgendetwas zu entscheiden. Aber ich bin ein Freund davon, auf Sieg zu spielen."

Genau dieser könnte bei einem gleichzeitigen Punktverlust des FCN für die große badische Party sorgen - und die taumelnden Franken endgültig zu Boden befördern. Es bleibt somit spannend, wer den letzten entscheidenden Schlag setzen kann. Drama am letzten Spieltag ist auf alle Fälle vorprogrammiert ...

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