Afrika-Cup-Wahnsinn! Senegal wird Titel aberkannt - Marokko neuer Sieger
Der afrikanische Fußballverband hat das von Tumulten überschattete Finale des Afrika-Cups 2025 neu gewertet und Senegal den Titel nachträglich aberkannt.
17.03.2026 | 23:25 Uhr
Das Berufungsgremium der CAF erklärte die Partie rund zwei Monate nach deren Austragung gemäß Artikel 84 des Regelwerks als verloren, das Ergebnis wurde mit 3:0 zugunsten von Gastgeber Marokko gewertet. Das teilte der Verband am Dienstag mit.
Hintergrund der Entscheidung ist das chaotische Endspiel Mitte Januar in Rabat, das kurz vor dem Abbruch gestanden hatte. Nach einem späten Elfmeterpfiff für Marokko hatten Senegals Spieler aus Protest den Platz zwischenzeitlich verlassen, erst nach längerer Unterbrechung wurde die Partie fortgesetzt. Brahim Diaz vergab den Strafstoß, in der Verlängerung traf Pape Gueye (94.) zum 1:0-Endstand für Senegal. Der CAF wertete das Verhalten der senegalesischen Spieler vor dem Diaz-Strafstoß nun als Verstoß gegen die Artikel 82 und 84 und gab dem Einspruch des marokkanischen Verbandes statt.
"Die CAF-Berufungskommission hat entschieden, dass gemäß Artikel 84 des Reglements des CAF-Afrika-Cups (AFCON) das Finale des TotalEnergies CAF-Afrika-Cups (AFCON) Marokko 2025 ("das Spiel") für die senegalesische Nationalmannschaft als verloren gilt und das Ergebnis des Spiels mit 3:0 zugunsten der Federation Royale Marocaine de Football (FRMF) gewertet wird", hieß es in der CAF-Mitteilung wörtlich.
Der marokkanische Verband teilte mit: "Mit dieser Maßnahme sollte keineswegs die sportliche Leistung der an diesem Wettbewerb teilnehmenden Mannschaften infrage gestellt werden, sondern lediglich die Anwendung der Wettbewerbsbestimmungen gefordert werden." Ein Abbruch hatte auch gedroht, weil auf den Tribünen in Rabat Chaos ausgebrochen war. Senegals Fans wollten auf den Platz stürmen, Sicherheitskräfte verhinderten dies.
Marokko erhält ersten Titel seit 1976
Der marokkanische Verband hatte unmittelbar nach dem Spiel rechtliche Schritte bei CAF und FIFA angekündigt. "Diese Situation hatte erhebliche Auswirkungen auf den normalen Spielverlauf und die Leistung der Spieler", erklärte der Verband damals und zielte damals bereits auf das zwischenzeitliche Verlassen des Spielfelds ab. Auch FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte von "inakzeptablen" und "hässlichen" Szenen gesprochen, die "verurteilt" werden müssen und sich "niemals wiederholen" dürfen.
Der Senegal um Bayern-Profi Nicolas Jackson und Topstar Sadio Mane hatte seinen zweiten Titel nach 2022 gefeiert. Der Verband des ursprünglichen Siegers möchte nun vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS ziehen. Dies kündigte er in der Nacht zum Mittwoch an. "Der senegalesische Fußballverband verurteilt diese ungerechte, beispiellose und inakzeptable Entscheidung, die den afrikanischen Fußball in Verruf bringt", hieß es in einem Statement.
Daher werde der Verband "so bald wie möglich Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne einlegen". Am Dienstag hatte der CAF das von Tumulten überschattete Finale des Afrika-Cups 2025 neu gewertet, Senegal den Titel nachträglich aberkannt und ihn Finalgegner Marokko zugesprochen. Hintergrund der Entscheidung war das chaotische Endspiel vom 18. Januar in Rabat, das kurz vor dem Abbruch gestanden hatte.
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