Albert Riera krempelt Bundesligist Eintracht Frankfurt um

Bei seiner Vorstellung strotzte der neue SGE-Coach nur so vor Selbstvertrauen.

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Albert Riera ist neuer Cheftrainer von Eintracht Frankfurt. Der Spanier wurde am Montag auf einer Pressekonferenz offiziell vorgestellt - und geht mit viel Vorfreude an die neue Aufgabe beim Bundesligisten heran.

"Wenn ich zu meinen Spielern sage, dass sie vom Balkon springen sollen, dann tun sie es. Glauben Sie mir: Sie tun es." Kein Satz aus Albert Rieras Vorstellungs-Pressekonferenz beschreibt den neuen Eintracht-Trainer besser als dieser.

Der 43-Jährige sprüht vor Überzeugung, vor allem in sich selbst. Riera tritt auf wie ein (positiv) Verrückter. Einer, dem jeder anmerkt, dass er nicht nur Sprüche klopfen will, sondern der selbst zu 100 Prozent glaubt, was er da sagt. Eintracht Frankfurt braucht einen mentalen und sportlichen Reset und bekommt Senor Selbstvertrauen: Das passt wie die Faust aufs Auge.

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Riera: "Wir werden pressen"

Sportlich wird es sicherlich Wochen oder sogar Monate dauern, bevor die Eintracht den Fußball spielt, den sich der neue Trainer vorstellt. Attraktiv soll er sein, immer nach vorne ausgerichtet, viel Bewegung ohne Ball, vor allem aber auch nervig gegen den Ball: "Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder du wartest auf den Gegner oder du holst ihn dir. Wir wollen ihnen keine Meter geben. Wir werden pressen, den Gegner zu Fehlern zwingen. Wir versuchen, dass sie mit dem Ball nicht atmen können. Wenn wir den Ball verlieren, müssen wir ihn so schnell wie möglich wieder gewinnen. In diesem Bereich müssen wir top sein."

Was einfach klingt, wird jedoch schwer umzusetzen. Riera will seinen Spielern Lösungen an die Hand geben und genau aufzeigen, wie sie sich in welcher Situation zu verhalten haben. Das erfordert Disziplin - vor allem aber auch Zeit, damit alle Spieler Situationen gleich bewerten und sich entsprechend im Kollektiv verhalten. Diese Kompaktheit und das koordinierte Verhalten war in der bisherigen Saison immer wieder das große defensive Problem der Eintracht. Auch deshalb heißt es ab jetzt: Theorie pauken. "Wir haben jeden Tag ein Meeting", so Riera. "Bevor du ein Auto fährst, musst du es theoretisch lernen. Hier auch. Bevor wir auf den Platz gehen, müssen wir die Theorie lernen."

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Erste Amtshandlung: Strafenkatalog verschärfen

Als erste Maßnahme für mehr Disziplin in der Truppe hat der neue Coach den Strafenkatalog angepasst - auch da mit besonderem Twist: "Die Spieler müssen Geld zahlen, es soll an ihren Geldbeutel gehen. Sie müssen aber auch einen Job erledigen. Wir haben dafür ein Roulette: Dann musst du Bälle putzen oder einen Tag mit dem Analysten zusammenarbeiten oder dem Gärtner helfen. Du willst einen extra Job, dann brich' die Regeln."

Bisher hatte der Spanier mit seinen Methoden als Trainer meist Erfolg. Doch egal wie es sportlich läuft: Der 43-Jährige ist ein besonderer Typ. Einer mit Ecken und Kanten, einer mit einem außergewöhnlichen Charakter und Auftreten. Die Bundesliga hat durch Albert Riera auf jeden Fall eine Attraktion dazugewonnen.

Mehr zum Autor Dennis Bayer

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