Barcelona-Coach Hansi Flick tobt wegen skurriler Handspiel-Szene von Atletico Madrid
Eine skurrile Szene im Viertelfinal-Hinspiel gegen Atletico Madrid bringt Hansi Flick zum Kochen. Hätte der FC Barcelona hier einen Elfmeter bekommen müssen?
09.04.2026 | 00:34 Uhr
Diese Szene wird wohl bei vielen Bayern-Fans Erinnerungen wecken - jetzt bringt eine fast identische Kopie Hansi Flick zum Toben. Profitierte Atletico Madrid vom "Kinderfehler" 2.0?
In der 54. Minute des Viertelfinal-Hinspiels in der Champions League gegen Atletico Madrid sah die Lage für den FC Barcelona ohnehin schon nicht rosig aus. Zuvor hatte Pau Cubarsi den Platz nach einer Notbremse mit einer Roten Karte verlassen müssen, den fälligen Freistoß versenkte Julian Alvarez traumhaft schön im Netz der Katalanen.
Es folgte DIE Aufreger-Szene des Abends - das Camp Nou tobte! So auch Barca-Coach Hansi Flick nach der Partie: "Für mich ist das unglaublich. Auch der VAR - warum hat er sich nicht gemeldet und gesagt: 'Schau' dir die Situation an'?"
Doch was war passiert? Bei einem Abstoß legte sich Atletico-Keeper Juan Musso das Spielgerät zurecht. Doch dann entschied sich der Torhüter anders - und spielte den Ball zu seinem Innenverteidiger Marc Pubill, der neben ihm im Fünfmeterraum stand. Dieser kam schon in der 31. Minute für den verletzten David Hancko auf den Rasen und hatte sich direkt vor der Pause bereits eine Gelbe Karte abgeholt.
Statt den Ball von Musso mit dem Fuß zu spielen, nahm Pubill diesen mit der Hand an und legte sich die Murmel abermals vor die Füße. Ein laut Regelbuch klar strafstoßwürdiges Vergehen: Handspiel. Zudem hätte Pubill folgerichtig seine zweite Gelbe Karte sehen und somit den Platz verlassen müssen.
Die Szene erinnert an das einstige Viertelfinal-Hinspiel der Bayern gegen den FC Arsenal in 2024. Damals gab es für eine fast identische Szene ebenfalls keinen Pfiff. Der Schiedsrichter Glenn Nyberg soll die Szene im Nachgang als "Kinderfehler" bezeichnet haben, da solch eine Aktion von Profifußballern im Normalfall nicht zu erwarten gewesen wäre.
Schiedsrichter greift nicht ein - Flick fassungslos
Auch am Mittwochabend im Camp Nou reagierte Schiedsrichter Istvan Kovacs - trotz aller Aufregung im Stadion und auf dem Rasen - nicht. Das Spiel lief weiter und endete mit der 0:2-Niederlage Barcelonas. Für Flick eine unfassbare Entscheidung: "Das kann ich nicht verstehen. Denn es war ein klarer Spielbeginn und ein klares Handspiel, und das bedeutet eine Gelbe Karte und einen Elfmeter für uns."
Der ehemalige Bundestrainer weiter: "Ich verstehe beim besten Willen nicht, wozu wir überhaupt den VAR haben. Wie kann es sein, dass das kein Handspiel ist? Warum greift der VAR nicht ein, wenn der Fehler des Feldschiedsrichters so offensichtlich ist? Es ist ein klarer Elfmeter und die zweite Gelbe für Pubill, was eine Rote bedeutet hätte."
Auf der Pressekonferenz nach der Partie sprach Flick explizit über den VAR des Spiels, Bundesliga-Schiedsrichter Christian Dingert: "Der VAR war sehr auf Atletico ausgerichtet. Es war ein Deutscher, danke Deutschland."
Unter dem Strich bringt alle Aufregung wohl nichts. Das weiß auch Flick und visiert das Rückspiel in Madrid am kommenden Dienstag (21 Uhr im Liveticker auf skysport.de) an: "Wir haben die Qualität, zurückzukommen. Das ist unser Ziel. Jetzt müssen wir positiv denken. Ich bin stolz auf meine Mannschaft, wie sie gespielt hat. Am Ende hatten wir auch große Chancen, viele davon in der ersten Halbzeit. So ist es nun mal. Wir müssen das akzeptieren, aber wir müssen weitermachen."
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