Borussia Dortmund: Diese Transfers kosteten den BVB Millionen
Nicht nur Schulz! Diese Transfers kosteten den BVB viele Millionen
14.07.2022 | 09:37 Uhr
Für die Entdeckung und Entwicklung von Supertalenten wie Jude Bellingham oder Jadon Sancho wird Borussia Dortmund immer wieder gefeiert, zu Recht. Aber: Auch der BVB hat nicht nur Volltreffer auf dem Transfermarkt gelandet. Einige Verpflichtungen entpuppten sich als millionenschwere Missverständnisse.
NICO SCHULZ:
Der Linksverteidiger kam 2019 für viel Geld und mit hohen Erwartungen ins Ruhrgebiet. 25,5 Millionen Euro überwiesen die Schwarz-Gelben an 1899 Hoffenheim für den damaligen Nationalspieler. Zum DFB-Team gehört er inzwischen schon länger nicht mehr, dafür aber zu den größten Flops der Dortmunder Vereinsgeschichte. Nach drei Spielzeiten steht Schulz beim BVB vor dem Aus. Eine Entwicklung, die zuletzt nicht mehr überraschend kam. Von 102 möglichen Bundesligaspielen für den BVB bestritt der Linksfuß lediglich 40.
In der Zeit schaffte Schulz es nicht, einen seiner drei Trainer zu überzeugen: Weder Lucien Favre, noch Marco Rose oder Edin Terzic setzten auf den teuren Außenverteidiger. Dessen Vertrag läuft noch bis 2024, ausgestattet mit bis zu sieben Millionen Euro Jahresgehalt. Mehr als eine Ablöse im unteren einstelligen Millionenbetrag ist für den BVB nicht zu erwarten. Doch allein die mögliche Gehaltseinsparung würde der Borussia finanziellen Spielraum geben. Auf Geld verzichten - so ist es aus Schulz' Umfeld zu hören - will der abgestürzte Profi allerdings nur sehr ungern. Einziger Gewinner der Beziehung zwischen Schulz und dem BVB: die um 25,5 Millionen Euro reichere TSG aus Hoffenheim.
ANDRE SCHÜRRLE:
Keinen Cent kassierte der BVB beim Abgang von Andre Schürrle. Im Gegenteil: Um den eigentlich bis 2021 gültigen Vertrag vorzeitig aufzulösen, zahlte der Klub dem einstigen Nationalspieler im Sommer 2020 eine Abfindung von rund 2,5 Millionen Euro. Dabei war Schürrle erst 2016 für 30 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg in den Ruhrpott geholt worden. Doch Schürrle und der BVB - das passte von Anfang an nicht richtig. Wirklich überzeugen konnte der hochgelobte Offensivstar nie.
In den ersten beiden Saisons kam der Weltmeister von 2014 insgesamt nur auf 51 Pflichtspiele, in denen er mickrige acht Treffer und zehn Vorlagen lieferte. Es folgten zwei einjährige Ausleihen. Zunächst zum FC Fulham, anschließend zu Spartak Moskau. Sein sportliches Glück fand der Außenstürmer nirgends. Wenige Wochen, nachdem er sich mit dem BVB auf die Vertragsauflösung geeinigt hatte, beendete der Offensivspieler seine Karriere im Alter von 29 Jahren. Am Ende war Schürrle aus Transfersicht das teuerste BVB-Missverständnis der letzten Jahre.
MARIO GÖTZE:
Auch Mario Götze wechselte 2016 zum BVB. Und seine Rückkehr vom FC Bayern sorgte nicht nur für hohe Aufmerksamkeit, sondern bei 22 Millionen Euro Ablöse auch für hohe Erwartungen. Schließlich hatte Götze in seiner ersten Zeit in Dortmund (2009-2013) großen Anteil an zwei Meisterschaften (2011, 2012) und dem ersten Double der Vereinsgeschichte (2012), bevor er für 37 Millionen Euro nach München ging. Glücklich wurden beide Seiten nach der Wiedervereinigung allerdings nicht.
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Im ersten Jahr fiel Götze über die Hälfte der Saison aus, im zweiten durchlebte der BVB eine turbulente Saison unter Peter Bosz und Peter Stöger. Das dritte Jahr war sein bestes: Nachdem Götze in den ersten sechs Saisonspielen von Lucien Favre nicht berücksichtigt wurde, arbeitete er sich ins Team und hatte mit sieben Treffern und sieben Assists seinen Anteil an einer guten Saison, in der am Ende nur zwei Punkte zu Meister Bayern München fehlten. Danach kam Götze allerdings kaum noch zum Zug und in seiner letzten BVB-Saison nur noch auf 15 Einsätze (drei Tore). Anschließend verließ er den Klub ablösefrei.
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CIRO IMMOBILE:
Ein kurzes Intermezzo hatte dagegen Ciro Immobile in Dortmund. 2014 kam der Italiener für 18,5 Millionen Euro vom FC Turin nach Dortmund. Immobile sollte Robert Lewandowski ersetzen, der ablösefrei zum FC Bayern gewechselt war. In Italien als Torjäger bekannt, erzielte der Mittelstürmer in 24 Ligaspielen für Schwarz-Gelb nur drei Treffer. Immobile kam in Dortmund nie an - weder auf noch abseits des Platzes.
Nach nur einer Saison flüchtete er - zunächst per Leihe - zum FC Sevilla. Die Spanier verpflichteten den Angreifer wenig später fest. Das Gute für den BVB: Der Verkauf von Immobile spülte immerhin noch elf Millionen Euro in die Kasse. Dass die Beziehung zum Torjäger, der seit 2016 bei Lazio Rom spielt und seinen Torreicher in der Serie A längst wiedergefunden hat (150 Treffer in 208 Serie-A-Spielen), trotzdem ein Missverständnis war, bestreitet niemand.
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