Borussia Dortmund setzt auf Peter Stöger: Nur einer kann verlieren
Stöger folgt auf Bosz
12.12.2017 | 12:33 Uhr
Der Plan vom Offensiv-Spektakel unter Peter Bosz ging für Borussia Dortmund gründlich daneben. Jetzt soll Defensiv-Spezialist Peter Stöger mit seiner Empathie und Struktur für Ruhe sorgen.
"Ich hätte den Job auch für zwei Wochen angenommen" - so stellt sich Peter Stöger als neuer Coach von Borussia Dortmund vor. Nur sieben Tage nach seiner Entlassung in Köln kommt das BVB-Trainerbeben für den Österreicher zum richtigen Zeitpunkt.
Es ist in jedem Fall eine große Herausforderung. Stöger selbst sieht es als "unfassbare Möglichkeit, in diesem Stadion und mit dieser Unterstützung arbeiten zu können. Diese Möglichkeit bekommt man nur einmal im Leben."
Sky Experte Dietmar Hamann vermutet sogar, dass Stöger für den BVB seinen Job in Köln aufgab.
Große Chance für Stöger
In dieser Situation kann der 51-Jährige eigentlich nur gewinnen. Sollte er den wankenden BVB in der Bundesliga und auf internationalem Parkett wieder zum Erfolg führen, hätte er unter Beweis gestellt, dass er ein Top-Trainer ist und mit Stars umgehen kann.
Und dann kann es für ihn sogar über den Sommer hinaus in Dortmund weitergehen: "In Stein gemeißelt ist gar nichts. Für beide Seiten war wichtig, sich zunächst bis zum 30. Juni zueinander zu bekennen", erklärt Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.
Risiko trägt der BVB
Sollte er den BVB nicht aus der Krise führen, würde das Stögers Image nicht wirklich schaden. Trotz drei mickrigen Punkten aus 14 Spielen hat der sympathische Österreicher den 1. FC Köln nicht als Verlierer verlassen.
Sollte es beim BVB auch nicht zünden, könnte er ähnlich glimpflich davon kommen. Dann wären die Dortmunder Bosse die großen Verlierer. Nach den Erfolgen mit dem unbequemen Thomas Tuchel hätten sie nach Peter Bosz zum zweiten Mal daneben gegriffen.
Schwarz-Gelbe Mammutaufgabe
Dann wird es sich auch ein Trainer-Juwel wie Julian Nagelsmann genau überlegen, ob er einen Bundesliga-Dauerpatienten übernehmen will. Schließlich ist es jetzt schon eine Mammutaufgabe, Schwarz-Gelb in der aktuellen prekären Situation zu übernehmen.
Die Abwehr um Torwart und Unsicherheitsfaktor Roman Bürki muss neu sortiert werden, das Mittelfeld neu positioniert. Nur dann wird auch die Offensive um Pierre-Emerick Aubameyang wieder aufblühen. In sechs Monaten könnten die Baustellen noch größer sein.
Der Auftrag von Stöger ist zunächst einfach und klar definiert: "Er soll jetzt erst einmal Punkte holen", sagte Watzke. Stöger, der mit Köln keinen einzigen Liga-Sieg gefeiert hat, kann ab jetzt eigentlich nur noch gewinnen.