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Bundesliga News: Pause bis mindestens 30. April verlängert

Corona-Gipfel: Profiklubs beschließen Pause bis 30. April

Sport-Informations-Dienst (SID)

13.04.2020 | 00:16 Uhr

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DFL-Geschäftsführer Seifert verkündet ''vier wesentliche Entscheidungen''

Bis mindestens 30. April werden in der Bundesliga und 2. Liga keine Fußballspiele stattfinden. Die DFL ist jedoch fest entschlossen, die Saison zu einem sportlichen Ende zu bringen.

Christian Seifert sprach seine emotionalen Worte mit entschlossenem Blick, die Botschaft war glasklar: Der deutsche Profifußball bietet der Bedrohung durch die Corona-Pandemie die Stirn. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, wie wir nach der Krise wieder aufstehen und weitermachen können", erklärte der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL) - Optimismus heißt in Zeiten der Krise das Zauberwort: "Ohne Zuversicht geht es in diesen Tagen nicht so gut, in keiner Branche, in keinem Haushalt." Und eben auch im Fußball nicht.

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DFL-Geschäftsführer Seifert über Aussetzung von Trainings- und Spielbetrieb

Seifert will Menschen "ein kleines bisschen Normalität zurückbringen"

Bis mindestens 30. April wurde am Dienstag die Zwangspause in der Bundesliga und der 2. Liga ausgedehnt, die Bosse der 36 Profiklubs folgten auf der ersten virtuellen Mitgliederversammlung wie erwartet einstimmig dem Vorschlag des DFL-Präsidiums.

Dass die Saison aber weitergehen muss, daran ließ Seifert keinen Zweifel - auch aus gesellschaftlicher Sicht. 80 Millionen Menschen hätten in Deutschland das Virus "heute schon in ihrem Kopf", sagte der 50-Jährige: "Deshalb bin ich sicher, dass sich viele über die Rückkehr der Bundesliga freuen würden, auch wenn es ohne Zuschauer ist."

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Solidaritätsfonds: Seifert über die 20 Mio. Euro der vier CL-Teilnehmer

In diesen schwierigen Zeiten täten den Menschen "Ablenkung und andere Emotionen" gut, die sie durch den Fußball kennen und lieben. "Noch", sagte Seifert, "ist nicht der richtige Zeitpunkt da. Aber wenn er da ist, freuen wir uns darauf, den Menschen auch ein kleines bisschen Normalität zurückzubringen."

Medizinische Taskforce neu eingerichtet

Über allem stand das klare Bekenntnis: Ein Abbruch der Saison kommt (noch) nicht infrage. "Wir glauben, dass wir es hinbekommen, auf einigermaßen regulärem sportlichem Wege diese Saison bis zum 30. Juni zu Ende zu spielen", sagte Seifert. Sollte dies nicht gelingen, droht dem deutschen Fußball nämlich ein Schreckensszenario. "Ich möchte nicht detailliert über den Zustand einiger Klubs sprechen", erklärte Seifert, "aber einige könnten in eine existenzbedrohende Situation geraten, sollte die Saison nicht zu Ende gespielt werden."

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Den einen Plan in der Krise kann es nicht geben, wie Seifert betonte, vier wesentliche Entscheidungen wurden am Dienstag jedoch getroffen. Neben der Verlängerung der Zwangspause für den Spielbetrieb soll auch das Mannschaftstraining der Klubs bis zum 5. April unterbleiben. Zudem sollen die Vereine Konzepte erstellen, wie sie mit "geringstmöglichem" Personaleinsatz Spiele ohne Zuschauer durchführen können.

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Eine neu eingerichtete medizinische Taskforce wird damit beauftragt, einen Leitfaden zu entwickeln, der Spiele und Mannschaftstrainings ermöglichen soll. Zudem werden die Klubs im Lizenzierungsverfahren entlastet, die DFL verzichtet auf eine Überprüfung der Liquidität. Aber, ergänzte Seifert, behält sich die DFL vor, "unsere Taktik in der laufenden Partie anzupassen, wenn es irgendwie nötig ist."

Zusammenhalt ist groß

Der DFL-Boss kann dabei auf die Rückendeckung der Klubs zählen, der Zusammenhalt im deutschen Profifußball ist groß. "Die Ligen standen noch nie enger zusammen als derzeit", sagte Seifert. Schließlich sind sich alle Beteiligten einig, dass die Saison - wann auch immer - unter Ausschluss der Öffentlichkeit auch fortgesetzt werden muss.

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Mindestens bis zum Ende der Saison sei es "unrealistisch, davon auszugehen, dass wir nochmal vor vollen Stadien spielen", sagte Seifert. Dies bedeute gleichzeitig aber nicht, "dass es realistisch ist, dass wir im August vor vollen Stadien wieder anfangen."

Alle Gedankenspiele sind freilich nur dann von Wert, wenn die Neuinfektionen zurückgehen und es innerhalb der Vereine keine weiteren positiven Tests gibt. "Wir dürfen nichts tun", forderte Seifert, "um die Gesundheit von Spielern oder sportlichem Personal infrage zu stellen".

Sport-Informations-Dienst (SID)

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