Bundesliga: Niclas Füllkrug mit 16 Saisontreffern Torschützenkönig?

Viel Spektakel, keine Knipser: Winkt Füllkrug das Torjägerkanönchen?

Torjubel von Niclas F..llkrug nach seinem Tor zum 2:2 fotografiert beim Fu..ball Bundesliga Spiel Mainz 05 gegen Werder Bremen am 8.4.2023 in Mainz.
Image: Zum letzten Mal traf Niclas Füllkrug für Werder in einer Bundesliga-Partie am 8. April zum 2:2-Endstand gegen Mainz 05.  © DPA pa

Die Bundesliga hat aktuell den höchsten Torschnitt der Top-5-Ligen. Durchschnittlich fallen 3,12 Treffer pro Partie. Dem gegenüber steht: Es fehlen echte Knipser. Mit bislang lediglich 16 Treffern winkt Bremens Niclas Füllkrug neben dem Torjägerkanönchen auch ein Negativrekord.

Spektakel pur liefert die höchste deutsche Fußballklasse! Schalke ist es zwar gelungen, mit vier aufeinanderfolgenden 0:0-Spielen in dieser Saison einen Rekord aufzustellen, im Regelfall ist die Bundesliga aber ein Torgarant. Fans bekommen im Schnitt über drei Tore pro Partie geboten. Da kann nicht einmal die Premier League mithalten: Hier liegt der Torschnitt bei 2,85. In der Ligue 1 fallen 2,81 Tore pro Spiel, gefolgt von der Serie A mit 2,51 und der La Liga mit 2,49 Treffern pro Spiel.*

Lewandowski weg, Knipser weg

Für Tore und Spektakel stand in den letzten Jahren Robert Lewandowski. Der Ex-Bayern-Star gewann seit der Saison 2017/18 durchgehend den Titel Torschützenkönig. In seiner letzten Spielzeit beim Rekordmeister traf er 35 Mal, ein Jahr zuvor sogar 41 Mal - Rekord in der Bundesliga.

Zum Vergleich: Werder-Profi Niclas Füllkrug kommt derzeit auf 16 Treffer und stellt damit den aktuellen Spitzenreiter in der Torschützenliste. Er könnte damit einen neuen Negativrekord aufstellen: Laut Opta erzielte der beste Torschütze einer BL-Saison noch nie zuvor so wenige Treffer. Fredi Bobic traf 1995/96 17 Mal für den VfB Stuttgart und hält damit zusammen mit Thomas Allofs und Roland Wohlfarth den bisherigen Negativrekord.

Bitte verwende den Chrome-Browser, um unseren Videoplayer mit optimaler Leistung nutzen zu können!

Sky Experte Lother Matthäus könnte sich Niclas Füllkrug in der Premier League vorstellen.

Drei Spieltage stehen zwar noch aus, allerdings ist noch nicht klar, ob Füllkrug sein Torekonto noch groß aufbessern kann. Bereits seit vier Wochen stand der Bremer Angreifer aufgrund von Wadenproblemen nicht mehr bei Pflichtspielen auf dem Platz. Dass ihm aber dennoch der Titel Torschützenkönig winkt, liegt an der wenig treffsicheren Konkurrenz. Die Verfolger Marcus Thuram (Borussia Mönchengladbach), Vincenzo Grifo (SC Freiburg), Christopher Nkunku (RB Leipzig) und Randal Kolo Muani (Eintracht Frankfurt) liegen erst bei 13 Treffern. Wenn keiner der Genannten noch die Torrakete zündet, darf Füllkrug "jubeln".

Hamann: "Es ist in der Ausbildung einiges schiefgelaufen"

In dieser Saison haben bereits 249 Spieler mindestens einen Treffer erzielt. Zu Saisonende gab es nur drei Spielzeiten mit mehr Torschützen. Vorzeigeknipser a la Lewandowski aber fehlen in der Bundesliga. Es stellt sich die Frage, woran liegt es?

Zum News Update: Alle Sport News im Ticker
Zum News Update: Alle Sport News im Ticker

Alle wichtigen Nachrichten aus der Welt des Sports auf einen Blick im Ticker! Hier geht es zu unserem News Update.

"Es geht nicht nur um Stürmer, aber wir haben es nicht geschafft, nach Miroslav Klose einen Stürmer von internationalem Format auszubilden", so Sky Experte Didi Hamann.

Mehr dazu

Man vergisst fast, dass es nicht immer millionenschwere Youngster aus dem Ausland sein müssen, die von den Bundesliga-Klubs nach Deutschland gelockt werden. Hamann verweist in diesem Zusammenhang auf die Defizite in der Nachwuchsarbeit hierzulande: "Wir dürfen unseren Kindern nicht zu viel erklären oder vorgeben, sondern wir müssen sie eigenständig ihr Talent entwickeln lassen. Das ist das größte Problem. Heute werden Zwölf- oder Dreizehnjährigen schon Video-Analysen gezeigt! Die sollen selbst nachdenken! Aber wir nehmen ihnen die Chance, selbst Lösungen zu finden. Das ist der Grund, warum wir in den letzten Jahren so wenige eigenständige und führungsstarke Spieler entwickelt haben."

Gibt es in den Nachwuchsleistungszentren ein Umdenken in diesem Bereich, könnte mittelfristig auch wieder ein Spieler mit Lewandowskis Torqualitäten heranwachsen. Und spätestens dann wird aus dem Torjägerkanönchen auch wieder die Torjägerkanone.

*Quelle: Opta

Mehr zu den Autoren und Autorinnen auf skysport.de

Alle weiteren wichtigen Nachrichten aus der Sportwelt gibt es im News Update nachzulesen.