Bundesliga-Restart: Sky Sport zieht nach vier Geisterspieltagen Bilanz
Auswärts ist Trumpf, Havertz überragt alle - die Bilanz zum Restart
05.06.2020 | 13:04 Uhr
Wie würde die Bundesliga nach zweimonatiger Pause zurückkehren? Spielerisch ist das Niveau ähnlich hoch wie zuvor, vor allem auswärts fühlen sich die Teams zunehmend wohl. Nach vier Spieltagen zieht Sky Sport eine erste Bilanz.
Nicht wenige Experten und Beobachter der Bundesliga befürchteten, dass sich der spielerische Glanz von vor der Corona-Pause nach zwei Monaten ohne Ball in schwere Kost verwandeln könnte. Vier Wochen nach dem Restart wird deutlich: Die Geisterkulisse auf den Rängen schlägt sich nicht wesentlich auf die Leistung der 22 Akteure auf dem Rasen nieder.
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"Mythos Heimfestung" gilt nicht mehr
Sowohl bei physischen Parametern als auch in fußballerischen Gesichtspunkten sind die Leistungen auf ähnlichem Niveau wie vor der Zwangspause. Ob die 3,2 Tore (davor 3,3) oder die 26 Fouls (24) pro Spiel - wenig deutet auf einen Qualitätsabfall in Deutschlands höchster Spielklasse hin. Der Mythos des eigenen Stadions als Festung ist allerdings dahin - in 19 von 37 Spielen gewann das Auswärtsteam.
Der FC Schalke ist desaströs aus der Pause gekommen und hat nach vier Spielen null Punkte auf dem Konto - darunter zwei ernüchternde Heimniederlagen gegen Augsburg (0:3) und Bremen (0:1). Rund 500 Kilometer südlich sieht die Situation deutlich freundlicher aus. Dem FC Bayern gelang mit vier Siegen und zwölf Punkten der perfekte Restart. Auch die Hertha hat sich unter Neu-Coach Bruno Labbadia stabilisiert und zehn Punkte eingefahren.
Dass die Bayern nach Wiederbeginn keinen Zweifel am achten Meistertitel infolge aufkommen lassen, ist eng mit dem Namen Robert Lewandowski verknüpft. Als einziger Spieler des FC Bayern taucht der Pole unter den Top-9 der besten Scorer seit dem Restart auf (vier Tore, kein Assist) und unterstreicht eindrucksvoll seine Bedeutung für den deutschen Rekordmeister.
Leverkusens Havertz in Top-Form
Der überragende Akteur ist bislang aber ein anderer: Leverkusens Kai Havertz, dem man die zehnwöchige Pause kaum anmerkt. Der Youngster macht dort weiter, wo er aufgehört hat - und führt die Werkself mit fünf Toren in den vergangenen vier Spielen fast im Alleingang in die Königsklasse. Dabei kommt dem Spielmacher auch die Tatsache entgegen, dass die Netto-Spielzeit nach Corona minimal gestiegen ist - rund 36 Sekunden länger rollt nun der Ball.
Dennoch oder gerade deswegen sind Teams wie Union Berlin (ein Punkt) oder Mainz 05 (zwei Punkte) mehr schlecht als recht aus den Startblöcken gekommen. Den Abstiegskandidaten fehlt häufig ein Knipser, wie folgende Statistik beweist: Kai Havertz hat mindestens so viele Tore erzielt wie neun der 18 Bundesligisten als Team. Eine irre Saison des Youngsters - egal, ob vor oder nach der Corona-Pause.