Favre und van Bronckhorst werden nicht BVB-Trainer
Auch Bosz und Stöger wackeln
02.06.2017 | 22:21 Uhr
Die Verpflichtung des Favoriten ist geplatzt, jetzt muss Borussia Dortmund einen Außenseiter aus dem Hut zaubern: Nach den gescheiterten Verhandlungen mit Wunschkandidat Lucien Favre muss sich der DFB-Pokalsieger auf der schwierigen Suche nach einem Nachfolger von Thomas Tuchel neu orientieren.
Die französische L'Equipe brachte mit Giovanni van Bronckhorst vom niederländischen Meister Feyenoord Rotterdam einen Überraschungskandidaten ins Spiel. Nach Sky Informationen ist der 42-Jährige aber kein Thema beim BVB.
Peter Bosz (Ajax Amsterdam), Peter Stöger (1. FC Köln), Paulo Sousa (AC Florenz) und David Wagner (Huddersfield Town) werden ebenfalls Chancen eingeräumt. Bosz und Stöger gelten als erste Optionen.
Bis zuletzt hatte der BVB allerdings auf Favre gesetzt, sein Klub OGC Nizza verweigerte dem ehemaligen Trainer von Hertha BSC und Borussia Mönchengladbach aber angesichts eines Vertrags bis 2019 die Freigabe. Selbst eine mögliche Ablösesumme im Bereich von fünf bis zehn Millionen änderte an der Haltung des Champions-League-Teilnehmers nichts. Die Entscheidung stehe fest und sei eindeutig, teilte Nizza in einer Erklärung auf der Vereins-Homepage mit.
Nizza nicht mehr gesprächsbereit
"Das Heft ist für diesen Sommer damit geschlossen", sagte Favres Berater Reza Fazeli der "Sport Bild" und stellte klar: "Lucien Favre hat dem BVB keine Absage erteilt. Fakt ist, dass Nizza keinesfalls mehr gesprächsbereit war. Das mussten wir akzeptieren. Warten wir ab, was in Zukunft passieren wird."
So lange kann der achtmalige deutsche Meister allerdings nicht warten. Sportdirektor Michael Zorc betonte im "kicker"-Interview zwar, "die bestmögliche Lösung und nicht die schnellste" zu finden, doch mit dem neuen Trainer müssen zeitnah Personalien für die neue Saison besprochen werden.
Bosz und Stöger werden gehandelt
Das Anforderungsprofil ist dabei klar. "Wichtig ist uns grundsätzlich immer, dass sich der Trainer komplett auf den BVB einlässt und mit uns gleichgerichtet die Strategie entwickelt. Wichtig ist uns auch, dass wir mit einer Sprache sprechen", sagte Zorc. Das Problem: Die Mehrzahl der Dortmunder Kandidaten stehen allesamt unter Vertrag.
Ajax-Coach Bosz versicherte nach dem verlorenen Europa-League-Finale gegen Manchester United (0:2), beim niederländischen Rekordmeister bleiben zu wollen. Aber selbst, wenn nicht: Sky Experte Erik Meijer bezweifelt, dass Bosz der richtige Trainer für Borussia Dortmund ist.
Auch Köln-Trainer Peter Stöger hat inzwischen Spekulationen über ein vermeintliches Interesse vom Champions-League-Teilnehmer Borussia Dortmund erneut zurückgewiesen. "Es gibt keinen Kontakt zu Borussia Dortmund. Es braucht keiner nervös zu werden", sagte der Österreicher dem "Express" am Freitag: "Nur weil es mehr Leute schreiben, macht es das nicht richtiger."
Wagner bleibt wohl in Huddersfield
Wagner scheint seine Zukunft nach dem sensationellen Aufstieg mit Huddersfield in die Premier League vorerst auf der Insel zu sehen. "Natürlich gehen meine Gedanken nach all dem, was wir in Huddersfield erreicht haben, zu 100 Prozent in Richtung Premier League", hatte Wagner zuletzt im "Sport1"-Gespräch erklärt.
Der Kontrakt des ehemaligen BVB-Spielers Sousa in Florenz endet hingegen, doch der Portugiese gilt als Kandidat Nummer eins beim FC Porto. Das galt Favre bis Freitag in Dortmund auch. (sid)