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Champions League Auslosung: Bayern trifft auf City

Hammer-Los für Bayern: Das macht City alles besser als PSG

Im Viertelfinale der Champions League werden City-Coach Pep Guardiola und Bayern-Trainer Julian Nagelsmann aufeinandertreffen.
Image: Im Viertelfinale der Champions League werden City-Coach Pep Guardiola und Bayern-Trainer Julian Nagelsmann aufeinandertreffen.  © Imago

Gegen Paris St. Germain hatte der FC Bayern insgesamt recht wenig Mühe, sich in der Königsklasse durchzusetzen. Nun wartet im Viertelfinale mit ManCity der nächste Scheichklub samt namhafter Superstars . Im Vergleich zu Paris ist die Guardiola-Elf eine andere Hausnummer.

Das Königsklassen-Duell zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Bayern versprach im Vorfeld viel Spektakel. Doch entgegen der allgemeinen Erwartung war der Champions League-Kracher schlussendlich eine ziemlich klare Angelegenheit, was zum einen an Bayerns abgeklärtem Auftritt und zum anderen an der offensiven Gefahrlosigkeit bei Paris lag.

Champions League Termine 2023: Road to Istanbul

  • Achtelfinals: 14./15. & 21.-22. Februar | 7./8. & 14./15. März 2023
  • Viertelfinals: 11./12. & 18./19. April 2023
  • Halbfinale: 9./10. & 16./17. Mai 2023
  • Finale: 10. Juni 2023, Istanbul

Vor allem das so oft gerühmte Superstar-Trio Kylian Mbappe, Lionel Messi und Neymar blieb über weite Strecken zu blass. Es sei natürlich erwähnt, dass Messi und Mbappe im Hinspiel angeschlagen waren und im Fall des Franzosen sogar zu Beginn auf der Bank war und Neymar im Rückspiel komplett passen musste, aber dennoch hatten die Münchner die Superstars erstaunlich gut im Griff.

Damit schied PSG wieder einmal frühzeitig aus der Königsklasse aus - zur großen Enttäuschung der Vereinsbosse und Fans, die angesichts des Potentials im namhaften Kader und der Investitionen in den vergangenen Jahren um Längen mehr erwartet hatten.

City ein anderes Kaliber als Paris

Bayern durfte mit dem Gesamtergebnis von 3:0 einen verdienten Viertelfinal-Einzug feiern. Dort wartet auf den deutschen Rekordmeister nun der nächste absolute Top-Gegner und Titelanwärter. Manchester City heißt der Kontrahent in den beiden Partien am 11. und 19. April. Coach Julian Nagelsmann und seine Schützlinge dürfen sich auf eine Mammutaufgabe einstellen. Im Gegensatz zu Paris ist City trotz vergleichbarer Scheich-Investitionen und namhafter Stars nämlich ein völlig anderes Kaliber.

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Julian Nagelsmann freut sich über das schwierige Los in der Champions League gegen Manchester City. Er zieht einen Vergleich zu Real Madrid, das im letzten Jahr ebenfalls einen sehr schweren Weg hin zum CL-Titel hatte.

Immerhin haben die Skyblues mit Ex-Münchner Pep Guardiola einen Trainer an der Seitenlinie, der mittlerweile seit rund sieben Jahren im Amt ist. Der Spanier gibt den Citizens seit jeher seine Spielphilosophie an die Hand, durfte den Kader seinen Wünschen entsprechend über Jahre hinweg zusammensetzen und hat mit Akteuren wie Torhüter Ederson, John Stones und Kyle Walker sowie den Dirigenten Rodri, Ilkay Gündogan und Kevin De Bruyne einen Mannschafts-Kern, der dem Team Stabilität verleiht.

Skyblues gereift, PSG ungeduldig

Im Osten Manchesters konnte über Jahre hinweg etwas reifen. Ganz anders als in Frankreichs Hauptstadt, wo in der jüngeren Vergangenheit nicht selten der Eindruck entstand, dass vorschnell und unbedacht gehandelt wird. So hatten im Zeitraum von Guardiolas City-Amtszeit schon vier verschiedene Trainer in Paris die Zügel in der Hand. Weder Unai Emery (von 2016-2018) noch Thomas Tuchel (von 2018-2020) oder Maurico Pochettino (2021-2022) konnten das Team dabei über nationale Titel hinweg zum ersehnten CL-Erfolg bringen.

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Auch Christophe Galtier, aktueller Coach, scheiterte bei seinem ersten Versuch, einen bleibenden Eindruck in dieser Königsklassen-Saison zu hinterlassen. Bleibt der unmittelbare Triumph aus, orientieren sich die Verantwortlichen auf der Trainerposition kurzerhand um. Wie soll bei derartiger Ungeduld langfristige Stabilität im Team entstehen?

Qualitäts-Unterschiede auf der Trainerposition

Im Trainer-Vergleich lässt sich ein weiterer entscheidender Unterschied zwischen den Scheichklubs ausmachen. Guardiola bekommt in Manchester nicht nur mehr Zeit und Vertrauen, sondern hat im Gegensatz zu Galtier viel mehr Erfahrung auf internationalem Niveau. Bei Barcelona, Bayern und City lässt der Spanier seine Taktik schon seit 2008 auf höchstem Level reifen.

Galtier auf der anderen Seite hat seine Philosophie im selben Zeitraum mit Stationen bei AS Saint-Etienne, LOSC Lille und OGC Nizza höchstens auf gutem Ligue 1-Niveau entwickeln können. City hat im Vergleich zu PSG mehr Kontinuität auf der so wichtigen Trainerposition. Darüber hinaus agiert Guardiola deutlich konsequenter als sein französischer Trainerkollege. Passen Spieler nicht optimal in das System des spanischen Übungsleiters, werden sie schlichtweg nicht eingesetzt - unabhängig vom Namen und Status. Das Beispiel Joao Cancelo machte das jüngst einmal mehr deutlich. Guardiolas Spielidee steht bei City über allem.

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Sky Experte Lothar Matthäus bewertet das Champions-League-Los zwischen FC Bayern München und Manchester City, ist aber auch der Meinung, dass sich die Bayern nicht verstecken müssen.

Anders als in Frankreich, wo Galtiers Handlungskonsequenz - vor allem Blick auf die Offensive - beschränkter ist. Sollten Neymar, Messi und Mbappe fit sein, sind sie bedingungslos gesetzt. PSG ist abhängig von seinen Superstars, City von Guardiolas übergeordneter Spielidee. Das ist ein entscheidender Unterschied, der die Engländer näher als die Franzosen ans Weltklasse-Niveau bringt. Eben auch, weil ein Trainer wie Guardiola und nicht Galtier dem Team seine Erfahrung und Ideen an die Hand gibt.

Perspektive vs. Spektakel

Auch in puncto Transfers lassen sich die unterschiedlichen Kader-Konzepte erkennen. Während City bei Neuzugängen darauf achtet, dass diese ihre beste Zeit noch vor sich haben und fast nie Spieler über 30 verpflichtet, sieht das in Paris durchaus anders aus, wenn der Name denn groß genug ist.

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Als Beispiele dienen hier Superstars wie Messi (35, 2021 von Barca gekommen), Sergio Ramos (36, 2021 von Real gekommen) oder Georginio Wijnaldum (32, 2021 von Liverpool gekommen und in dieser Saison an die AS Roma ausgeliehen). City ermöglicht seinen Neuzugängen dagegen, gemeinsam zu wachsen. Spieler wie Erling Haaland (22, im Sommer 2022 vom BVB gekommen), Julian Alvarez (23, im Sommer 2022 von River Plate gekommen) oder Ruben Dias (25, zur Saison 2020/21 von Benfica gekommen) verkörperten bereits zum Transferzeitpunkt pure Weltklasse, werden aber sogar noch besser.

City variabel und unberechenbar

Darüber hinaus wäre da noch die Variabilität. Im Gegensatz zur Pariser Offensiv-Abhängigkeit von Mbappe, Neymar und Messi ist City in allen Teilen der Mannschaft breit aufgestellt. Guardiola kann hinten wie jüngst gegen Leipzig mit der Dreierkette Manuel Akanji, Dias und Nathan Ake oder aber in der etwas defensiveren Variante mit zusätzlichem Außenverteidiger Stones, Walker oder Youngster Rico Lewis als Viererkette spielen lassen.

Im Mittelfeld lenken zumeist Rodri und Gündogan auf der Doppel-Sechs und De Bruyne auf der Acht oder aber Rodri als alleinige Sechs und Gündogan, De Bruyne oder Bernardo Silva im offensiveren Mittelfeld-Part das Spiel. Der Trumpf im City-System ist aber die Angriffs-Reihe. Hier wechseln sich die unterschiedlichen Spielertypen Riyad Mahrez, Jack Grealish, Phil Foden und Silva abwechselnd auf den Außenbahnen ab.

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Vorne wartet dann Vollstrecker Haaland auf die Anspiele seiner Kollegen. Weltmeister Alvarez ist das etwas flexiblere Pendant zu Haaland und eine vollwertige Alternative zum norwegischen Torjäger auf der Mittelstürmer-Position. Dabei fällt auf, dass Guardiola so gut wie nie die gleiche Startelf in zwei aufeinanderfolgenden Partien auf das Feld schickt. Der breite Kader macht das möglich und seine Systeme bieten hohe Variabilität. Genau das macht City so derartig unberechenbar und gefährlich.

Für Bayern das Hammer-Los

Schlussendlich lässt sich noch anführen, dass City im Vergleich zu Paris in der Liga Woche für Woche gefordert ist. Die Spieler wissen also, wann das absolute Leistungsmaximum erbracht werden muss. PSG hat dieses Pensum in der Ligue 1 nicht und kann sein bestes Spiel - wie gegen Bayern - daher vielleicht nicht immer punktgenau abrufen.

Die Summe dieser Punkte macht deutlich, dass trotz ähnlich finanzstarkem Rückhalt große Unterschiede im Vergleich der Scheichklubs bestehen. Das Konzept "Superstars" von Paris macht sich auf internationaler Bühne weiterhin nicht bezahlt, PSG tritt auch in dieser Saison auf der Stelle.

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Die Verantwortlichen in Manchester auf der anderen Seite arbeiten bedacht und stabil. Bei City konnte über Jahre hinweg etwas wachsen, die Balance aus Mannschafts-Kern und sinnvollen Verstärkungen stimmt und Guardiolas aufgereifte Spielidee scheint dieser Tage nahezu perfekt mit dem Kader zu matchen.

In seinem siebten Jahr bei den Skyblues stehen die Zeichen auf den ersehnten Triumph in der Königsklasse deshalb vielleicht besser denn je. Auf Bayern wartet mit City eine deutlich schwierigere Aufgabe als mit PSG. Die Münchner haben ein Hammer-Los erwischt, das Duell gegen Manchester ist ein vorgezogenes Endspiel der Königsklasse.

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