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Die wichtigsten Fragen und Antworten

Champions League: Droht Manchester City der Ausschluss?

Sky Sport / Sport-Informations-Dienst (SID)

15.05.2019 | 14:19 Uhr

Manchester City um Raheem Sterling droht offenbar ein Ausschluss aus der Champions League.
Image: Manchester City um Raheem Sterling droht offenbar ein Ausschluss aus der Champions League. © Getty

Manchester City droht nach Verstößen gegen die Financial-Fair-Play-Regeln offenbar der Ausschluss aus der Champions League. Sky Sport klärt die wichtigsten Fragen.

Was wird Manchester City vorgeworfen?

Im Kern wird dem englischen Meister vorgeworfen, die UEFA irregeführt und gegen die Regeln des Financial Fair Play verstoßen zu haben.

Der Anstoß kam durch die Football-Leaks-Veröffentlichungen. Die Enthüllungsplattform hatte Ende des vergangenen Jahres anhand von E-Mails und internen Klub-Dokumenten unlautere finanzielle Aktivitäten der Skyblues aufgedeckt. City-Eigentümer Scheich Mansour Bin Zayed Al Nahyan soll über Jahre verschleierte Zahlungen an den Verein geleistet haben. Dies geht aus Dokumenten des Magazins Spiegel und des Recherchenetzwerks EIC hervor.

Abgewickelt worden sei der Betrug mit Sponsoren, die viel weniger bezahlt haben sollen als im Vertrag festgeschrieben war. Die Differenz sei aus dem Privatvermögen des Scheichs geflossen.

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Was ist daran falsch?

Die Financial-Fair-Play-Regeln der UEFA sollen die finanzielle Gesundheit des europäischen Klubfußballs verbessern und sicherstellen, dass die Ausgaben der Vereine für Spieler und Gehälter in etwa dem entsprechen, was sie an kommerziellen Einnahmen und Preisgeldern verdienen.

Kurzum: Die Klubs dürfen nicht mehr ausgeben, als sie einnehmen. Dadurch soll verhindert werden, dass Klubbesitzer zu viel persönliches Vermögen in einen Verein pumpen. Wenn also festgestellt werden würde, dass die City-Besitzer verschleierte Zahlungen an den Verein geleistet haben, wäre dies ein Verstoß gegen die Regeln.

Was ist neu in dem Artikel der New York Times?

Die New York Times hatte am Montag nun berichtet, dass nach Abschluss der Untersuchung der Finanzkontrollbehörde der Europäischen Fußball-Union (UEFA) erwartet werde, dass eine Empfehlung zum Ausschluss des Scheich-Klubs von der Champions League ausgesprochen werde.

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Demnach sollen sich die Mitglieder der Finanzbehörde vor zwei Wochen in der UEFA-Zentrale im schweizerischen Nyon getroffen haben, um die Untersuchungsergebnisse zu finalisieren. Es wird eine Empfehlung erwartet, die einen Ausschluss des Teams von Teammanager Pep Guardiola von mindestens einer Spielzeit fordert. Yves Leterme hat als Leiter der Untersuchung das letzte Wort, die endgültige Empfehlung soll noch im Laufe dieser Woche folgen.

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Wie wahrscheinlich ist ein Champions-League-Ausschluss?

Schwer einzuschätzen, da das Panel nur empfehlen kann, dass City aus der Champions League ausgeschlossen wird. Die endgültige Entscheidung wird von der Schiedsrichterkammer der UEFA-Finanzkontrollstelle getroffen.

Für wie lange und wann würde das Verbot umgesetzt werden?

Für mindestens eine Saison. Das Verbot könnte bereits für die kommenden Auflage der Champions League ausgesprochen werden, doch da die Qualifikationsspiele bereits im Juni starten, wäre ein CL-Ausschluss für die Spielzeit 2020/21 wahrscheinlicher.

Was würde mit dem vierten CL-Platz passieren?

Sollte das Verbot für diese Saison verhängt werden, würde das fünftplatzierte Arsenal in die Champions League rücken. Die Gunners könnten sich auch noch mit einem Sieg in der Europa League für die Königsklasse qualifizieren. Dann würde der Tabellen-Sechste Manchester United theoretisch gesehen den Champions-League-Platz belegen.

Sollte der Ausschluss erst für die übernächste Saison gelten und City in der Tabellen unter den ersten Vier landen, dann würde der Tabellenfünfte nachrücken.

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Pep Guardiola schaut direkt nach dem Meistertitel schon wieder nach vorne. Der Manchester-City-Trainer machte auch schon wieder Kampfansagen für die nächste Saison.

Wie reagiert City?

Am Dienstag reagierten die Citizens mit scharfer Kritik. Hinter dem Bericht der New York Times würde die Absicht stecken, "den Ruf des Klubs und seine kommerziellen Interessen zu schädigen".

Desweiteren teilte der englische Meister mit, dass man voll und ganz mit der UEFA-Finanzkontrollbehörde (CFCB IC) kooperiere und sich auf "die Unabhängigkeit der CFCB IC und deren Verpflichtung zu einem ordnungsgemäßen Verfahren" verlasse.

Würde City in Berufung gehen?

Davon ist auszugehen. In ihrem Streben nach der internationalen Krone werden die City-Verantwortlichen nichts unversucht lassen, um eine Europacup-Sperre zu umgehen. Bei einer Verurteilung gilt ein Einspruch vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS als sehr wahrscheinlich.

Nach Informationen von Sky Sport UK hat City bereits die Dienste einiger der besten Sportanwälte der Welt in Anspruch genommen.

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Gab es so eine Bestrafung vorher schon einmal?

Nein, in dieser Form würde die UEFA erstmals einen Topklub wegen unlauteren Finanzgebarens aus der Königsklasse ausschließen.

2014 war Manchester City wegen ähnlicher Vorwürfe genau wie Paris St. Germain zu einer Geldstrafe in Höhe von 20 Millionen Euro bestraft worden. Nach Informationen des Magazins Spiegel soll sich der heutige FIFA-Präsident Gianni Infantino damals in seiner Funktion als UEFA-Generalsekretär für eine mildere Strafe der beiden aus der Golfregion alimentierten Spitzenvereine eingesetzt haben.

Frankreichs Serienmeister PSG steht derzeit unter strenger Aufsicht der UEFA und muss Auflagen erfüllen. Der zweijährige Ausschluss des AC Milan für internationale Spiele wurde wieder aufgehoben und bis 2021 auf Bewährung ausgesetzt.

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Sport-Informations-Dienst (SID)

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