Dayot Upamecano von RB Leipzig: Transferziel des FC Bayern, Real Madrid und Barcelona
Upamecano im Blick: Das macht ihn bei Top-Klubs so begehrt
03.05.2020 | 23:53 Uhr
Dayot Upamecano steht nach Sky Informationen vor einer Vertragsverlängerung bei RB Leipzig, um bei den Sachsen die nächsten Entwicklungsschritte zu gehen. Sky Sport wirft einen Blick auf den jungen Franzosen, zeigt seine Stärken auf und nennt die Bereiche, in denen er noch Luft nach oben hat.
Der FC Bayern München, Real Madrid und der FC Barcelona - die Liste der Vereine, die sich für Leipzigs Innenverteidiger Dayot Upamecano interessieren, könnte kaum namhafter sein. Doch auch wenn die Creme de la Creme des europäischen Fußballs ruft, wird der 21-jährige Franzose nach Sky Informationen einen neuen Vertrag - mit einer Ausstiegsklausel für 2021 - bei RB unterzeichnen und somit mindestens auch in der kommenden Saison für die Sachsen auflaufen, um dort in seinem bekannten Umfeld die nächsten Entwicklungsschritte zu gehen.
Doch in welchen Bereichen hat der bullige Innenverteidiger, der in Leipzig zu den absoluten Leistungsträgern und Stammspielern gehört, noch Luft nach oben? Und wo gehört er bereits zu den Besten? Sky Sport macht den Datencheck und zieht einen Vergleich zu den Bayern-Innenverteidigern.
Für zehn Millionen Euro von Salzburg nach Leipzig
Vor dem Blick auf die aktuellen Zahlen Upamecanos springen wir in der Zeitachse einmal kurz zurück. Im Januar 2017 wechselte der französische U21-Nationalspieler für zehn Millionen Euro von RB Salzburg nach Sachsen - eine Summe, die für heutige Verhältnisse in der Fußballbranche in die Kategorie "bescheiden" einzuordnen ist.
Trotz seines jungen Alters - der Franzose wechselte im Alter von 18 Jahren innerhalb des Red-Bull-Universums - kam Upamecano schnell bei den Sachsen an. Sein damaliger Trainer Ralph Hasenhüttl verhalf ihm in einer Halb-Saison zu zwölf Einsätzen in der Bundesliga - sechs davon über die gesamte Spielzeit.
Elfmeter-Verursacher: Upamecano stellt größte Schwäche ab
In den anschließenden beiden Spielzeiten etablierte sich Upamecano vollends in der sächsischen Innenverteidigung, schnupperte erstmals Champions- und Europa-League-Luft und kam in diesen zwei Jahren wettbewerbsübergreifend auf stolze 63 Pflichtspieleinsätze für RB - und das trotz einer langwierigen Knieverletzung, die ihn im Saisonendspurt 18/19 außer Gefecht setzte.
Doch je mehr Upamecano spielte, desto offensichtlicher wurde auch eine seiner Schwächen. In den zahlreichen Zweikämpfen wusste er seinen bulligen Körper nicht immer geschickt einzusetzen - im Gegenteil: gerade im Strafraum zeigte sich seine Unerfahrenheit, immerhin verschuldete er in den angesprochenen beiden Saisons insgesamt fünf Elfmeter - Liga-Höchstwert in diesem Zeitraum. Diese - seine größte - Schwäche hat der junge Franzose aber mittlerweile abgestellt. In der aktuell unterbrochenen Spielzeit griff er im Strafraum kein einziges Mal unfair ein.
Balleroberer Upamecano mit Liga-Bestwert
Ebenfalls hervorzuheben ist Upamecanos Stärke bei den Balleroberungen. In dieser Saison gewinnt der Franzose das Leder pro Spiel im Schnitt neunmal und liegt damit im Vergleich zu Bayerns potentiellen Innenverteidigern teils deutlich in Front: David Alaba (8), Javi Martinez (7), Jerome Boateng (6), Niklas Süle (5), Benjamin Pavard (5) und Lucas Hernandez (5). Insgesamt kommt Upamecano auf 187 Balleroberungen - Bestwert aller Bundesliga-Profis.
Auch im Bereich Laufleistung steht Leipzigs Innenverteidiger im Vergleich zu seinen Bayern-Konkurrenten weit vorne. Während er sich beim Top-Speed mit 34,3 km/h lediglich Niklas Süle (35,0 km/h in der Vorsaison) geschlagen geben muss, liegt bei den gelaufenen Kilometern pro Partie (10,8) nur Benjamin Pavard (11,0) vor ihm - allerdings agierte sein Landsmann überwiegend auf der Rechtsverteidigerposition, die bekanntlich laufintensiver ist als dies im Zentrum der Fall ist. Somit muss man diese Statistik in Relation sehen.
Upamecano hinkt im spielerischen Vergleich etwas hinterher
Doch mit erst 21 Jahren ist und kann Upamecano noch kein vollkommener Innenverteidiger sein. So hat der Franzose in einigen Bereichen Ausbau- und Entwicklungspotential - zum Beispiel beim Spielerischen.
Dort agieren die Bayern-Verteidiger noch einmal auf einem anderen Level. Alle Münchner Innenverteidiger bzw. diejenigen, die diese Position in dieser Saison schon bekleidet haben, hatten mehr Ballaktionen, spielen mehr Pässe pro 90 Minuten und weisen eine bessere Passquote auf. Allerdings muss dabei berücksichtigt werden, dass der FC Bayern einen dominanteren Spielstil als RB Leipzig an den Tag legt, wodurch die Statistik beeinflusst wird. Dennoch lässt sich festhalten, dass Upamecano im spielerischen Bereich unter Julian Nagelsmann in dieser Saison nochmals einen Sprung gemacht und sich weiterentwickelt hat.
Torgefahr? Fehlanzeige! - Zweikampfquote? Ausbaufähig
Ebenfalls ausbaufähig ist seine Torgefahr. Von allen betrachteten Innenverteidigern gelangen nur Upamecano, Martinez und Hernandez weder ein Tor noch eine Vorlage in dieser Pflichtspielsaison. Leipzigs Abwehrchef wartet gar schon seit dem 34. Spieltag der Saison 2017/18 auf einen eigenen Treffer. Ein Assist fehlt sogar gänzlich in seiner 104 Pflichtspiele umfassenden Leipzig-Vita.
Für einen dauerhaften Stammplatz bei einem der ganz großen Vereine, die eingangs aufgezählt wurden, fehlt Upamecano zudem noch die letzte Entschlossenheit und das letzte Quäntchen Durchsetzungsvermögen im Zweikampf. Mit 62 Prozent gewonnener Zweikämpfe insgesamt und 62 Prozent in der Luft entscheidet der Franzose somit nicht ganz zwei von drei Privat-Duelle für sich. Im Vergleich liegt er zwar vor Alaba und Pavard sowie auf Augenhöhe mit Boateng und Hernandez, aber dafür deutlich hinter Süle und Martinez. Fazit: auch hier gibt es Luft nach oben.
Transfer von Upamecano: Klopfen Bayern, Real und Barca 2021 an?
Insgesamt verraten die Zahlen aber, dass Upamecano bereits jetzt durchaus ein Kandidat für einen noch ambitionierteren Klub wäre. Mit Julian Nagelsmann hat der Franzose in Leipzig aber einen Trainer, der in der Vergangenheit bereits bewiesen hat, Spieler nicht nur mannschafts-taktisch, sondern auch individuell weiterentwickeln zu können. Somit dürfte eine Vertragsverlängerung und damit eine weitere Saison in der er auch weitere Champions-League-Erfahrungen sammeln kann, der richtige Schritt sein.
Vollzieht Upamecano dabei auch in seinen schwächeren Bereichen eine Steigerung, dürfte bezüglich einer Verpflichtung des Franzosen der Weitblick der großen Klubs in Richtung Sommer 2021 wandern - Stichwort Ausstiegsklausel ...