Deutscher Trainer Danny Röhl überzeugt bei den Glasgow Rangers
Die Glasgow Rangers erlebten einen miserablen Saisonstart, es fegte ein Sturm durch die schottische Großstadt. Seit dem Trainerwechsel hin zu einem langjährigen Assistenten von Hansi Flick hat sich der Wind gedreht.
01.03.2026 | 09:49 Uhr
Am 20. Oktober vergangenen Jahres übernahm Danny Röhl den Traditionsklub. Der gerade mal 36 Jahre junge Fußballlehrer brachte auf Anhieb den Erfolg zurück ins Ibrox Stadium und siegte sich in die Herzen der Fans.
Vor wenigen Monaten war alles bei weitem nicht so rosig wie aktuell beim schottischen Spitzenklub. Dieser taumelte durch die Liga, gewann gerade mal eines seiner ersten sieben Partien. Trainer Russell Martin, der erst im Sommer geholt worden war, bekam den Frust der Anhängerschaft zu spüren und musste bei seinem letzten Auswärtsspiel gar unter Polizeischutz die Arena verlassen. Der Verein befand sich am Tiefpunkt.
Gemeisterter Abstiegskampf in Sheffield
Die Verantwortlichen reagierten und setzten Russell vor die Tür. Der Nachfolger sollte für die Fans der "Light Blues" ein gänzlich unbeschriebenes Blatt sein: Danny Röhl wurde mit der Aufgabe vertraut, die Rangers wieder auf Kurs zu bringen. Danny wer?
Als Spieler war der junge Deutsche bis zu seinem frühen Karriereende schließlich nur im Amateurbereich aktiv, und als Chefcoach zuvor lediglich beim englischen Zweitligisten Sheffield Wednesday in Erscheinung getreten. Den traditionsreichen Pleite-Klub bewahrte Röhl zwischen 2023 und 2025 unter widrigen Umständen zweimal sensationell vor dem Absturz in die Drittklassigkeit.
Aufbruchstimmung statt Tristesse
Es folgte also ein weiteres Abenteuer auf der Insel. Bisweilen ein überaus erfolgreiches. Der gebürtige Zwickauer schaffte es, das Ruder herumzureißen und nach einer Phase voller Tristesse wieder eine Aufbruchstimmung rund um das Ibrox Stadium zu entfachen. Der vielseits bemühte Trainer-Effekt ist bis heute noch nicht verpufft, Röhl mutierte zum Publikumsliebling.
In 20 Partien der Scottish Premiership musste er mit seiner Mannschaft, die er meist wahlweise im 4-2-3-1 oder 3-4-2-1-System aufs Feld schickt, gerade mal eine Niederlage hinnehmen - kurz vor Weihnachten bei Überraschungs-Spitzenreiter Hearts of Midlothian (1:2). Seine überragende Ausbeute: 47 Punkte und ein beeindruckender Schnitt von 2,35 Zählern pro Partie. Während die Rangers bei der Ankunft des Trainer-Newcomers Ende Oktober noch satte 13 Punkte hinter dem Primus lagen, ist der Rückstand auf die Hearts mittlerweile erheblich geschrumpft (4). Serien-Champion und Erzrivale Celtic Glasgow wurde bereits überholt. Der Traum vom ersten Titel seit 2020/21 lebt wieder beim 55-fachen Meister. In der Europa League gelang eine ähnliche Aufholjagd nicht. Das frühzeitige Ausscheiden konnte Röhl nicht mehr verhindern.
Lehrmeister wie Rangnick, Kovac oder Flick
Gestartet war dessen Trainer-Märchen im Jahr 2010. Nach seinem frühen Karriereende verschlug es den damals 20-Jährigen zu RB Leipzig. Bei den Sachsen arbeitete er bis 2018 als Videoanalyst und Co-Trainer, sowohl im Jugendbereich als auch in der ersten Mannschaft. Es folgte zunächst ein halbjähriges Intermezzo beim FC Southampton in der Premier League als Assistent von Ralph Hasenhüttl (2018/19), ehe sich in gleicher Funktion die prestigeträchtigen Stationen beim FC Bayern und der deutschen Nationalmannschaft anschlossen - für jeweils rund zwei Jahre.
Röhl lernte von gestandenen Trainern wie Ralf Rangnick, Niko Kovac und sogar Hansi Flick, hielt sich allerdings noch im Schatten dieser Branchengranden auf. In Glasgow trat er nun erstmals ins Rampenlicht. Am kommenden Wochenende werden die Scheinwerfer besonders auf ihn und den Rangers Football Club gerichtet sein.
Wo führt Röhls Weg hin?
Das brisante "Old Firm" gegen Stadtrivale Celtic steht an (Sonntag, 13 Uhr). Für Trainer-Juwel Röhl und seine Mannschaft um den im Winter von Hansa Rostock verpflichteten Stürmer Ryan Naderi eine perfekte Gelegenheit, zu Helden zu werden auf dem Weg zum lang ersehnten Titel. Es wäre der Höhepunkt Röhls Karriere als Chefcoach, die noch lange nicht am Ende zu sein scheint.
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