DFB-Frauen: Media Day - bemerkenswerter Auftritt der Bundestrainerin
Media Day der DFB-Frauen: "Speed Dating" & beachtliche "MVT"-Bitte
26.06.2023 | 21:40 Uhr
Beim Media Day der DFB-Frauen in Herzogenaurach standen die Nationalspielerinnen Rede und Antwort. Der Auftritt der Bundestrainerin zeugt von Größe.
Bevor der Media Day der deutschen Fußballerinnen im Gebäude "Halftime" auf dem Gelände des DFB-Ausrüsters Adidas in Herzogenaurach am Montagnachmittag losging, wollte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg noch etwas loswerden. "Ich habe eine Bitte, die kommt wirklich aus dem Herzen", begann die 55-Jährige ihre Ausführungen gegenüber den anwesenden Journalisten. Man solle die "Abstellung der Spielerinnen des FC Bayern München nicht mehr thematisieren".
Die fünf Münchner Nationalspielerinnen Lea Schüller, Klara Bühl, Lina Magull, Carolin Simon und Sydney Lohmann waren erst drei Tage nach dem Start der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft (20. Juli bis 20. August) in Australien und Neuseeland in Herzogenaurach eingetroffen. Der deutsche Meister hatte darauf bestanden.
Das Vorgehen des FC Bayern war beim Deutschen Fußball-Bund, der den Münchnern Wortbruch vorgeworfen hatte, schon vor Wochen auf großen Ärger gestoßen.
Der kurze, aber deutliche Auftritt Voss-Tecklenburgs hinterließ Eindruck. So etwas kommt schließlich nicht alle Tage vor. Er zeugt auch von Größe.
Voss-Tecklenburg hinterlässt Eindruck
Die Journalisten taten der Bundestrainerin in den anschließenden "Speed-Datings" mit den Nationalspielerinnen den Gefallen. Klar wurde in den vielen Gesprächen mit den Akteuren, wie groß die Vorfreude auf die Jagd nach dem dritten WM-Stern ist.
Positive Stimmung wurde an den zahlreichen Gesprächstischen verbreitet. Die Lust nach der überzeugenden EM im vergangenen Jahr, die beinahe mit dem Titel geendet hatte, nun noch einen draufzusetzen, ist jeder Einzelnen deutlich anzumerken.
Befragt worden sind die Protagonisten am Montag aber auch noch mal zu der Prämienregelung, nachdem der DFB bestätigt hatte, dass die üppigen Zahlungen der FIFA keine zusätzliche Zahlung erfordern. Für den WM-Titel in Australien und Neuseeland würden Kapitänin Alexandra Popp und Co. jeweils 270 000 Dollar (252 000 Euro) bekommen. Bei den deutschen Männern waren im vergangenen Jahr vom DFB für einen Triumph in Katar 400 000 Euro ausgelobt worden.
Zuversichtlich ist Popp derweil bei der Weltmeisterschaft ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz setzen zu dürfen. "Wir haben das mit der Regenbogenbinde thematisiert, dass wir sehr gerne damit spielen wollen", sagte Popp und ergänzte: "Wir sind in echt guten Gesprächen mit der FIFA, was ich schon mal schön finde - weil ich das Gefühl hatte, dass es bei den Männern völlig weggehalten wurde."
Der Fußball-Weltverband stünde der Thematik wesentlich offener gegenüber als bei der Männer-WM Ende 2022 in Katar. Dort hatte es eine große Kontroverse um die One-Love-Binde gegeben, die die FIFA verboten hatte.
Finaler Kader wird im Juli benannt
Nach rund 90 Minuten war die Fragerunde für die DFB-Frauen zu Ende. Für einige Spielerinnen ging es im Anschluss noch in den nahe gelegenen Nike Factory Store.
Für wen es letztlich zur WM gehen wird, ist noch nicht entschieden. Nach dem zweiten Testspiel am 7. Juli (20.30 Uhr) in Fürth gegen Sambia und dem Ende der zweiten Vorbereitungsphase (1. bis 8. Juli) wird das endgültige Aufgebot benannt.
Der Kader wird von der Bundestrainerin dann von 28 Akteurinnen auf 23 reduziert; mehr dürfen laut FIFA-Statuten bei der WM nicht gemeldet werden. Der Abflug nach Australien ist für den 11. Juli geplant.
Das erste Gruppenspiel steht am 24. Juli in Melbourne gegen Marokko an (10.30 Uhr MESZ), ehe es dann gegen Kolumbien und Südkorea geht. In Gruppe H geht Deutschland als klarer Favorit ins Rennen.
"Ich möchte den Titel holen. Wir haben die Qualität dazu", hatte Popp bei der Auftakt-Pressekonferenz in Herzogenaurach bereits angekündigt.
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