DFB-Team News: Neulinge Adeyemi, Raum & Schlotterbeck im Portrait
Adeyemi, Raum & Schlotterbeck: Das sind die Neuen beim DFB-Team
02.09.2021 | 22:58 Uhr
Karim Adeyemi, David Raum und Nico Schlotterbeck wurden von Bundestrainer Hansi Flick für die kommenden Länderspiele nominiert. Sky Sport stellt die Youngster vor.
Sie sind Neulinge beim DFB und doch keine Unbekannten. Hansi Flick hat Karim Adeyemi, David Raum und Nico Schlotterbeck erstmals für die deutsche Nationalmannschaft berufen. Das Trio gehört zum Kader für die Spiele gegen Liechtenstein (Donnerstag, Flicks erste DFB-Aufstellung: Ohne Reus & mit einem Debütanten?), Armenien (Sonntag) und Island (Mittwoch). Sky Sport bringt Euch die drei Spieler etwas näher.
David Raum
Der 23-Jährige ist gelernter Mittelfeldspieler, mauserte sich aber bei Greuther Fürth unter Coach Stefan Leitl zum Linksverteidiger. In der Vorsaison trug der gebürtige Nürnberger mit 15 Torvorlagen maßgeblich zum Fürther Aufstieg bei. Das blieb nicht unbemerkt. Vor dieser Saison folgte der Wechsel aus Franken in den Kraichgau zur TSG 1899 Hoffenheim.
Zwei verpasste Anrufe von Flick
Dort hat er sich bereits gut eingefügt und stand in allen drei bisherigen Bundesliga-Spielen auf dem Platz. Seine Nominierung für die Nationalmannschaft war eine schwierige Geburt. Raum verriet bei DAZN, dass er erst nach zwei verpassten Anrufen von Flick zurückgerufen habe.
"Man kennt das nur aus Erzählungen, aber wenn man dann selber dran ist, ist das mega", sagte der Hoffenheimer. Erfahrungen im DFB-Trikot hat er schon gesammelt. Raum wurde mit der U21 in diesem Sommer Europameister und war auch bei Olympia im Einsatz. Nun hat er den Sprung zur A-Nationalmannschaft geschafft. Unter Flick könnte Raum - perspektivisch gesehen - als Alternative zu Robin Gosens auf der linken Seite werden.
Nico Schlotterbeck
Wie Raum wurde auch Schlotterbeck im Sommer mit der U21 Europameister. Seit dieser Saison spielt der 21-jährige Innenverteidiger nach einer Leihe zu Union Berlin wieder für den SC Freiburg. Für Aufsehen sorgte er vor allem am zweiten Spieltag, als er Dortmunds Top-Stürmer Erling Haaland an die Kette legte (Freiburg siegte 2:1). Damit dürfte er sich endgültig in der Abwehr der Breisgauer festgespielt haben.
Schlotterbeck ist mit einer Größe von 1,91 Metern sehr kopfball- und zweikampfstark und verfügt über ein gutes Aufbauspiel. Dass er Linksfuß ist, könnte zudem ein Plus im DFB-Team sein. Unter den aktuell nominierten Innenverteidigern hat er damit ein Alleinstellungsmerkmal.
Streich überrascht von Nominierung
Die Nationalmannschafts-Nominierung kam für Schlotterbecks Trainer Christian Streich etwas überraschend. "Ich war schon auch verwundert als der Hansi mich angerufen hat, dass er ihn dazunimmt, aber er hat es sich verdient", sagte der Trainer in der ARD. Für seinen Schützling war die Berufung wohl auch unerwartet. Denn ähnlich wie bei Raum blieben die ersten Versuche der Kontaktaufnahme durch den Bundestrainer erfolglos. "Ich habe mittags zurückgerufen und war überrascht, wer dran war", sagte Schlotterbeck den klubeigenen Medien.
Der 21-Jährige hat auch noch einen Bruder: Keven Schlotterbeck (24 Jahre alt). Er steht ebenfalls beim SC Freiburg unter Vertrag, ist aber im Gegensatz zu Nico kein Stammspieler. "Es ist nicht so einfach mit zwei Brüdern in einer Mannschaft, die beide ehrgeizig und jung sind", meint Streich.
Karim Adeyemi
Der Mittelstürmer ist mit 19 Jahren der jüngste der drei Neulinge unter Flick. Seine Karriere hat einen etwas unkonventionellen Weg genommen. Der Sohn einer rumänischen Mutter und eines nigerianischen Vaters wuchs in München auf. In der Jugend spielte er zunächst für Forstenried und kam dann zum FC Bayern. Dort blieb er allerdings nicht lange. Wegen anhaltender Disziplinlosigkeiten flog er beim deutschen Rekordmeister raus. Adeyemi schloss sich der SpVgg. Unterhaching an.
Vor den Toren der bayerischen Landeshauptstadt reifte der Youngster fußballerisch, aber auch menschlich. Sein damaliger Mentor Manfred Schwabl erinnert sich. "Als ich ihn das erste Mal auf dem Platz gesehen habe, war sofort klar, dass er eine Vollbombe werden kann, weil er ein brutales Tempo hat. Das hat man damals schon gesehen, als er gegen Ältere gespielt hat", sagt der Präsident der SpVgg. Unterhaching im Sky Interview.
Für viel Geld nach Salzburg
Der Youngster wurde in der Jugend von Unterhaching zur One-Man-Show. "Als er damals Bayern und 1860 im Merkur Cup praktisch im Alleingang abgeschossen hat und wir gewannen, war klar, dass da was entstehen kann", so Schwabl.
Der Weg führte den Jugendspieler aus Unterhaching zu RB Salzburg. Die Österreicher blätterten drei Millionen Euro für ihn hin. Im ersten Jahr wurde Adeyemi nach Liefering verliehen, mittlerweile geht er aber in der Mozartstadt wieder auf Torejagd - und wie! In der laufenden Saison hat er in sechs Liga-Einsätzen sechs Mal getroffen.
Wird Adeyemi der nächste deutsche Top-Stürmer?
"Er hat einen brutalen linken Fuß und Spielwitz", beschreibt Schwabl die Stärken des 1,80 Meter großen Angreifers. Der U21-Europameister deutet zumindest das Potenzial an, der nächste deutsche Mittelstürmer auf absolutem Top-Niveau zu werden. "Er hat die große Gabe, dass wenn er dreimal vor dem Tor nicht trifft, dass er es 14 oder 15-mal immer wieder probiert. Das macht die großen Stürmer aus", schwärmt Schwabl.
Für Adeyemi geht es in den kommenden Länderspielen erstmal darum, sich bei der Nationalmannschaft einzugewöhnen. "Ich war absolut nervös und habe angefangen zu stottern", sagte der 19-Jährige bei Sky zu seiner Nominierung. "Zurzeit gehen nur Träume in Erfüllung. Es ist der absolute Wahnsinn."