DFL News: Seifert über Rückkehr von Zuschauern, Wechsel & andere Beschlüsse
Zuschauer-Rückkehr? Seifert sieht keine "Wettbewerbsverzerrung"
04.09.2020 | 14:11 Uhr
Die DFL und der DFB wollen sich mit einer siebenstelligen Summe in der Coronaforschung engagieren, um Rückschlüsse über eine mögliche Rückkehr von Zuschauern zu erhalten. Einen Vorteil für gewisse Klubs sieht Christian Seifert nicht und klar ist zudem: Es bleibt bei fünf Wechseln.
Wie Geschäftsführer Christian Seifert im Anschluss an die außerordentliche Mitgliederversammlung der DFL am Donnerstag mitteilte, engagieren sich DFL und DFB ab sofort in drei verschiedenen wissenschaftlichen Studien. Alle sollen dazu beitragen, besser zu verstehen, wie Zuschauer mit möglichst geringem Risiko wieder in die Stadien zurückkehren können.
Untersuchung von Ansteckungsmöglichkeiten bei verschiedenen Zuschauerszenarien
Die drei Studien unterscheiden sich substanziell voneinander und sollen sich gegenseitig ergänzen. Unter anderem untersucht eine die Ansteckungsmöglichkeiten bei verschiedenen Zuschauerszenarien, eine andere beschäftigt sich mit Möglichkeiten zur Präventionsverbesserung.
Die Studien sollen schnellstmöglich anlaufen, bestenfalls bereits mit dem Start der Bundesliga. Über den genauen Inhalt der Studien will die DFL zu einem späteren Zeitpunkt genauer informieren.
Die Rückkehr von Fans könne aber auch "ein ganz wichtiges und sehr positives Zeichen sein. Ein Zeichen, dass sich tausende Menschen sehr wohl an Hygieneregeln halten wollen und halten können", sagte Seifert.
Seifert: "Keine Wettbewerbsverzerrung"
Die unterschiedlichen Verfügungslagen zur Zulassung von Zuschauern sind für die 36 Profifußball-Vereine aktuell für Seifert zudem keine Wettbewerbsverzerrung. "Ich würde das scharfe Schwert der Wettbewerbsverzerrung mal stecken lassen, aber das hat heute auch keiner gezogen", so der DFL-Boss.
"Das trifft für mich auch nicht den Kern." Selbst mit einigen Zuschauern werde wegen der Corona-Pandemie unter sehr besonderen Voraussetzungen gespielt. "Ich finde es viel zu hoch geschossen, von Wettbewerbsverzerrung zu sprechen", sagte Seifert.
In Leipzig hatten die zuständigen Behörden am Dienstag grünes Licht für die Zulassung von bis zu 8500 Zuschauern bei Heimspielen von Bundesligist RB gegeben. In Berlin sieht die Corona-Verordnung bis zu 5000 Fans vor.
In anderen Bundesländern werden dagegen keine oder nur wenige Hundert Zuschauer zugelassen. "Grundsätzlich" sei die DFL dafür, dass es zu einer «bundeseinheitlichen Regelung» kommt, sagte Seifert. Das sei bei der Mitgliederversammlung kein Streitthema gewesen.
Weiter fünf Wechsel
Den Mannschaften der Bundesliga und der 2. Liga werden zudem auch in der kommenden Saison fünf Auswechslungen zur Verfügung stehen.
Das beschlossen die Vertreter der 36 Profiklubs bei der virtuellen Versammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Donnerstag. Damit wird die Regelung verlängert, die seit dem Neustart der vergangenen Spielzeit gilt.
Bereits Anfang der Woche hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) entschieden, im DFB-Pokal der Männer und Frauen, der Frauen-Bundesliga sowie der 2. Frauen-Bundesliga weiterhin fünf Wechsel zu erlauben. Nicht zur Anwendung kommt die Regelung dagegen in der 3. Liga. Die Klubs und der Ausschuss hatten sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, zur vorherigen Beschränkung auf drei Auswechslungen zurückzukehren.
Hygiene-Konzept bestätigt
Grünes Licht haben die Profiklubs am Donnerstag für das überarbeitete Hygienekonzept gegeben. Rund um den Spielbetrieb wird künftig beim Corona-Testungsschema eine Gliederung in drei Stufen der Pandemie-Aktivität vorgenommen.
Die Einteilung folgt der Anzahl an Neuinfektionen pro Woche pro 100.000 Bürger im jeweiligen Landkreis eines Klubs und den angrenzenden Landkreisen. Das Pandemie-Level gilt ab 35 Neuinfektionen als "hoch", zwischen 5 und 35 als "mittel" und unterhalb von 5 als "niedrig".