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Didi Hamann über Beziehung zwischen Tuchel und Bayern

Tuchel & Bayern: "Das wird keine Liebesbeziehung mehr"

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Sky Experte Didi Hamann bezeichnet die Beziehung zwischen Trainer Thomas Tuchel und dem FC Bayern als Zweck-Bündnis.

Trotz des 8:0-Sieges gegen Darmstadt, dem besten Saisonstart seit sieben Jahren und den torreichsten neun Auftaktpartien der Geschichte glaubt Didi Hamann nicht mehr an eine Liebesbeziehung zwischen dem FC Bayern und Thomas Tuchel. Dem Sky Experten tut außerdem Joshua Kimmich leid.

Eigentlich könnte man an der Säbener Straße nach dieser Woche bester Dinge sein.

Mit einem 3:1-Sieg über Galatasaray hat man einen großen Schritt Richtung K.o.-Phase der Königsklasse gesetzt, mit dem spektakulären Kantersieg über Darmstadt 98 diverse Bestmarken aufgestellt und mit Manuel Neuer nach langer Ausfallzeit endlich seine Nummer eins zurück auf dem Rasen.

Star-Stürmer Harry Kane hat sich unterdessen zum torgefährlichsten Neuzugang der Bundesliga gekrönt und Thomas Müller ist der erste Münchner überhaupt, der in 15 verschiedenen Saisons im Oberhaus ein Tor geschossen hat. Elf Siege in wettbewerbsübergreifenden 13 Partien stehen zu Buche, darunter keine einzige Niederlage.

Auf dem Papier ist der FC Bayern phänomenal in diese Saison gestartet. Doch davon sollte sich bei den Münchnern niemand blenden lassen, wie Sky Experte Didi Hamann trotz der bajuwarischen Rekordshow an diesem Wochenende bei Sky90 - Die Fußballdebatte am Sonntagabend erklärte. Der 50-Jährige sieht Trainer Thomas Tuchel weiter kritisch.

Hamann glaubt nicht an Liebesbeziehung

"Eine Liebesbeziehung (zwischen Tuchel und dem FCB, Anm. d. Red.) ist es oder wird es glaube ich nicht mehr. Es ist ein Zweck-Bündnis. Dass sie Meister wurden - sage ich jetzt mal überspitzt - dafür konnten sie wenig. Jetzt in dieser Saison stimmen die Ergebnisse, aber der Fußball ist nicht gut. Wenn ich mir die erste Halbzeit in Istanbul anschaue, das war unterirdisch."

Gerade die Defensive der Bayern wackelte gegen Galatasaray in besagter Hälfte eins gehörig. Im Zusammenspiel zwischen Viererkette und Mittelfeld-Zentrale schlichen sich immer wieder haarsträubende Fehler ein. Die Münchner bekamen in den ersten 45 Minuten so gut wie nie Zugriff auf Spiel und Gegner, allein: Gala nutzte sein unerwartetes Übergewicht an Torchancen nicht aus. Erst in Hälfte zwei lief dann vieles besser bei Bayern.

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Doch darauf sollten und können sich die Verantwortlichen nicht verlassen, wie Hamann warnte. Auf den Einwand, dass auch die Münchner 90 Minuten Zeit haben dürften, ein Spiel klar für sich zu entscheiden, reagierte der Experte: "Wenn sie gegen bessere Gegner spielen - und vielleicht ist das schon nächste Woche der Fall - dann bist du schnell 2:0 oder 3:0 hinten. Das geht nur so lange gut."

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Joshua Kimmich ärgert sich nach dem 8:0-Kantersieg der Bayern gegen Darmstadt über seine frühe Rote Karte, aufgrund derer er das Topspiel am nächsten Wochenende gegen Dortmund von der Tribüne aus verfolgen muss.

Hamann: "Kimmich wurde demontiert"

Vom beunruhigenden Durcheinander in den ersten Halbzeiten der vergangenen Partien schlug Hamann die Brücke zu Joshua Kimmich. Der 28-Jährige, sonst die personifizierte Souveränität schlechthin, verursachte schon gegen Gala einen Elfmeter, der zum zwischenzeitlichen Ausgleich führte. Nun, auch gegen Darmstadt, unterlief ihm ein kapitaler Fehler, mit dem er sich einen Platzverweis einhandelte.

"Der Junge tut mir ja fast schon leid gestern. Das ist ein technischer oder ein Denk-Fehler, weil er nicht weiß, dass der Darmstädter schon so nah hinter ihm ist. Er ist ja die wandelnde Verunsicherung. Und das ist einer der Schlüsselspieler, wenn wir sehen, was der geleistet hat die letzten Jahre. Der Junge wurde jetzt in acht Monaten demontiert vom Stammspieler in München, vom Spieler, den Guardiola im Sommer nach Manchester holen wollte. Jetzt hört man schon Stimmen, dass sie froh sind, wenn er nächste Woche nicht spielen kann."

Fußball-Legende Christoph Daum, ebenfalls Gast bei Sky90, pflichtete Hamann bei und verwies auf die von Tuchel initiierten öffentlichen Diskussionen rund um neue Transfers bei Bayern: "Wenn ich Diskussionen über Verstärkungen so in der Öffentlichkeit austrage, dann sind die Spieler natürlich auch untereinander am diskutieren. Das verunsichert nicht nur Kimmich, sondern die gesamte Mannschaft."

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Christoph Daum kritisiert bei Sky90 den Umgang mit den Bayern-Spielern Joshua Kimmich und Leon Goretzka sowie die öffentlichen Diskussionen um Transfers und die Forderungen von Thomas Tuchel.

Hamann: "Habe kein Problem mit Tuchel"

Auf die Rückfrage, ob Tuchels Umgang mit Kimmich und Co. kontraproduktiv sei, antwortet Daum klar mit "Ja". Der 70-Jährige weiter: "Du musst nach außen mit einer Stimme sprechen. Ich glaube, es ist auch nicht gut, gegenüber dem Vorstand so aufzutreten. Man diskutiert das intern, aber diese Art und Weise des Einforderns von Transfers halte ich für kontraproduktiv für die gesamte Mannschaft, nicht nur für Kimmich."

Und abschließend: "Wichtig ist, dass einer den Zugang zu Kimmich findet. Beziehe ihn mehr mit ein, erkläre ihm noch mehr: 'Was stelle ich mir von deiner Position und Spielweise vor.' Was wir im Augenblick sehen, ist mehr Verunsicherung als konsequentes Umsetzen."

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Kimmich wird den Münchnern wegen seiner Roten Karte am kommenden Samstag (Samstag ab 18:30 Uhr LIVE auf Sky Sport) im prestigeträchtigen Klassiker bei Borussia Dortmund fehlen. Gegen ein gut aufgelegtes Schwarz-Gelb könnte dem Rekordmeister eine ähnlich chaotische erste Hälfte wie gegen Gala und Darmstadt ohne Kimmich womöglich tatsächlich zum Verhängnis werden. Ganz, wie Hamann gewarnt hat.

Zur jüngsten Meinungsverschiedenheit zwischen ihm und Tuchel erklärte der Experte abschließend wohlwollend: "Ich kenne oder kannte ihn ja ganz gut, er ist mein Jahrgang und wir haben früher in der bayerischen Auswahl zusammengespielt. Deswegen: Ich habe kein Problem mit ihm und wenn ich ihn sehe, dann werden wir uns mit Sicherheit die Hand schütteln."

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