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Ein Kommentar zum Viertelfinal-Aus der deutschen Nationalmannschaft

Stilvoll raus - dann werden wir halt Weltmeister!

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EM 2024, Viertelfinale: Die DFB-Elf hat bei der EURO 2024 den Einzug ins Halbfinale verpasst. Das Team von Julian Nagelsmann unterliegt Spanien 1:2 nach Verlängerung. Das Tor von Florian Wirtz (89.) war zu wenig für Deutschland.

Aus und raus im Viertelfinale! Die deutsche Nationalmannschaft muss sich nach einer teils unglücklichen und teils verdienten 1:2-Niederlage nach Verlängerung gegen die Spanier von der Heim-EM verabschieden. Bitter, aber das Ausscheiden im Viertelfinale ist keine Schande sondern ein Abgang mit Stil.

Denn diese Mannschaft hat sich auch gegen spielstarke und abgezockte Spanier nie aufgegeben, immer gekämpft und alles versucht. Der Lohn: In der Stuttgarter Arena wurde die Mannschaft nach Abpfiff mit lautem Beifall verabschiedet.

In den vergangenen Wochen hat das DFB-Team etwas geschafft, was sich monatelang zuvor nicht abgezeichnet hatte. Sie hat im eigenen Land eine Aufbruchstimmung erzeugt. Julian Nagelsmann und Sandro Wagner haben einen Kader zusammengestellt, mit dem sich die Fans identifizieren konnten. Die Spieler haben auch abseits des Platzes dazu beigetragen, dass wir Deutschen drei Wochen im EM-Fieber waren.

ZUM DURCHKLICKEN: Die Noten der DFB-Stars gegen Spanien

  1. MANUEL NEUER:
    Image: MANUEL NEUER: Agiert abgesehen von einer kleinen Unsicherheit bei einem Distanzschuss souverän. Ist bei beiden Gegentoren machtlos. Note: 3 © Imago
  2. JOSHUA KIMMICH:
    Image: JOSHUA KIMMICH: Ist mit Nico Williams schwer beschäftigt, macht seine Sache aber sehr gut. Auch offensiv ständiger Aktivposten mit mehreren guten Aktionen. Bereitet per Kopf in bärenstarker Manier den Ausgleich vor. Note:2 © Imago
  3. ANTONIO RÜDIGER:
    Image: ANTONIO RÜDIGER: Kassiert früh seine zweite Gelbe Karte im Turnier und leistet sich mehrere Patzer im Stellungsspiel. Fängt sich in der zweiten Halbzeit und in der Verlängerung etwas. Note: 4 © Imago
  4. JONATHAN TAH:
    Image: JONATHAN TAH: Macht einen stabilen Eindruck in der Innenverteidigung. Rechtfertigt seine Rückkehr in die DFB-Startelf nach abgesessener Gelbsperre. Note: 3 © Imago
  5. DAVID RAUM:
    Image: DAVID RAUM: Hat Lamine Yamal zunächst einigermaßen im Griff, lässt nach der Pause jedoch den Pass, der zum Tor führt zu. Insgesamt mit einigen Fehlpässen und Unsicherheiten. Muss für Mittelstädt gehen. Note: 5 © Imago
  6. EMRE CAN:
    Image: EMRE CAN: Leistet sich in der 13. Minute einen haarsträubenden Fehlpass, der zur Gelben Karte von Rüdiger führt. Auch danach immer wieder mit Fehlern. Rechtfertigt seinen ersten Startelfeinsatz bei der EM nicht. Note: 4 © Imago
  7. TONI KROOS:
    Image: TONI KROOS: Im letzten Spiel seiner Karriere weitestgehend unauffällig. Kann dem Spiel nicht wie gewohnt seinen Stempel aufdrücken. Mitte der zweiten Halbzeit mit einem wichtigen taktischen Foul und einigen ordentlichen Pässen. Note:4 © Imago
  8. LEROY SANE:
    Image: LEROY SANE: Erwischt einen rabenschwarzen Tag gegen Spanien mit einigen Ballverlusten und erfolglosen Dribblings. Muss zur zweiten Halbzeit folgerichtig Florian Wirtz weichen. Note: 5. © Imago
  9. ILKAY GÜNDOGAN:
    Image: ILKAY GÜNDOGAN: Spielt einige öffnende Pässe zu Beginn und prüft Unai Simon per Distanzschuss. Wird danach schwächer und für Niclas Füllkrug in der 57. Minute ausgewechselt. Note: 4 © Imago
  10. JAMAL MUSIALA:
    Image: JAMAL MUSIALA: In der ersten Halbzeit offensiv bemüht mit einigen Dribblings und auch in der Defensivarbeit fleißig. Wird im zweiten Abschnitt blasser, hat jedoch immer wieder gefährliche Momente. Seine starke Vorlage kann Wirtz nicht nutzen: Note 3. © Imago
  11. KAI HAVERTZ:
    Image: KAI HAVERTZ: Enttäuscht fast das gesamte Spiel über und trifft an diesem Tag sehr viele falsche Entscheidungen. Sein Lupfer landet ganz knapp über dem Tor der Spanier. Note: 5 © Imago
  12. FLORIAN WIRTZ:
    Image: FLORIAN WIRTZ: Kommt für Sane zur Pause und arbeitet akribisch am Ausgleichstor. Seine schöne Vorlage setzt Füllkrug an den Pfosten, bevor er selbst das Stuttgarter Stadion mit seinem Tor in Ekstase versetzt. Note: 2 © Imago
  13. ROBERT ANDRICH:
    Image: ROBERT ANDRICH: Kommt zur Pause für Can und trägt durch seine passive Art Mitschuld am 0:1. Prüft Simon in der 68. Minute mit einem gefährlichen Schuss und fängt sich im Spielverlauf nach seinem nervösen Beginn. Note: 4 © Imago
  14. MAXIMILIAN MITTELSTÄDT:
    Image: MAXIMILIAN MITTELSTÄDT: Ersetzt David Raum in der zweiten Hälfte und macht seine Sache gut. Agiert defensiv stabil und setzt in der Offensive immer wieder Nadelstiche nach vorne. Note: 2 © Imago
  15. NICLAS FÜLLKRUG:
    Image: NICLAS FÜLLKRUG: Wird unter tosendem Applaus für Gündogan eingewechselt. Strahlt Torgefahr aus, trifft in der 77. Minute aber nur den Pfosten. Macht Bälle fest, doch vergibt die Riesenchance kurz vor Schluss. Note: 3 © Imago
  16. THOMAS MÜLLER:
    Image: THOMAS MÜLLER: Kommt kurz vor Ende des Spiels, um seine Mitspieler anzupeitschen. Nach dem Ausgleich hat er nach einer Kimmich-Flanke den Siegtreffer vor Augen. In der Verlängerung bleibt er unauffällig. Note: 4 © Imago
  17. WALDEMAR ANTON:
    Image: WALDEMAR ANTON: Wird zu Beginn der Verlängerung teils mit Pfiffen, aufgrund seines bevorstehenden BVB-Wechsels ins Spiel gebracht und agiert sofort als Stabilisator. Note: 3 © Imago

Nagelsmanns Pläne gehen nicht auf

Bitter ist lediglich, dass viele Pläne von Nagelsmann ausgerechnet im Viertelfinale gegen die Spanier nicht aufgingen. Vor allem in der ersten Halbzeit. Leroy Sane konnte keine Akzente in der Startelf setzen. Emre Can unterlag im Duell mit Fabian Ruiz. Kai Havertz fehlte als Mittelstürmer erneut der von Antonio Rüdiger geforderte Killerinstinkt. David Raum wirkte oft überfordert. Niclas Füllkrug kam zu spät.

Dennoch: Bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ist etwas zusammengewachsen. Der Nagelsmann-Umbruch kam aber zu spät, um dieses Turnier gewinnen zu können. Das Aus im Viertelfinale wird dem Leistungsvermögen der Mannschaft gerecht. So ehrlich muss man sein.

Ein Fundament wurde gelegt

Unsere Nationalmannschaft hat es nun verdient, auch in den kommenden Wochen und Monaten Unterstützung zu erfahren. Es wartet die Nations League und die WM 2026 steht bereits vor der Tür. "Dass man jetzt zwei Jahre warten muss, bis man Weltmeister wird, tut auch weh. Die Aussage gefällt euch, da werden die Augen groß - aber was soll ich anderes sagen? Natürlich wollen wir Weltmeister werden", kündigte Nagelsmann auf der PK an.

Bleibt zu hoffen, dass er im Amt bleibt und nicht beim erstbesten Angebot die Flucht ergreift, sondern sich die Zeit nimmt, in einem Zweijahresplan etwas aufzubauen, sodass wir bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko von Beginn an zu den Favoriten zählen.

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Auf einem Fundament, das in den letzten Wochen gelegt wurde. Mit Spielern, die hungrig und bereit sind, die neue DFB-Ära einzuläuten. Dann werden wir halt Weltmeister!

Mehr zum Autor Florian Plettenberg

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