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FC Bayern: Gewinnt Robert Lewandowski die Weltfußballer-Wahl?

Torschützenkönig aller Wettbewerbe! Krönt sich "Lewy" zum Weltfußballer?

Florian Poenitz

06.07.2020 | 13:15 Uhr

Robert Lewandowski erzielt im DFB-Pokalfinale gegen Bayer Leverkusen zwei Tore.
Image: Robert Lewandowski erzielt im DFB-Pokalfinale gegen Bayer Leverkusen zwei Tore.  © Imago

Robert Lewandowski ist in der Form seines Lebens. Beim 4:2-Sieg im Pokalfinale gegen Leverkusen erzielte der Pole zwei Treffer - für den Top-Torjäger gleichbedeutend die Saisontore 50 und 51. Reicht diese Top-Quote, um in diesem Jahr eine der prestigeträchtigen Weltfußballer-Wahlen zu gewinnen?

Robert Lewandowski ist Bayerns personifizierte Tormaschine - und das seit Jahren! Doch in dieser Saison hat der 31-Jährige neue Maßstäbe gesetzt. Der polnische Superstar jagt eine Bestmarke nach der anderen.

Mit 51 Pflichtspieltoren in allen drei Wettbewerben hat er seinen persönlichen Rekord (zuvor 43 Tore in der Saison 2016/17) pulverisiert.

Lewandowski auf dem Höhepunkt seiner Karriere?

In der Bundesliga sicherte er sich mit 34 Toren - diese Marke hatte zuletzt Dieter Müller (1976/77) im Trikot des 1. FC Köln erreicht - erneut die Torjägerkanone. Im DFB-Pokal gelangen ihm insgesamt sechs Tore, zwei davon beim 4:2-Erfolg der Münchner gegen Bayer Leverkusen. Damit kürte er sich zum vierten Mal in Folge und zum fünften Mal insgesamt zum besten Torschützen im Pokal.

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DFB-Pokalfinale: Bayern München hat zum 20. Mal den DFB-Pokal gewonnen. Der Rekordchampion setzte sich im Finale im Berliner Olympiastadion gegen Bayer Leverkusen mit 4:2 durch.

Nicht nur national, sondern auch im europäischen Vergleich ist "Lewy" das Maß aller Dinge. Aktuell liegt er im Rennen um den "Goldenen Schuh" vorne. Seinem ärgsten Verfolger, Ciro Immobile von Lazio Rom (29 Tore), bleiben allerdings noch acht Spiele, um Platz eins zu erobern. Und dann gibt es ja noch die Champions League.

Elf Tore in der Champions League - wie viele folgen noch?

Dort liegt der Kapitän der polnischen Nationalmannschaft mit elf Toren weit vorne, und das gerade mal nach dem Achtelfinal-Hinspiel. Sein ärgster Konkurrent, Erling Haaland, hat zwar auch schon zehn Treffer auf seinem Konto verbuchen können, doch Borussia Dortmund ist in der Königsklasse bereits ausgeschieden.

ZUM DURCHKLICKEN: Die Pokal-Torschützenkönige seit 2000

  1. 2000: Adnan Kevric (Stuttgarter Kickers) - 8 Tore
    Image: 2000: Adnan Kevric (Stuttgarter Kickers) - 8 Tore © Imago
  2. 2001: Arie van Lent (Borussia Mönchengladbach) - 6 Tore
    Image: 2001: Arie van Lent (Borussia Mönchengladbach) - 6 Tore © Imago
  3. 2002: Dimitar Berbatov (Bayer Leverkusen) - 6 Tore
    Image: 2002: Dimitar Berbatov (Bayer Leverkusen) - 6 Tore © Imago
  4. 2003: Giovane Elber (FC Bayern) - 6 Tore
    Image: 2003: Giovane Elber (FC Bayern) - 6 Tore © Imago
  5. 2004: Ailton & Ivan Klasnic (Werder Bremen) - 6 Tore
    Image: 2004: Ailton & Ivan Klasnic (Werder Bremen) - 6 Tore © Imago
  6. 2005: Carsten Jancker (1. FC Kaiserslautern) & Claudio Pizarro (FC Bayern) - 6 Tore
    Image: 2005: Carsten Jancker (1. FC Kaiserslautern) & Claudio Pizarro (FC Bayern) - 6 Tore © Imago
  7. 2006: Claudio Pizarro (FC Bayern) - 5 Tore
    Image: 2006: Claudio Pizarro (FC Bayern) - 5 Tore © Imago
  8. 2007: Cacau (VfB Stuttgart) - 5 Tore
    Image: 2007: Cacau (VfB Stuttgart) - 5 Tore © Imago
  9. 2008: Mario Gomez (VfB Stuttgart) - 8 Tore
    Image: 2008: Mario Gomez (VfB Stuttgart) - 6 Tore © Imago
  10. 2009: Edin Dzeko (VfL Wolfsburg) & Ivica Olic (Hamburger SV) - 6 Tore
    Image: 2009: Edin Dzeko (VfL Wolfsburg) & Ivica Olic (Hamburger SV) - 6 Tore © Imago
  11. 2010: Sahr Senesie (Eintracht Trier), Thomas Müller (FC Bayern) & Lucas Barrios (Borussia Dortmund) - 4 Tore
    Image: 2010: Sahr Senesie (Eintracht Trier), Thomas Müller (FC Bayern) & Lucas Barrios (Borussia Dortmund) - 4 Tore © Imago
  12. 2011: Srdjan Lakic (1. FC Kaiserslautern) - 7 Tore
    Image: 2011: Srdjan Lakic (1. FC Kaiserslautern) - 7 Tore © Imago
  13. 2012: Robert Lewandowski (Borussia Dortmund) - 7 Tore
    Image: 2012: Robert Lewandowski (Borussia Dortmund) - 7 Tore © Imago
  14. 2013: Mario Gomez (FC Bayern) - 6 Tore
    Image: 2013: Mario Gomez (FC Bayern) - 6 Tore © Imago
  15. 2014: Thomas Müller (FC Bayern) - 8 Tore
    Image: 2014: Thomas Müller (FC Bayern) - 8 Tore © Imago
  16. 2015: Sven Schipplock (TSG Hoffenheim) & Stefan Kießling (Bayer Leverkusen) - 6 Tore
    Image: 2015: Sven Schipplock (TSG Hoffenheim) & Stefan Kießling (Bayer Leverkusen) - 6 Tore © Imago
  17. 2016: Henrikh Mkhitaryan (Borussia Dortmund) - 5 Tore
    Image: 2016: Henrikh Mkhitaryan (Borussia Dortmund) - 5 Tore © Imago
  18. 2017: Robert Lewandowski (FC Bayern) - 5 Tore
    Image: 2017: Robert Lewandowski (FC Bayern) - 5 Tore © Imago
  19. 2018: Robert Lewandowski (FC Bayern) - 6 Tore
    Image: 2018: Robert Lewandowski (FC Bayern) - 6 Tore © Imago
  20. 2019: Robert Lewandowski (FC Bayern) - 7 Tore
    Image: 2019: Robert Lewandowski (FC Bayern) - 7 Tore © Imago
  21. 2020: Robert Lewandowski (FC Bayern) - 6 Tore
    Image: 2020: Robert Lewandowski (FC Bayern) - 6 Tore © Getty

Top-Torjäger wie Kylian Mbappe oder Raheem Sterling (jeweils fünf) liegen wahrscheinlich schon zu weit zurück, um Bayerns Tormaschine noch vom Thron stoßen zu können.

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Doch reicht diese Top-Quote wirklich, um in diesem Jahr bei der Weltfußballer-Wahl ganz oben zu stehen? Bislang durfte sich noch kein Bundesliga-Profi über diese Ehrung freuen. Selbst Franck Ribery, der mit dem FCB das Triple 2013 gewann und zu "Europas Fußballer des Jahres" geehrt wurde, hatte beim damaligen "Ballon d'Or" klar das Nachsehen.

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Zuspruch erhält Lewandowski von Hansi Flick: "Wenn ich es einfach mal nach Toren messe: Er hat in der Bundesliga 34 Buden gemacht. Und 51 Pflichtspieltore insgesamt sind auch eine Hausnummer", sagte der Bayern-Trainer nach dem Double-Gewinn und ergänzte: "Da kann man auch mal darüber nachdenken, dass man mal einen Spieler aus der Bundesliga zum Weltfußballer machen kann."

Kann sich Lewandowski gegenüber Messi & "CR7" durchsetzen?

In dieselbe Kerbe schlägt auch Sky Experte Lothar Matthäus: "Mit diesen wichtigen Toren ist er ein Kandidat, um Weltfußballer zu werden. [...] Ich sehe keinen Messi oder Ronaldo (Anm. d. Red.: als Weltfußballer in diesem Jahr)." Die beiden Letztgenannten haben diesen Titel seit 2008 quasi immer unter sich aus gemacht. Lionel Messi wurde sechsmal zum Weltfußballer gewählt, Cristiano Ronaldo fünfmal. Lediglich Luka Modric konnte im Jahr 2018 diese Ära einmal durchbrechen.

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FC Bayern: Neuer über Bayerns Triple-Chancen

Kann sich "Lewy" in dieser Saison wirklich gegen die beiden Superstars durchsetzen? Klar ist: Er muss seine herausragende Form bis zum Finalturnier der Champions League im August konservieren. Sollten die Bayern mit der Unterstützung seiner Tore den Henkelpott holen und damit das Triple perfekt machen, dürften seine Chancen steigen.

Allerdings sind allein Titel und Tore bekanntermaßen keine Garantie, den prestigeträchtigen Titel des Weltfußballers zu gewinnen, der seit 2016 sowohl von der FIFA ("The Best") als auch von der französischen Fachzeitschrift France Football (Ballon d'Or) vergeben wird.

VOTING: Soll Lewandowski zum Weltfußballer gewählt werden?

Die entscheidende Frage ist eher: Ist Bayerns Top-Torjäger mittlerweile eine ähnlich große Weltmarke wie Messi oder "CR7"? Genießt er beispielsweise auch auf Kontinenten wie Asien oder Südamerika dasselbe Ansehen?

Bei der von der FIFA durchgeführten Wahl wird der Gewinner nämlich durch eine Abstimmung unter den Trainern und Kapitänen aller Nationalteams ermittelt. Diese nennen jeweils die drei ihrer Meinung nach besten Fußballer, wobei keiner der drei aus ihrem eigenen Land stammen darf.

Unterschied zwischen "The Best FIFA Awards" und "Ballon d'Or"

Zudem dürfen auch ausgewählte Medienvertreter sowie Fans in einer Online-Abstimmung an der Abstimmung teilnehmen. Bei der Verleihung des Ballon d'Or wählen dagegen Journalisten der 53 Mitgliedsverbände der UEFA sowie 53 Juroren aus den Ländern außereuropäischer Verbände, die mindestens einmal bei einer WM-Endrunde mitgespielt haben, den besten Spieler der Welt.

Es wird sich zeigen, ob Lewandowskis Top-Quote auch weltweit ausreichend gewürdigt wird. Rein sportlich gesehen können sowohl Messi als auch Ronaldo Bayerns Nummer neun derzeit nicht das Wasser reichen. Vor allem in der so wichtigen Champions League haben die Top-Stars mit jeweils nur zwei Toren bislang enttäuscht.

Auch in der nationalen Liga hinken Messi (22 Tore) und Ronaldo (25) aktuell noch hinterher, doch können sie ihre Quote in den verbleibenden Spielen noch aufbessern.

Lewandowski begibt sich dagegen in seinen wohlverdienten Urlaub und wird das Treiben seiner Konkurrenten mit Interesse verfolgen, um im August dann alles daran zu setzen, seine sowieso schon überragende Saison zu vergolden. Möglicherweise auch mit einer individuellen Auszeichnung als i-Tüpfelchen.

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