FC Bayern: Mazraoui als wichtiger Faktor für die Rückrunde
Allzweckwaffe Mazraoui: Nach Hernandez-Schock noch wichtiger
22.12.2022 | 23:40 Uhr
Mit Marokko hat Noussair Mazraoui bei der WM in Katar Geschichte geschrieben, auch auf ungewohnter Position überzeugte er. Für die Bayern könnte er in der Rückrunde und darüber hinaus ein wichtiger Faktor werden: Als Allzweckwaffe.
Neben Weltmeister Argentinien war es DIE Erfolgsgeschichte der WM: Marokko spielte sich als erste afrikanische Mannschaft bis ins Halbfinale einer Weltmeisterschaft. An der disziplinierten Defensivarbeit bissen sich unter anderem Spanien und Portugal die Zähne aus. Auch Mazraoui überzeugte im marokkanischen Abwehrbollwerk, wenn auch nicht auf seiner angestammten Rechtsverteidiger-Position.
Mazraoui überzeugt auch als Linksverteidiger
Weil Achraf Hakimi als Rechtsverteidiger gesetzt war, wich Mazraoui auf die linke Seite aus - und überzeugte. Im Turnierverlauf war er, sofern fit, stets gesetzt. Für die Bayern und Trainer Julian Nagelsmann eine wichtige Erkenntnis für die Rückrunde.
Bisher spielte Mazraoui bei den Bayern in allen 18 Einsätzen auf der rechten Seite, dort überzeugte er auch bei Ajax Amsterdam. Nachdem er in der Anfangszeit bei den Münchnern nur als Einwechselspieler zum Zug kam, etablierte er sich in den Wochen vor der WM zum Stammspieler auf der rechten Seite, noch vor Benjamin Pavard. Nach seinen starken Auftritten in Katar wäre es also gut möglich, dass er auch in der Rückrunde bei den Bayern weiterhin gesetzt sein könnte.
Mazraoui: Vom Bankdrücker zum variablen Dauerspieler?
Doch nicht nur das: Nachdem sich Lucas Hernandez in der Vorrunde gegen Australien das Kreuzband riss und für die restliche Saison ausfällt, ist die Personallage bei den Bayern in der Defensive angespannt und könnte sich aufgrund der vielen Spiele im Laufe der Zeit weiter verschärfen. Vor allem auf der Linksverteidiger-Position hat Trainer Nagelsmann nach dem Ausfall von Hernandez keine echte Alternative, sollte sich Alphonso Davies verletzen oder eine Spielpause benötigen.
Auf der rechten Seite hat Nagelsmann deutlich mehr Alternativen: Josip Stanisic, der in dieser Saison bereits öfter als Linksverteidiger aushelfen musste, scheint sich auf der rechten Seite wohler und sicherer zu fühlen, zudem ist auch Pavard als Rechtsverteidiger - sollte Mazraoui auf die linke Seite ausweichen - mehr als nur eine echte Alternative, auch wenn er eine miserable WM hinter sich hat.
Mazraoui als Allzweckwaffe
So könnte Mazraoui, nachdem er auf großer Bühne in Katar bewiesen hat, dass er auch auf der linken Seite brillieren kann, ein wichtiger Faktor für den FC Bayern im Jahr 2023 und möglicherweise auch darüber hinaus werden. Gut möglich also, dass sich die Bayern mit der neu gewonnenen Variabilität von Mazraoui durch die Rückrunde manövrieren können, ohne sich im Winter nochmal nach einem Linksverteidiger umzusehen. Sportvorstand Hasan Salihamidzic kündigte bei der Sport Bild ohnehin bereits an, dass es Schnellschüsse auf dem Transfermarkt nicht geben werde - egal auf welcher Position.
Klar ist: Mazraoui ist sowohl als Rechts- als auch Linksverteidiger ein großer Gewinn für Nagelsmann, nach der erfolgreichen WM wird der 25-Jährige zudem mit großem Selbstbewusstsein an die Säbener Straße zurückkehren. Die Lücke, die Lucas Hernandez reißt, kann der Marokkaner mit seiner Variabilität schließen, diese Erkenntnis hat die Weltmeisterschaft definitiv gebracht.
Mazraoui ist nicht nur ein Stammplatzkandidat für die rechts hinten, sondern auch eine Allzweckwaffe für Bayerns Defensive...