FC Bayern München deklassiert VfL Wolfsburg im DFB-Pokal der Frauen - Double perfekt

Der FC Bayern hat Alexandra Popp das ersehnte Happy End verdorben und sich das erneute Double gesichert.

Die Frauen des FC Bayern München stemmen den DFB-Pokal in die Höhe.
Image: Die Frauen des FC Bayern München stemmen den DFB-Pokal in die Höhe.  © Imago

Das phasenweise zähe DFB-Pokalfinale gegen den VfL Wolfsburg gewannen die Meisterinnen dank einer Leistungssteigerung mit 4:0 (1:0) und schnappten sich nach 2012 und 2025 zum dritten Mal die Silbertrophäe.

Georgia Stanway (45.+2, Foulelfmeter nach Videobeweis), Pernille Harder (59.), Momoko Tanikawa (77.) und Arianna Caruso (84.) trafen vor einer Rekordkulisse von 46.064 Fans für die Münchnerinnen, die sich Mitte April bereits den Titel in der Bundesliga gesichert hatten. Wolfsburg, einstiger Pokalseriensieger, ging derweil erneut leer aus - und Popps Traum, sich mit einem Triumph im Traumfinale gegen den bayerischen Dauerrivalen zu verabschieden, platzte. In ihrem 14. Endspiel musste die Pokal-Expertin erstmals eine Niederlage hinnehmen.

Sie fühle eine Mischung aus "Freude und Erleichterung", sagte die Bayern-Spielerin Linda Dallmann im ZDF. "In der zweiten Halbzeit haben wir sehr dominant gespielt und es uns über die gesamte Saison hinweg gesehen auch verdient." Teamkollegin Giulia Gwinn sagte derweil freudestrahlend: "Es war eine megageile Kulisse. [...] Wir haben zu einem guten Zeitpunkt die Tore gemacht."

Tränen bei emotionaler Popp

Die zu Borussia Dortmund wechselnde Popp war dagegen untröstlich. Sie stemmte die Hände auf die Knie und vergrub ihr Gesicht im Trikot. Nach und nach trotteten ihre Mitspielerinnen heran, um der Kapitänin Trost zu spenden.

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Der perfekte Abschied aus Wolfsburg bleit Alexandra Popp verwehrt. Im Pokalfinale gegen Bayern ist man chancenlos.

Es sei "extrem schwer", sagte die 35-Jährige am Sky Sport Mikrofon: "Ich habe mir das natürlich irgendwie anders vorgestellt, muss ich sagen." Der Pokal-Wettbewerb sei "so ein bisschen mein Baby", und die Vorstellung, dass es wahrscheinlich ihr letztes Pokalfinale gewesen sei, "das ist extrem schwierig für mich gerade".

Emotional war die frühere Nationalstürmerin auch deswegen, weil sie an ihren gestorbenen Vater dachte. "Ich glaube, mein Papa ist extrem stolz, und heute ist ja auch noch Vatertag. Leider konnte ich ihn somit nicht beschenken", sagte die 35-Jährige mit stockender Stimme.

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Die Fußballerinnen von Bayern München haben zum dritten Mal den DFB-Pokal gewonnen.

Popp steht in der VfL-Startelf

Für ihren letzten großen Tanz im VfL-Trikot meldete sich Popp nach einer überstandenen Wadenverletzung, die sie Mitte März erlitten hatte, pünktlich wieder fit und führte ihr Team in Köln als Kapitänin aufs Feld. Jede Wolfsburgerin, hatte sie im Vorfeld gefordert, müsse "gefühlt ihr Leben auf dem Platz lassen".

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Doch beide Mannschaften begannen vor den Augen von Bundestrainer Christian Wück zunächst verhalten, immer wieder schlichen sich Ungenauigkeiten auf beiden Seiten ein. Die erste gute Chance der Partie gehörte dann schließlich den Bayern: Pernille Harder verschaffte sich bei einer Flanke von Klara Bühl im Strafraum am zweiten Pfosten Freiraum, brachte den Ball aber nicht präzise genug aufs Tor (20.).

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Eine kurze Schrecksekunde gab es wenig später aus Wolfsburger Sicht, als Torhüterin Stina Johannes auf dem Platz behandelt werden musste. Die Nationalkeeperin hatte sich an den Oberschenkel gegriffen, nach einer kurzen Unterbrechung ging es für die 26-Jährige aber weiter.

Bayern geht noch vor der Pause in Führung

In einer teilweise zerfahrenen Partie kam Popp, die in ihrer Lieblingsrolle als Mittelstürmerin agierte, kaum zum Zug. Doch auch den Münchnerinnen, die zunehmend mehr vom Spiel hatten, fehlte es zunächst an der nötigen Durchschlagskraft und Kreativität. Der Abschluss von Bernadette Amani stellte kein Problem für VfL-Keeperin Johannes dar (30.). Auf der anderen Seite parierte Ena Mahmutovic den ersten nennenswerten Wolfsburger Versuch durch Lena Lattwein (35.).

Defensiv stand der VfL kompakt und stellte die Bayern-Offensive vor große Probleme. Kurz vor der Pause gelang den Münchnerinnen doch noch die Führung: Lineth Beerensteyn traf Momoko Tanikawa im Strafraum am Fuß, nach Ansicht der Videobilder entschied Schiedsrichterin Franziska Wildfeuer auf Elfmeter. Stanway verwandelte eiskalt, Sarai Linder verhinderte auf der Linie wenig später noch das 2:0 durch Harder.

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Zu Beginn des zweiten Durchgangs machte es die dänische Stürmerin besser, stahl sich im Rücken von Nationalspielerin Janina Minge davon und köpfte aus kurzer Distanz ein. Wolfsburg versuchte weiter dagegenzuhalten, musste dabei aufgrund eines Notarzteinsatzes im Bayern-Block zunächst aber auf lautstarke Unterstützung von den Rängen verzichten. Begleitet von dem wieder einsetzenden Support in der Schlussphase erhöhte jedoch Tanikawa für die Bayern, mit einem direkt verwandelten Freistoß sorgte Caruso für den Schlusspunkt.

SID / dpa

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