FC Bayern News: Lucas Hernandez verletzt - droht wieder schlimme Saison?
Wieder verletzt! Droht Hernandez die nächste Saison zum Wegwerfen?
07.07.2021 | 15:37 Uhr
Pech für Lucas Hernandez: Der Franzose verletzte sich bei der Euro am Innenmeniskus und musste operiert werden. Es ist eine Verletzung zum ungünstigsten Zeitpunkt, denn der Rekordtransfer könnte im Kampf um einen Stammplatz nun erneut einen schweren Stand haben.
Eine 80 mit sechs Nullen, 80.000.000 oder einfach nur 80 Millionen. So viel legte der FC Bayern 2019 für Lucas Hernandez auf den Tisch, um ihn aus seinem Vertrag bei Atletico zu kaufen. Der Franzose ist damit mit großem Vorsprung der teuerste Spieler, der je in die Bundesliga wechselte. Bisher konnte der flexible Defensivspieler die gewaltige Ablöse noch nicht rechtfertigen und droht immer mehr zum Missverständnis zu werden.
Zum Durchklicken: Die Top-3-Zugänge in Europas Top-Ligen
Bereits der Start war alles andere als verheißungsvoll: Aufgrund einer Innenbandverletzung, die er noch aus seiner Zeit bei Atletico nach München mitbrachte, verpasste Hernandez einen Großteil der Saisonvorbereitung. Es sollte nicht die einzige Verletzung in seiner Premierenspielzeit in Deutschland bleiben. Eine Knieprellung zwang ihn zwei Wochen zum Zusehen, ein Innenbandriss am Sprunggelenk setzte ihn sogar mehr als drei Monate außer Gefecht.
Am Ende standen lediglich 19 Bundesliga-Einsätze und noch je drei Partien im DFB-Pokal und in der Champions League zu Buche. Trotz des Triple-Gewinns war es für Hernandez eher eine Saison zum Vergessen.
Viele Verletzungen im ersten Jahr
In der vergangenen Spielzeit blieb der 25-Jährige jedoch von schwereren Blessuren verschont und musste nur zweimal verletzungsbedingt zuschauen. Dennoch standen in der Bundesliga beispielsweise in nur vier Partien mehr als in der ersten Saison auf dem Platz. Grund dafür war die große Konkurrenz: Links hinten war Alphonso Davies gesetzt, wenn er fit war und auch im Zentrum hatte sich das Pärchen David Alaba/Jerome Boateng einen gewissen Vorsprung aus der Vorsaison erarbeitet, an dem der Rekordmann lange knabbern musste.
Für Hernandez keine einfache Situation, wie er im März auf einer Pressekonferenz der französischen Nationalmannschaft berichtete: "Ja, natürlich. Ich bin jemand, der immer spielen will. Ich bin sehr wettbewerbsorientiert, ich will spielen und gewinnen, und wenn das nicht passiert, bin ich wütend", so der Abwehrmann, der in dieser Phase oft "frustriert, wütend und genervt" war.
Hernandez macht gegen PSG Werbung in eigener Sache
Vor allem im Saisonendspurt drängte sich Hernandez aber mehr und mehr auf und überzeugte mit seiner robusten Zweikampfhärte und körperbetonten Spielweise. Vor allem im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Paris St. Germain zeigte der Franzose eine herausragende Leistung und heimste anschließend auch ein Sonderlob von Trainer Hansi Flick ein: "Lucas hatte Probleme, hat sich aber durchgebissen. Von der Mentalität her war es herausragend, wie er in das Spiel gegangen ist. Was er für die Mannschaft eingebracht hat, war top", so der Übungsleiter.
Weil Alaba im Mittelfeld benötigt wurde, durfte Hernandez in der Innenverteidigung neben Boateng ran, überzeugte trotz des Ausscheidens auf ganzer Linie und zeigte den Bossen, dass er in der neuen Spielzeit nach den Abgängen von Alaba und Boateng als neuer Taktgeber in der Defensive taugt. Das neue - rein französische - Abwehrpärchen mit Rechtsfuß Dayot Upamecano und Linksfuß Hernandez schien festzustehen.
Doch die neuerliche Verletzung, die Hernandez rund vier Wochen außer Gefecht setzen wird, könnte nun alles durcheinanderbringen, denn auch Niklas Süle hat den Anspruch zu spielen und könnte sich nun einen Vorteil verschaffen.
Zieht Süle an Hernandez vorbei?
Zwar steigt auch der deutsche Nationalspieler wegen der Euro verspätet an der Säbener Straße ein, ist aber topfit und kennt vor allem auch Trainer Julian Nagelsmann und sein System aus der gemeinsamen erfolgreichen Zeit bei 1899 Hoffenheim. Zwar galt der großgewachsene Hüne in der Vergangenheit immer wieder auch als Verkaufskandidat, weil sein Vertrag im kommenden Sommer ausläuft, aber ein möglicher Stammplatz beim FC Bayern ist ein verlockendes Angebot, vielleicht doch länger in München zu bleiben.
Für Hernandez wäre es dagegen ein wahrer Alptraum, wenn er trotz der Abgänge von Alaba und Boateng wieder vornehmlich auf der Bank Platz nehmen und Upamecano sowie Süle von dort bei der Arbeit zuschauen müsste.
Doch so weit ist es noch nicht und Hernandez wird alles daran setzen, möglichst schnell wieder auf dem Platz zu stehen und zu beweisen, dass er die 80 mit sechs Nullen am Ende tatsächlich wert ist.