FC Bayern Transfers: Hernandez, Pavard, Davies: Welcher Abwehr-Star verlässt den FCB?
FCB-Abwehr im Wandel: Hernandez nicht der einzige Wechsel-Kandidat
14.06.2023 | 22:10 Uhr
Der FC Bayern steht bei seiner Abwehr vor tiefgreifenden Veränderungen. Zwei Stars wollen weg, die Suche nach Ersatz wird sich schwierig gestalten. Sky gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der einzelnen Spieler und blick auf mögliche Alternativen.
Das Gesicht des FC Bayern München wird in der kommenden Saison ein anderes sein, als es in der vergangenen und verkorksten Saison war. Nicht nur, dass der Deutsche Meister von sich aus auf der einen oder anderen Position die Initiative ergreifen möchte, er wird auf anderen Positionen auch dazu gezwungen.
Waren die Stürmer- und die Sechser-Position bereits ausgemachte Ziele, wird sich der FC Bayern aller Voraussicht nach in den kommenden Tagen und Wochen auch mit einem neuen Innenverteidiger beschäftigen müssen. Wie Sky bereits am Dienstag berichtet hatte, teilte Rekordtransfer Lucas Hernandez den Verantwortlichen mit, seinen Vertrag beim FC Bayern nicht erfüllen und zu Paris Saint-Germain wechseln zu wollen. Der Franzose ist aber nicht der Einzige, der ein Loch in die Hintermannschaft reißen könnte. Sky blickt auf die Bayern-Abwehr und ihre Zukunft beim Rekordmeister.
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Lucas Hernandez
Trotz eines vorliegenden Vertragsangebots will der 27-Jährige den FC Bayern München verlassen und zu Paris Saint-Germain wechseln. Dies darf er bei einem Angebot von 60 Millionen Euro plus Bonuszahlungen auch tun, denn die Bayern werden ihr Angebot nicht noch einmal nachbessern.
Der 80-Millionen-Mann schickte sich an, ein Führungsspieler in München zu werden. Seine Zeit in München bleibt jedoch von zahlreichen Verletzungen überschattet. 107 Pflichtspiele bestritt er in vier Jahren nur für den FCB, in 65 fiel er verletzt aus.
Weil ein ablösefreier Abgang für den Meister keine Option ist, Hernandez die Bayern-Offerte aber nicht verlängern will, wartet man nun auf das Angebot aus Paris. PSG lässt die Münchner aber noch zappeln. Der Abgang ist wahrscheinlich, die einzige Restchance wäre, dass PSG kein Angebot unterbreitet und Hernandez sich doch noch umentscheidet. Die Bayern wollen mit Hernandez am Mittwoch nochmal sprechen.
Benjamin Pavard
Der zweite Franzose, der die Bayern in diesem Sommer verlassen möchte. Dabei hatte er zuletzt auf seiner Wunschposition in der Innenverteidigung mit Matthijs de Ligt ein harmonierendes Gespann gebildet.
Nach Sky Informationen hatte der Ex-Stuttgarter bereits Ende Mai den Bayern-Bossen seinen Wechselwunsch mitgeteilt. Die Münchner wollten dagegen gerne mit Pavard verlängern, jedoch nicht um jeden Preis. Um auch den Innenverteidiger nicht ablösefrei ziehen lassen zu müssen, sind die Bayern genötigt, ihn in der kommenden Transferperiode zu verkaufen. Preisschild: 30 Millionen Euro plus Bonuszahlungen. Der FC Barcelona, Real Madrid, die Klubs aus Manchester und weitere Top-Teams haben ihn auf dem Zettel.
Dayot Upamecano
Ist Dayot Upamecano kommende Saison der Einzige, der vom Franzosen-Trio übrig bleibt? Die Wahrscheinlichkeit ist groß. Wurde es zuletzt auch anders berichtet, ist ein Wechsel von Upamecano, trotz einiger Anfragen von Top-Klubs, derzeit kein Thema. Er besitzt einen langfristigen Vertrag bis 2026 und soll auf Jahre hinweg das Stamm-Duo in der Innenverteidigung mit de Ligt bilden. Voraussetzung dafür: Er musst seine Patzer reduzieren und die Konstanz erhöhen.
Matthijs de Ligt
Die Nummer eins in der FCB-Verteidigung hat sich in seinem ersten Jahr trotz kleiner Startschwierigkeiten bewiesen und soll eine Ära in der Bayern-Abwehr prägen. Er ist Führungsspieler und war in der vergangenen Saison die Konstante schlechthin in der Hintermannschaft. Ein Abgang ist 2023 ausgeschlossen.
Alphonso Davies
Mit Raphael Guerreiro hat der Kanadier namhafte Konkurrenz auf der Linksverteidigerposition bekommen. Davies, der zuletzt bestätigte, kommende Saison beim FC Bayern auflaufen zu wollen, würde eh erst 2024 ein Thema für einen Verkauf werden, sollte er seinen bis 2025 laufenden Vertrag in München nicht verlängern wollen.
"Die Transfergerüchte sind da, aber am Ende des Tages sind es immer noch Gerüchte. Ich habe noch zwei Jahre bei Bayern. Mein Hauptziel ist es, bei Bayern zu spielen und der Mannschaft so gut wie möglich zu helfen", erklärte Davies gegenüber TSN und schob sogar nach, sich ein Karriereende bei Bayern vorstellen zu können. Der Linksverteidiger ist jedoch erst 22 Jahre. Bis er die Fußballschuhe an den Nagel hängt, fließt noch viel Wasser die Isar hinunter, weshalb man ihn darauf nicht festnageln sollte. Zumal sein Kumpel David Alaba versucht, Davies zu Real Madrid zu locken. Vor 2024 wird das jedoch nichts.
Noussair Mazraoui
Ein Wechsel von Noussair Mazraoui ist aktuell kein Thema. Der Marokkaner beschwerte sich in der zweiten Saisonhälfte zunehmend über fehlende Einsatzzeiten. Das lag jedoch hauptsächlich daran, dass er die Nachwirkungen einer COVID-Infektion verschleppte und an einer Entzündung des Herzbeutels litt. Gerade zum Saisonende setzte Trainer Thomas Tuchel auf seinen Rechtsverteidiger. Dieser zahlte das Vertrauen mit guten Leistungen zurück und darf sich Hoffnungen auf einen Stammplatz in der kommenden Saison machen.
Josip Stanisic
Der Deutsch-Kroate verlängerte seinen Vertrag im vergangenen November bis 2026 und macht keine Anstalten wechseln zu wollen. Er ist sich seiner Rolle als Backup bewusst, weiß aber auch in wichtigen Spielen, wie gegen PSG in der Champions League zu gefallen.
Bouna Sarr
Der älteste noch verbliebene Verteidiger - Daley Blinds Vertrag endet Ende Juni - spielt keine Rolle beim FC Bayern. In drei Jahren kommt der Senegalese bisher nur auf 28 Spiele. Der Rechtsverteidiger darf sofort gehen, wenn sich ein Abnehmer findet. Spielzeit wird er auch in der kommenden Saison nicht bekommen, sofern er seinen bis 2024 laufenden Vertrag verlängern sollte.
Und wer kommt?
Klar ist, dass wenn beispielsweise Hernandez den Klub verlässt, Ersatz her muss. In diesem Falle würden die Bayern einen Linksfuß bevorzugen. Bisher ist aber noch nichts fix für die Abwehr. Und die Alternativen sind aktuell noch rar.
Der FC Bayern hat ein Auge auf RB Leipzig Josko Gvardiol geworfen. "Die Bayern haben die Situation im Blick, haben sich auch nach ihm erkundigt", sagte Transfer Experte Florian Plettenberg in "Transfer Update - die Show". Doch der Kroate ist zu teuer für die Bayern. Der kroatische Nationalspieler kann Leipzig 2024 dank einer Ausstiegsklausel für 110 Millionen Euro verlassen. Ihn zieht es eher in die Premier League - möglicherweise auch schon in diesem Sommer. Manchester City um Trainer Pep Guardiola liegt im Rennen um Gvardiol in der Pole Position.
Einen Spieler wie Evan N'Dicka von Eintracht Frankfurt erachtet man beim Deutschen Meister laut Plettenberg jedoch nicht als "bayerntauglich". Der Ivorer wird sich zudem der AS Roma anschließen und dort einen Fünf-Jahres-Vertrag unterschreiben.
Transferjournalist Gianluca Di Marzio hat nun Chelseas Kalidou Koulibaly mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht. Wie heiß die Spur ist wird sich in den kommenden Tagen erst herausstellen.
Dementsprechend muss der FC Bayern den Markt weiterhin sondieren und schauen, wie sich die Transferperiode noch entwickelt. Es gibt viele Fragezeichen, die hinter der Bayern-Mannschaft der kommenden Saison stehen. Was sich jedoch andeutet: Die Tuchel-Mannschaft wird ein deutlich verändertes Gesicht haben.
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