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FC Bayern wartet auf Kai Havertz: Das macht ihn so wertvoll

Leverkusens Ass unter der Lupe

Marco Wiefel

30.06.2019 | 19:22 Uhr

Dass Kai Havertz (l., im Duell mit Bayerns Thomas Müller) seinen Vertrag in Leverkusen langfristig erfüllt, ist ''utopisch'', sagt Sky Reporter Marco Wiefel.
Image: Dass Kai Havertz (l., im Duell mit Bayerns Thomas Müller) seinen Vertrag in Leverkusen langfristig erfüllt, ist ''utopisch'', sagt Sky Reporter Marco Wiefel. © Getty

In den Zukunftsplanungen des FC Bayern München spielen Leroy Sane und Kai Havertz ganz zentrale Rollen. Sky Reporter Marco Wiefel beleuchtet, warum gerade Havertz ein großer Gewinn für die Bayern wäre.

Sane und Havertz sollen nach den Wünschen und dem Selbstverständnis der Verantwortlichen des Rekordmeisters eine neue, erfolgreiche "Mia san mia"-Ära mit einleiten, gestalten und prägen.

Sane mit Vorsprung in Sachen Glamour und Erfahrung

Der Schritt ins Epizentrum des deutschen Fußballs wäre für Havertz der nächste wichtige in einer bis dato ohnehin schon rasant verlaufenden Karriere. Für Sane wäre es eher "nur" ein weiterer. Er hat sie ja bereits kennengelernt, die ganz große Bühne mit dem entsprechenden TamTam und Chichi.

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Hohes sportliches Niveau, hohes Gehalt, hoher Glamour-Faktor: Leroy Sane weiß sich mittlerweile in all diesen Belangen auf und außerhalb des Platzes in Szene zu setzen. Von daher verzeichnet der 23-Jährige schon ein gehöriges Plus an Erfahrung gegenüber Kai Havertz.

Havertz hat die Talent-Phase übersprungen

Doch das Paradoxe ist, dass gerade dieser Kai Havertz, zumindest in rein fußballerischer Hinsicht, zuweilen wirkt wie die personifizierte Erfahrung. Vor wenigen Tagen wurde er 20, vor wenigen Wochen von den Kollegen aus der Bundesliga zum besten Spieler der abgelaufenen Saison gewählt. Mehr glaubwürdige Wertschätzung geht kaum. Dabei war es erst seine zweite komplette als Profi.

Seit Havertz in der Spielzeit 2016/2017 vom damaligen Trainer Roger Schmidt in den Leverkusener Bundesliga-Kader geholt wurde, agiert er außergewöhnlich. Als Bayer 04 im Frühjahr 2017 der Zweitklassigkeit entgegen taumelte, war es der Youngster, der mit seinen damals 17 Jahren mitten im Abiturstress dem Team als Fixpunkt diente und es zum Klassenerhalt führte.

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Spätestens seitdem wirkt es, als habe Havertz die Phase des Talentseins einfach übersprungen. Die Ruhe, die Souveränität, die Unbekümmertheit, die Resistenz gegen Druck, das technische Vermögen, der Instinkt und das Gefühl für Raum und Mitspieler - all das bedeckt er zuweilen mit einem Mantel der Unscheinbarkeit. Er kann so viel, doch Havertz braucht nur wenig, um Vieles und Großes möglich zu machen. Es ist gerade das wohltuend Unauffällige, was ihn so stark, so charismatisch und so auffällig macht.

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Vertragserfüllung bei Havertz utopisch

Und diese angenehme zurückhaltende Art schützt er selbst und schützen auch die, denen er vertraut. Familie, Berater und auch die Entscheidungsträger bei Bayer 04 Leverkusen.

Kai Havertz hat einen Vertag bis 2023 bei der Werkself. Dass er diesen erfüllt, ist im Grunde utopisch. Mit diesen Gegebenheiten setzten sie sich bei Bayer dementsprechend auch völlig emotionslos auseinander. Es hat Tradition, dass Leverkusen begabten Spielern die Chance bietet, sich selbst und den eigenen Marktwert gewinnbringend zu entwickeln.

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Selbstredend, dass Bayer 04 diese Tradition nicht uneigennützig pflegt. Die Mechanismen des Geschäfts werden eben auch hier durch die passenden Ablösesummen in Gang gesetzt. Doch im Fall von Kai Havertz wird das ungeschriebene Leverkusener Gesetz aus der Calmund-Ära, nach welchem Spieler, für die ein Schnappatmung verursachendes Angebot hinterlegt wurde, unverzüglich mit einer Briefmarke im Bereich des Allerwertesten versehen und auf direktem Weg mittels Schubkarre zum interessierten Verein zu verfrachten werden, außer Kraft gesetzt.

Leverkusen gibt Bayern einen unüblichen Korb

Knapp 90 Millionen Euro soll Bayern München geboten haben. Leverkusen lehnte ab. Nicht unbedingt die Summe, sondern die nicht unbedingt marktübliche Reaktion von Bayer 04 Leverkusen lässt dabei erstaunen. Aber sie zeigt eben auch, wie enorm wichtig Havertz derzeit noch für Leverkusen ist - nicht zuletzt auch in puncto Image.

Und Bayern? Hat die Entscheidung akzeptiert, leise. Denn alle Beteiligten wissen, dass Leverkusen Havertz den nächsten Schritt nicht verbaut. Der nächste Schritt wird dann nächstes Jahr wohl Richtung Bayern gesetzt, möglicherweise wird es dann auch noch teurer. Das bedingt eben der Mix aus Fürsorge und Kalkül. Auch das muss Kai Havertz nicht mehr lernen.

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