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FC Schalke 04: Kommentar zur Krise bei Königsblau

Kommentar zur Schalker Krise: Jahrelanges Kollektivversagen

24.11.2020 | 19:43 Uhr

Der FC Schalke 04 liegt am Boden. Sky Reporter Dirk große Schlarmann kommentiert die Situation bei den Königsblauen.
Image: Der FC Schalke 04 liegt am Boden. Sky Reporter Dirk große Schlarmann kommentiert die Situation bei den Königsblauen. © Imago

Die Talfahrt des FC Schalke 04 hält weiter an. Die Lage der Königsblauen wird immer prekärer. Sky Reporter Dirk große Schlarmann mit einem Kommentar zur Situation bei S04.

Schalke liegt am Boden. Einer der größten Klubs Deutschlands zittert um den Verbleib in der Bundesliga und auch um die Existenz. Einen Abstieg könnte der Klub wohl nicht vertragen.

Aber wie konnte es soweit kommen? Schalke war jahrelang international gesetzt, das moderne Stadion selbst finanziert, immer voll, die Jugendabteilung spuckte Talente, wie Neuer, Draxler oder Özil quasi im Jahresrhythmus aus.

Aber dann wollte Schalke plötzlich mehrere Stufen in der Entwicklung auf einmal nehmen, im ganz großen Konzert der Big Player a la FC Bayern, Real Madrid oder Mailand mitspielen. Weg vom schmuddeligen Image des Kumpel- und Malocherklubs, hin zum Vorzeige-Bling-Bling-Verein.

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Ablösen und Gehälter explodierten - große Namen mussten her. Schalke verlor dabei aber komplett seine wichtige, bodenständige und sympathische DNA aus den Augen. Ob Spielermentalitäten zu denen des Vereins passten, war zweitrangig oder gar vollkommen uninteressant. Man könnte sagen: Schalke wurde größenwahnsinnig, schmiss mit dem Geld nur so um sich.

Viele fragen sich, wann hat das angefangen? Unter Felix Magath, Horst Heldt, Christian Heidel, oder ist an allem Clemens Tönnies schuld? Es wäre viel zu einfach einer Person die Hauptverantwortung zuzurechnen, vielmehr handelt es sich um ein jahrelanges Kollektivversagen aller Vereinsgremien, denn jeder Schritt wurde von Vorständen, Aufsichtsräten oder Trainern mitgetragen und somit dem zugestimmt. Der Prozess ist nun so weit vorangeschritten, dass er kaum, oder sogar gar nicht mehr aufzuhalten ist.

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Für viele Fans wäre ein Abstieg sogar schon eine Art erlösender Neuanfang: Weg mit überbezahlten Spielern, die sich nicht mit dem Verein identifizieren; weg mit Vorständen, die den Verein zu etwas machen wollen, was er nicht ist; weg mit Trainern, die den Druck im Pott nicht standhalten können.

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Ein interessanter Gedanke, aber dieser reinigende Absturz wird so nicht stattfinden. Der Schuldenstrudel ist dafür einfach zu groß - die über 200 Millionen Euro hohen Verbindlichkeiten kann Schalke in Liga 2 durch geringere TV- und Sponsoringeinnahmen nicht mehr bedienen. Die Existenz ist dementsprechend nicht mehr sicher.

Schalke muss auf ein Wunder hoffen, irgendwie in der Liga zu bleiben, und darauf, dass endlich alle Verantwortlichen die Fehler sehen, sich eingestehen und daraus lernen, und sie nicht immer wieder und weiter machen.

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