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HSV: Magath zerpflückt "Märchenerzähler" Titz

Kritik an Trainerwahl

von Mark Schnell

07.10.2018 | 23:57 Uhr

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Felix Magath spricht über die Trainersituation beim Hamburger SV.

Felix Magath äußert sich bei Sky Sport äußerst kritisch zur Trainerwahl des Hamburger SV. Und auch die HSV-Führung bekommt ihr Fett weg.

Dank der Routiniers Hunt und Holty beendete der Hamburger SV in Darmstadt seinen negativen Lauf mit drei Spielen ohne Sieg und Tor. Das Team von Christian Titz gewann mit 2:1 und feierte den fünften Saisonsieg.

Für den Ex-Trainer der Hanseaten Felix Magath ist Trainer Christian Titz dennoch nicht die richtige Wahl und daher sieht er den Wiederaufstieg nicht als Selbstläufer. "Es ist ja gerade die Zeit der Märchenerzähler. Titz ist ein Mann, der gut erzählen kann. Der HSV muss eigentlich einen anderen Anspruch haben, als einen unbekannten aus der Jugend zu holen, und ihm dann so eine Aufgabe anzuvertrauen", ledert der 65-Jährige bei Sky.

Die Mission Aufstieg ist in seinen Augen daher durchaus in Gefahr. "Das ist für mich so eine Art Glückspiel. Drücken wir mal die Daumen. Wenn es gut geht, dann sind wir alle froh, haben wir alles richtig gemacht", so Magath.

Magath hätte auf erfahrenen Trainer gesetzt

Diese Mission hat man bei den Rothosen vor der Saison dem Coach der U23 anvertraut. Von den Qualitäten des Christian Titz ist Magath aber noch nicht überzeugt. "Ich könnte ihn aktuell mit niemanden vergleichen. Da ist ein Trainer wie Dardai oder so schon ein anderes Kaliber", sieht er beim 47-Jährigen noch Entwicklungsbedarf.

Der Meistercoach hätte eher auf einen erfahrenen Trainer gesetzt. "Wenn man so einen Verein führen will, muss man versuchen, das Bestmöglichste für den Verein zu machen, und dann jemanden verpflichten, mit dem man auch von vorneherein sagen kann: 'Das ist einer, der kann aufsteigen'", erklärt Magath weiter.

Auch den Hype um Titz in den Anfangsmonaten kann Magath nicht nachvollziehen: "Man bekam ja das Gefühl, als ob Pep Guardiola dreimal am Tag bei Titz anrufen würde."

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Kritik an Führungsspitze

Von der Hamburger Führungsspitze zeigt er sich zudem enttäuscht. "Es hat mich irritiert, dass es möglich war, den HSV absteigen zu lassen. Der Trainer macht es ja nicht alleine. Ein Verein braucht eine Führungspersönlichkeit an der Spitze, die versteht, was auf dem Platz passiert. Das gab es lange nicht mehr."

Dass Titz und Lewis Holtby den gleichen Berater haben, spricht seiner Meinung nach "nicht für einen guten Verein". "Da schüttelt es mich!", legt Magath nach.

Deutlich Kritik gibt es auch an HSV-Boss Hoffmann: "Von Marketing scheint er was zu verstehen... Sportlich wäre mir wohler bei einer Konstellation wie in Gladbach mit Hans Meyer."

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