FIFA gegen UEFA: Weltverband wirft Europas Fußball-Bund "Desinformationskampagne" vor
Die FIFA hat im Streit mit der UEFA schwere Vorwürfe erhoben. Der Weltverband wirft der Europäischen Fußball-Union eine "Desinformationskampagne" vor und sieht einen Versuch, die FIFA-Präsidentschaftswahl 2027 zu beeinflussen.
29.09.2026 | 10:00 Uhr
Im Zentrum des Konflikts steht FIFA-Präsident Gianni Infantino. Die UEFA bereitet rechtliche Schritte wegen eines gescheiterten Investorenplans des Weltverbandes vor.
Der Kampf um die Macht beim FIFA hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Die FIFA wirft der UEFA im Zuge der juristischen Auseinandersetzung zwischen den beiden Verbänden eine "Desinformationskampagne" vor. In ihrer Stellungnahme bei einem Bundesbezirksgericht in Florida bezichtigt die FIFA die UEFA zudem, dass sie mit ihren juristischen Schritten versuche, die kommende FIFA-Präsidentschaftswahl zu beeinflussen.
In ihren eingereichten Dokumenten spricht die FIFA von "zahlreichen falschen oder irreführende Aussagen" der UEFA über den Weltverband und seinen Präsidenten Gianni Infantino. Darunter sei die Behauptung, Infantino habe aus dem gescheiterten Investorenplan persönlichen Profit schlagen wollen.
Schwere Vorwürfe
Hintergrund ist die von der UEFA vorbereitete Strafanzeige in der Schweiz gegen Infantino. Dabei geht es um die Rolle des FIFA-Chefs beim inzwischen verworfenen Plan, Anteile an Turnieren des Weltverbandes an private Investoren auch aus dem Umfeld von US-Präsident Donald Trump zu verkaufen. Ziel der UEFA ist es, Infantino vor der Präsidentschaftswahl beim Kongress im März 2027 zum Aufgeben zu zwingen.
Um die Anzeige voranzutreiben, hat die UEFA vor US-Gerichten die Herausgabe von relevanten Unterlagen beantragt - unter anderem durch die FIFA selbst sowie die Investmentgesellschaft Thrive Capital, die als Hauptinvestor eine wichtige Rolle in Infantinos Plan gespielt hatte. Die Unterlagen sollen als Beweismittel verwendet werden.
FIFA reicht Unterlagen ein
In dem Antrag kritisiert die UEFA unter anderem den "absurd niedrig" angesetzten Unternehmenswert von rund 20 Milliarden US-Dollar. Der Plan sei dazu gedacht gewesen, Infantino und einem kleinen Kreis "eine dauerhafte Beteiligung an den wertvollsten Vermögenswerten der FIFA zu verschaffen und ihnen anderweitig Gewinne daraus zu ermöglichen - zum Nachteil der FIFA, ihrer Mitglieder und anderer Akteure innerhalb der Fußballfamilie", hieß es.
Diese Vorwürfe wies die FIFA mit ihren nun eingereichten Unterlagen zurück.
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