Fußball News: Weltweit trauern Fans um die Diego Maradona

Tränen, Gesänge, Feuerwerk: So trauern die Fans um Diego Maradona

Rund um den Globus trauern Fans um ihr größtes Fußball-Idol.
Image: Rund um den Globus trauern Fans um ihr größtes Fußball-Idol.  © Imago

Die Nachricht vom Tod des argentinischen Fußball-Genies hat nicht nur Buenos Aires und Neapel in den Grundfesten erschüttert. Die Trauer vereint Fans weltweit.

Der weinende River Plate-Anhänger, der von verfeindeten Boca-Juniors-Fans tröstend in den Arm genommen wird. Hunderte Argentinier, die am blauweiß erleuchteten Obelisken inmitten von Buenos Aires gleichgesinnt singen. Das Antlitz Diego Maradonas auf einer Hauswand in Neapel im Schein bengalischer Feuer. Zwei Städte, nein, die Welt ist seit Mittwoch in Schmerz und Trauer um den größten Fußballer einer Epoche vereint.

Hier zum Durchklicken: Fans trauern um die verstorbene Fußball-Ikone

  1. Der Tod ihres Fußball-Idols schockt die Fans in Argentinies Hauptstadt Buenoes Aires.
    Image: Der Tod ihres Fußball-Idols schockt die Fans in Argentinies Hauptstadt Buenos Aires.  © Imago
  2. Die Gedanken an den einstigen Weltklassespieler ruft bei den argentinischen Einwohner volle Emotionen ab. Das Weinen als Zeichen der Verbundenheit zu Maradona.
    Image: Die Gedanken an den einstigen Weltklassespieler rufen bei den argentinischen Einwohner viele Emotionen hervor.  © Imago
  3. Auch Neapel lässt diese Nachricht nicht kalt. Für ihren Star, der sieben Jahre für die Neapolitaner spielte, zündeten die Anhänger Kerzen für ihr Idol an.
    Image: Auch Neapel in Neapel löst die Nachricht vom Tod Maradonas Bestürzung aus. Für ihren Star, der sieben Jahre für die Neapolitaner spielte, zünden die Anhänger Kerzen für ihr Idol an. © Imago
  4. Zum letzten Mal spüren die Anhänger eine direkte Verbindung mit ihrem Held. Der letzte Kontakt zwischen begeisterten Zuschauer und der Legende.
    Image: Die Fans versammeln sich in der Trauer an einem Porträt ihres Idols. © Imago
  5. Die Argentinier sind stolz auf ihre Ikone. Auch auf den Straßen bringen sie dieses Gefühl zur Geltung.
    Image: Die Argentinier sind stolz auf ihre Ikone. Auf den Straßen bringen sie dieses Gefühl zur Geltung. © Imago
  6. .......der ehemalige geniale Mittelfeldspieler wird in seiner Heimat angebetet und erreichte Legenden-Status. Nicht nur Südamerika verneigt sich vor dem Weltmeister von 1986.
    Image: Maradona wird in seiner Heimat verehrt und erreicht Legenden-Status. Nicht nur Südamerika verneigt sich vor dem Weltmeister von 1986. © Imago
  7. Gemeinsam will man den Verlust des vierfachen argentinischen Fußballer des Jahres emotional verarbeiten.
    Image: Gemeinsam will man den Verlust des vierfachen argentinischen Fußballer des Jahres emotional verarbeiten. © Imago
  8. Trikots, Banner und Blumen wurden an den Zäunen Chiles befestigt, um der "Hand Gottes" zu gedenken und zu ehren.
    Image: Trikots, Banner und Blumen wurden an den Zäunen der argentinischen Botschaft in Santiago de Chile befestigt. © Imago
  9. Anstehen für einen der besten Fußballer aller Zeiten. Die Einwohner Neapels versammeln sich zahlreich, um sich zu verabschieden. Ein Trikot als Symbol der Gemeinschaftlichkeit darf nicht fehlen
    Image: Die Einwohner Neapels versammeln sich zahlreich, um gemeinsam zu trauern. © Imago
  10. Unschwer zu erkennen ist, dass der Argentinier mit seinen Taten auch Neapel verzaubert. Die Flagge mit Maradonas Kopf wird vor dem Stadio San Paolo gehisst.
    Image: Der Argentinier hat ganz Neapel verzaubert. Die Flagge mit Maradonas Kopf wird vor dem Stadio San Paolo geschwenkt. © Imago
  11. Aufgestellte Lichter, welche an die Rückennummer des Profis erinnern. Jung und alt wollen an diesem Abend des 25. November teilnehmen.
    Image: Aufgestellte Lichter, welche an die Rückennummer des Profis erinnern.  © Imago
  12. Zum letzten Mal wollen die neapolitanischen Fans auf einer Höhe mit ihrem sportlichen Vorbild sein.
    Image: Die neapolitanischen Fans gedenken ihrem Idol gemeinsam. © Imago
  13. Die Anhänger der Argentinos Juniors, wo Maradona vier Jahre kickte, trauern still, mit gesenktem Kopf und passen auf den Wunderkicker auf.
    Image: Die Anhänger der Argentinos Juniors, wo Maradona vier Jahre kickte, trauern still. © Imago
  14. Echte Trauer und reale Emotionen für einen echten Star.
    Image: Die ganze Welt trauert um den Argentinier. © Imago
  15. Eine schmerzliche Trennung: Für ein Jahr spielt der Linksfuß für die Newell's Old Boys. Sinnbildlich für die aktuell Situation steht dieser Fan: Die Fußballwelt muss sich von der Ikone verabschieden.
    Image: Eine schmerzliche Trennung: Für ein Jahr spielt der Linksfuß für die Newell's Old Boys. Auch hier herrscht große Bestürzung. © Imago
  16. Aus dem kleinen argentinischen Jungen, der mit seinen überragenden Fähigkeiten, die Welt verzaubert, wurde einer der besten Fußballer des 20. Jahrhunderts. Eine Fußball-Legende. Die Fußballwelt verabschiedet sich - Ciao, Diego Armando Maradona
    Image: Aus dem kleinen argentinischen Jungen, der mit seinen überragenden Fähigkeiten die Welt verzaubert, wurde einer der besten Fußballer des 20. Jahrhunderts. Eine Fußball-Legende. Die Fußballwelt verabschiedet sich - Ciao, Diego Armando Maradona! © Imago

Fans wollen sich verabschieden

Am Tag danach pilgerten Trauernde weit vor Toröffnung um 8 Uhr zur Casa Rosada, dem rosafarbenen Präsidentenpalast in Argentiniens Hauptstadt. Tausende, die Regierung rechnet mit einer Million, wollen sich von ihrem dort aufgebahrten, an einem Herz- und Atemstillstand verstorbenen Idol verabschieden. Auf dem Balkon der Residenz hatte sich Maradona 1986 als Weltmeister feiern, aber auch 1990 nach dem verlorenen Finale gegen Deutschland trösten lassen.

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Uli Borowka durfte drei Mal gegen Diego Maradona, ''einer der größten Fußballer'', spielen und erinnert sich im Interview an die Trikotübergabe mit dem Argentinier (Videolänge: 4:45 Min.).

Der Linksfuß, glühender Verfechter des kubanischen Revolutionsführers Fidel Castro, der ebenfalls an einem 25. November (2016) verstarb, wurde am Mittwoch gegen 11.30 Uhr nur noch leblos in seinem Bett vorgefunden. Akute Herzinsuffizienz ergab die Autopsie, zudem ein daraus resultierendes Lungenödem. Nach dem Notruf standen neun Rettungswagen vor seinem neuen Anwesen in Tigres. Keiner hätte rechtzeitig herbeieilen können.

Neapel-Stadion soll nach Maradona benannt werden

Und während die Prominenz noch ihrer Trauer in mitfühlenden Worten freien Lauf ließ, gehörte Maradona bereits dem Fußball-Fußvolk. An jedem anderen Tag hätte der River-Plate-Fan mit seinem Sonnenhut in rot-weißen Vereinsfarben am Haupteingang des Boca-Tempels La Bombonera Prügel bezogen, am Mittwoch war er jedoch begehrtes Selfie-Motiv. Weil, wie bei vielen seiner Landsleute, die Tränen kullerten.

In Neapel, wo Maradona mit dem SSC 1987 und 1990 die Meisterschaft, 1987 den italienischen Pokal und 1989 den UEFA-Cup gewann, strömten die Menschen trotz coronabedingter Ausgangssperre auf die Straßen, Fans zündeten Knallkörper und bengalische Feuer. Das Stadio San Paolo soll gar in Stadio Diego Armando Maradona umbenannt werden. In Buenos Aires hielt La 12, Bocas berüchtigter Fanklub, lautstark Totenwache am Plaza de Mayo.

Der verlorene Drogen-Kampf

Kurioserweise spiegelten die letzten Tage Maradonas Auf und Ab im Leben zwischen Fußballkunst, Starkult und Drogensumpf wider. Am 30. Oktober, als er 60 wurde, trat er letztmals öffentlich auf, erbärmlich torkelnd, um Worte ringend. Am Montag darauf folgte die Einlieferung in ein Krankenhaus, eine Not-OP am Hirn, die schnelle Entlassung, der Umzug in ein neues Heim, die Zuversicht aller - Familie, Ärzte, Fans - auf eine erneut schnelle Genesung.

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Doch die Abschottung während der Pandemie, die Tabletten gegen seine Schlafstörung, die gleichzeitig mit Alkohol besänftigte Depression gaben dem schon vom langjährigen Drogenkonsum und einem wegen Fettsucht gelegten Magen-Bypass angeschlagenen Künstler am Ball - und mehr konnte er auch nie - den Rest.

Diego Armando Maradona Franco ist tot. Ein Herz- und Atemstillstand. Nicht auf dem Fußballplatz, nach keiner Drogenorgie, fernab eines überbordenden Gefühlsrausches, vielmehr schlafend im Bett. Am Ende war "D10s", der Fußball-Gott mit der Zehn auf dem Rücken, doch ein Normalsterblicher.

Sport-Informations-Dienst (SID)