Glasner vor besonderen Wochen mit Crystal Palace
Es sind seine Abschiedswochen: Oliver Glasner steht mit Crystal Palace vor einem spannenden Saisonfinale. Vor allem das nächste Aufeinandertreffen mit dem FC Liverpool unterstreicht, wie außergewöhnlich diese Spielzeit für die Eagles verlaufen ist.
24.04.2026 | 15:07 Uhr
Dreimal hat Crystal Palace Liverpool bereits geschlagen. Eine Serie, die Glasner vor der Saison kaum für möglich gehalten hätte.
"Wenn man vor der Saison sagt, wir gewinnen einmal gegen Liverpool, dann denke ich, ist das gut. Wenn man sagt, wir gewinnen zweimal, ist das sehr gut. Dreimal - daran kann man fast nicht glauben", erklärt der Trainer exklusiv gegenüber Sky Sport.
Erst gewannen die Eagles im Sommer den FA Community Shield mit 3:2 im Elfmeterschießen gegen die Reds, dann folgte ein 2:1-Heimsieg in der Premier League sowie ein 3:0-Erfolg im Achtelfinale des Carabao Cups. Nun steht das vierte Duell auf der Programm. "Jetzt spielen wir das vierte Mal gegen sie und haben schon dreimal gewonnen. Wenn ich jetzt sage, wir gewinnen viermal, dann geht das eigentlich gar nicht. Aber ich glaube, dass diese Jungs das schaffen können."
Der Reiz dieser Konstellation ist für Glasner enorm. "Wenn du Liverpool viermal in einer Saison spielst und dreimal gewonnen hast, dann willst du diese einmalige Chance nutzen." Trotzdem bleibt der Blick realistisch. "Wir haben großen Respekt vor Anfield und Liverpool - das ist einfach eine Top‑Mannschaft", betont Glasner, der Crystal Palace nach dem Saisonende verlassen wird.
Palace das Zünglein an der Waage im Titelrennen
Mit der Partie gegen Liverpool werden seine Abschiedswochen eingeläutet, dies ist aber nur der Anfang einer aufregenden Phase. Zum einen können die Londoner mit Spielen gegen Manchester City und Arsenal noch gehörigen Einfluss auf den Titelkampf nehmen. Glasner bewertet das nüchtern. "Der englische Meister macht sich selber", sagt er. Ob es am letzten Spieltag zu einer Entscheidung kommt, hänge von den Ergebnissen der Titelanwärter ab. "Ob eine Mannschaft alles gewinnt und die andere ein bisschen verliert - da haben wir keinen Einfluss drauf."
Dennoch erkennt Glasner die besondere Phase. Schon im Vorjahr habe ein Saisonabschluss in Anfield seinen Reiz gehabt. "Schauen wir mal, wie es diese Saison endet."
Traum vom Finale in Leipzig
Persönlich könnte sich Glasner noch mit einem weiteren Titel verabschieden. In der Conference League wartet im Halbfinale Schachtjor Donezk. Glasner spricht vom bislang stärksten Gegner in diesem Wettbewerb.
Das Ziel sei der Finaleinzug in Leipzig, wenige Tage nach dem Ligaspiel gegen Arsenal. Ein möglicher perfekter Abschied? "Natürlich wäre das ein Drehbuch, das ich gerne lesen würde", sagt Glasner. Doch er bremst: "Ich mache nie gern den zweiten Schritt vor dem ersten. Der erste Schritt ist Schachtjor Donezk."
Hoffnung auf ein Happy End
An Melancholie denkt Glasner noch nicht. "Dafür geht es noch um zu viele Sachen", sagte er. Die Zeit in London beschreibt er als prägend, voller besonderer Momente und großartiger Menschen. Sein Gefühl: "Wir sind noch nicht beim Nachwort. Es kommen jetzt erst die spannenden letzten Seiten eines Buches, wo wir alle auf ein Happy End hoffen."
Und wie geht es danach weiter mit Glasner? Seine eigene Zukunft lässt der 51-Jährige weiter offen: "Das weiß ich nicht. Im Fußball sind meine Erfahrungen: Es kommt immer anders, als man denkt und plant", sagt er und weiter: "Ich plane da jetzt nichts, ich lasse es auf mich zukommen. Es kann auch wieder etwas ganz anderes passieren."