Goeßling: "Steffi findet viele richtige Worte"

DFB-Frauen vor dem Spiel gegen Italien

Lena Goeßling lobt Bundestrainerin Steffi Jones.
Image: Lena Goeßling lobt Bundestrainerin Steffi Jones.  © Getty

Nach der Nullnummer zum Auftakt geht’s für die DFB-Frauen nun gegen Italien. Lena Goeßling spricht mit Sky Sport exklusiv über den EM-Start, Trainerin Steffi Jones und ihre neue Rolle im Kader.

Sky Sport: Frau Goeßling, Deutschland ist mit einem Remis gegen starke Schweden ins Turnier gestartet. Fazit: Gute Ansätze, aber auch Luft nach oben. Wird der 7. EM-Titel in Folge schwieriger als erwartet?

Lena Goeßling: Beim EM-Titel 2013 sind wir auch holprig gestartet, da war ich dabei. Wir sind damals glaube ich mit vier Punkten ins Viertelfinale gezogen. Ein Eröffnungsspiel ist immer... naja, man ist viel angespannter. Wir haben Luft nach oben, das wissen wir. Aber Schweden war auch kein schwacher Auftaktgegner. Von daher würde ich nicht sagen, dass der EM Titel schwieriger oder gefährdet ist.

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Durch das 0:0 gegen Schweden sind die deutschen Damen mit einem kleinen Dämpfer in die EM gestartet.

Sky Sport: Es ist das erste große Turnier unter Trainerin Steffi Jones. Was macht Sie anders, beispielsweise was das Motivieren oder die Spielvorbereitung angeht?

Lena Goeßling: Ich finde, man kann die Personen gar nicht so richtig vergleichen. Jeder hat seinen eigenen Stil. Steffi hat schon irgendwie die gleiche Art. Sie findet viele richtige Worte, aber die Mannschaft ist motiviert genug. So viel braucht sie zurzeit gar nicht machen. Wir sind alle sehr, sehr, sehr motiviert, den Titel zu holen.

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Lena Goeßling: Pflicht! Wir müssen gewinnen, um die Gruppenphase zu überstehen.

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Image: Die Italienerinnen haben ihr Auftakt-Match gegen Russland überraschend verloren.  © Getty

Sky Sport: Italien ist klarer Underdog, aber meistens bissig. Was für ein Spiel erwarten Sie?

Lena Goeßling: Ich glaube, dass es ein sehr zweikampfstarkes Spiel wird und die uns richtig auf den Füßen stehen werden. Aber wenn wir unsere Qualität und Spielfreude zeigen, dann werden wir ein gutes Spiel liefern, uns viele Torchancen herausarbeiten und viele Tore schießen.

Sky Sport: Die Chancenverwertung war gegen Schweden allerdings ausbaufähig: Wie schwer wiegt der Ausfall von Svenja Huth?

Lena Goeßling: Das war für jede Spielerin erstmal ein Schock, dass man gerade ins Turnier gestartet ist und sie dann ausfällt. Für sie persönlich ist es natürlich am schlimmsten. Es tut uns super leid, aber wir haben zum Glück große Qualität im Sturm. Wir versuchen weit zu kommen, so dass sie noch mal eingreifen kann. Ich hoffe, dass die Spielerin, die sie vertritt, die Tore für Svenni schießt.

Muskelfaserriss beim Auftakt! Stürmerin Svenja Huth kann frühstens zum hypothetischen Halbfinale wieder mitmischen.
Image: Muskelfaserriss beim Auftakt! Stürmerin Svenja Huth kann frühstens zum hypothetischen Halbfinale wieder mitmischen.  © Getty

Sky Sport: Zu ihrem persönlichen Schicksal: Nach ihrer schweren Verletzung kamen Sie in Spiel eins nicht zum Einsatz. Welche Rolle können Sie nach der siebenmonatigen Pause ohne Bundesliga-Praxis spielen?

Lena Goeßling: Ich hole mir in jeder Trainingseinheit mehr Praxis und Selbstbewusstsein. Wenn ich mich gut weiterentwickele, kann ich vielleicht mit meiner Erfahrung in den letzten Spielen noch mal eingreifen. Ich bin erstmal froh, dass ich die Verletzung überstanden habe und ich den Sprung hierher geschafft habe.

Sky Sport: Wie hart ist die Reservistenrolle nach dem EM-Titel 2013 und Olympia-Gold 2016 für Sie?

Lena Goeßling: Ich wusste schon vorher, dass es für mich schwer wird, in die erste Elf zu kommen. Mir war klar, dass ich nicht viele Spielminuten bekomme. Aber ich finde es ein tolles Zeichen von Steffi, dass sie mich trotz der langen Verletzungspause mitgenommen hat.

Ich stelle mich hintendran - und wenn ich gebraucht werde, bin ich da.
Lena Goeßling

Wenn ich Einsatzzeit bekomme, werde ich versuchen, mich aufzudrängen, um dann vielleicht mal von Anfang an zu spielen. Aber ich bin ein Teamplayer und gönne es jeder Spielerin, die ein gutes Spiel macht, dass sie auch wieder spielt. Von daher stelle ich mich hintendran und wenn ich gebraucht werde, bin ich da.

Sky Sport: Welchen Tipp haben Sie für die Mädels, damit es überhaupt zu den K.o.-Spielen kommt?

Lena Goeßling: Wir müssen uns selber vertrauen. Wir wissen, was wir können. Wir brauchen die nötige Ruhe und nötige Intelligenz vor dem Tor. Einfach viele Tore schießen und Selbstvertrauen holen.