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Hertha BSC News: Berlins Neuzugang Stevan Jovetic im Porträt

Raketenstart für Jovetic! Weltenbummler soll Hertha-Leader werden

Lars Pricken

31.07.2021 | 18:49 Uhr

Stevan Jovetic hat bei seinem Debüt für die Hertha doppelt getroffen.
Image: Stevan Jovetic hat bei seinem Debüt für die Hertha doppelt getroffen.  © Getty

Beim sensationellen 4:3-Testspielsieg der Hertha gegen den FC Liverpool überragte mit Doppelpacker Stevan Jovetic ein ganz neuer Mann bei den Berlinern. Der Weltenbummler soll Konstanz in die Offensive der Hauptstädter bringen und zum Leader der "neuen" Hertha werden.

Am vergangenen Dienstag stellten die Berliner mit Jovetic ihren dritten Neuzugang in diesem Sommer offiziell vor. Der Angreifer kommt ablösefrei in die Bundesliga, spielte zuvor bei der AS Monaco. Mit dem 31-Jährigen bekommt Trainer Pal Dardai einen variablen Stürmer, der nicht nur spielerisch perfekt in die neue Philosophie der Hertha passt.

Bobic feilt an Herthas Identität

Sportdirektor Fredi Bobic will beim "Big City Klub" nicht unbedacht mit Geld um sich werfen. Das Ziel: Ein gut zusammengestellter und ausgewogener Kader, mit einer klaren Hierarchie innerhalb der Mannschaft. So sollen Allüren und damit verbundene Formschwankungen, die in der vergangenen Saison unter anderem Matheus Cunha an den Tag legte, keinen Platz mehr finden. Der Weg ist jener, den Bobic in den letzten Jahren mit Erfolg bei der Eintracht etabliert hat.

Die bisherigen Transfers stehen sinnbildlich dafür. Ex-Schalker Suad Serdar galt als absoluter Wunschspieler für das Zentrum. Doch statt für die im Winter kolportierten 40 Millionen Euro lotste der Manager den Mittelfeldspieler für rund acht Millionen Euro an die Spree. Dazu wurde mit Kevin-Prince Boateng ein echter Berliner zurückgeholt, den Bobic bereits in Frankfurt verpflichtet und integriert hat. Der Dank: Eine starke Saison als Allzweckwaffe und eine legendäre Vorlage im DFB-Pokalfinale, die den Adlern den Titel bescherte.

Raketenstart gegen Liverpool - Jovetic kann sofort helfen

Der jüngste Neuzugang Jovetic steht für ähnliche Werte, wie Boateng. Der Stürmer ist ein Weltenbummler, der jedem Team allein mit seiner Präsenz und Erfahrung sofort weiterhelfen kann. Das hat der 31-Jährige im ersten Spiel für die Hertha bereits bewiesen. Erst zur zweiten Halbzeit eingewechselt, wird der Nationalspieler Montenegros noch zum Matchwinner beim 4:3-Sieg gegen den FC Liverpool. Erst ein Kopfballtor zum 3:2 in der 66. Minute, dann eine starke Einzelaktion in der 80. Minute zum 4:2, bei der er keinen geringeren als Virgil van Dijk vernaschte.

"Ich kann es kaum erwarten, direkt loszulegen und möchte von Beginn an mit meiner Erfahrung alles einbringen, um der Mannschaft zu helfen", erklärte Jovetic bei seiner Vorstellung am Dienstag und ließ prompt Taten folgen. Erfahrungen hat der Angreifer dabei nicht nur in der Champions- und Europa League gesammelt. Der Offensiv-Allrounder spielte bisher in vier der fünf Topligen in Europa. Nach seinem ersten Bundesliga-Einsatz hat der gelernte Stürmer das Quintett voll. Als erst dritter Spieler überhaupt nach dem Rumänen Florin Raducioiu und dem Dänen Christian Poulsen.

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Bobic freut sich über einen Spieler und Typen

"Mit Stevan bekommen wir einen klassischen Zentrumsspieler für die Offensive, der viel Erfahrung aus den Topligen in Europa mitbringt. Egal ob in der Premier League, der Serie A, der Ligue 1 oder der LaLiga, überall hat Stevan seine Tore erzielt. Mit seinen fußballerischen Qualitäten, aber auch als Typ wird er uns direkt weiterhelfen. Darauf freuen wir uns sehr", schwärmte auch Bobic.

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Der soll einen großen Anteil daran gehabt haben, Jovetic das Projekt Hertha schmackhaft zu machen. "Ich hatte sehr gute Gespräche mit den Verantwortlichen von Hertha BSC, allen voran Fredi Bobic, und war von der ersten Minute an heiß auf das Engagement in Berlin. Ich freue mich jetzt sehr auf den Verein, die Stadt, meine neuen Jungs im Team und auf die Bundesliga", erklärt der Neuzugang.

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Hertha BSC hat in der Saisonvorbereitung ein Ausrufezeichen gesetzt. Das Team von Trainer Pal Dardai besiegte den FC Liverpool mit 4:3. (Videolänge: 39 Sekunden)

City, Inter und Co. - Lebenslauf mit Star-Potenzial

Die bisherigen Stationen können sich sehen lassen. Nach seinem Durchbruch bei Partizan Belgrad wechselte das damals 18-jährige Supertalent im Sommer 2008 zur AC Florenz. Dort kämpfte der Youngster mit Startschwierigkeiten, etablierte sich letztlich aber im Sturm und schoss sich mit der Zeit auf die Wunschzettel zahlreicher Top-Klubs.

Den Zuschlag erhält 2013 Manchester City. Dort spielt der Angreifer ein Jahr, trifft acht Mal und legt fünf Tore auf, kommt aber nicht an City-Stürmer Sergio Aguero vorbei. Es folgen Jahre bei Inter Mailand, dem FC Sevilla und zuletzt der AS Monaco. Und obwohl die Leistungen stets solide waren, fliegt Jovetic eher unter dem Radar.

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Königstransfer Jovetic soll zum Leader werden

Grund dafür sind immer wiederkehrende Verletzungen und die Spielweise des 31-Jährigen. Der Angreifer ist kein klassischer Knipser, der einem Klub 15 Treffer im Jahr garantiert. Auch ist er kein Flügelflitzer mit überragendem Tempo. Der Montenegriner lässt sich oft zurückfallen, beteiligt sich am Spielaufbau und versucht Angriffe zu lenken. Jovetic hat enorme Spielintelligenz und ein gutes Gefühl am Ball. Was nicht heißt, dass er vor dem Kasten nicht die Ruhe bewahren kann.

Diese Variabilität ist das, was sich Trainer Dardai von seinem neuen Schützling verspricht. "Er ist mehr hängende Spitze, kein richtiger Stürmer. Er kommt lieber aus der Mitte, kann aber auch auf dem Flügel spielen", meint der Coach. Der Offensiv-Allrounder soll da helfen, wo er gerade am dringendsten gebraucht wird. In der Spitze, als Spielmacher, über den Flügel - und auch in der Kabine.

Bleibt Jovetic verletzungsfrei, könnte er sich auf und neben dem Platz zu einem echten Leader entwickeln. Und sich so am Ende als Königstansfer für die Hertha entpuppen, die noch immer auf der Suche nach einer eigenen Identität ist.

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