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Historisches Hauptstadt-Derby! "Wer da nicht heiß drauf ist..."

Union gegen Hertha: Mattuschka und Kruse im Doppel-Interview

Lars Pricken

02.11.2019 | 19:52 Uhr

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Vor dem Hauptstadt-Derby zeigt sich Torsten Mattuschka voller Vorfreude und zweifelt an, dass es noch mehr Heißmacher braucht, als das Spiel an sich (Dauer: 18 Sek.).

30 Jahre ist es nun her, dass aus West- und Ost-Deutschland wieder eine Nation wurde. Der Mauerfall ist ein historisches Ereignis, dessen Auswirkungen auch im Sport klar spürbar sind.

Vor dem Aufeinandertreffen zwischen den beiden Hauptstadt-Klubs Union und Hertha (am Samstag ab 17:30 Uhr live auf Sky Sport Bundesliga 1 HD und mit Sky Ticket im Stream) hat Sky Sport mit zwei Vereinsikonen über die Bedeutung des Berlin-Derbys, die Favoritenrolle und den Mauerfall gesprochen.

"Wenn es den Tag nicht gegeben hätte, den 9. November 1989, dann würden wir hier nicht nebeneinander stehen und dann würde es das Derby gar nicht geben", gibt Ex-Hertha-Profi Axel Kruse mit einem Blick auf Union-Ikone Torsten Mattuschka zu bedenken.

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Gemeinsames Bierchen statt "Klassenkampf"

Tatsächlich liegt bei dem Derby ein Hauch von Geschichte in der Luft. Die wankelmütige Verbindung der Hauptstadtklubs hat Tradition, ist mit den Jahren aber vom politischen Kontext in den sportlichen gewandert. Damals noch eine sinnbildliche Freundschaft im Zeichen der Trennung zwischen DDR und BRD, ist aus dem Miteinander große Konkurrenz geworden. Eine Entwicklung, die Mattuschka freut.

Bekannt für seine lockere Art verwundert es kaum, dass der ehemalige Mittelfeldspieler sich ein paar Sticheleien vorweg wünscht: "Man kann sich natürlich verbal piksen. Aber wenn das Spiel ist, soll sich jeder auf das Spiel freuen. Und danach, wenn möglich, sogar zusammen ein Bierchen trinken." Fernab von Politik einfach den Sport genießen, scheint die Devise.

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Ex-Herthaner Axel Kruse und Union-Ikone Torsten Mattuschka sprechen sich für einen angeheizten Umgang miteinander und gegen einen

Dass der Ost-West-Konflikt trotzdem eng mit der Partie verbunden ist, solle man ins Positive drehen. Statt eine "Klassenkampf"-Situation zu schaffen, könne man so "auch international für Berlin werben", meint Kruse. Der 52-Jährige kritisiert deshalb auch den Umgang mit der Begegnung seitens der DFL.

DFL verpasst Chance auf ein Statement

"Ich kann bis heute nicht verstehen, warum das Spiel nicht am 9. November stattfindet. Das wäre ein perfekter Tag gewesen. Auch um nochmal zu zeigen, wie großartig der Mauerfall ist, ohne den das Derby eben nicht zustande kommen würde", so der Ex-Stürmer, der Zuspruch von seinem Gegenüber bekommt.

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Hertha-Legende Axel Kruse findet es Schade, dass das Derby nicht am Jubiläumstag des Mauerfalls stattfindet (Dauer: 59 Sek.).

Die Rollen sind anscheinend klar verteilt. Das "kleine Union" gegen die "große Hertha", heißt es für Mattuschka, der den Eisernen aber gute Chancen ausrechnet. Nicht zuletzt, weil Derbys traditionsgemäß ihre eigenen Gesetze haben und es für die Spieler ein einmaliges Erlebnis wird.

Alles spricht für ein offenes Spiel

"Tusche", wie er von den Unionern genannt wird, meint: "Bei so einem Spiel brauchst du nicht viele Worte an die Mannschaft richten. Wer da nicht geil drauf und heiß ist, der kann gleich zuhause bleiben." Taktisch wiederum hänge es von den letzten Partien des Aufsteigers ab. Diese machen Mut: zwei Siege in Pokal und Liga gegen Freiburg sowie ein denkbar knappes 1:2 gegen den FC Bayern.

Ergebnisse, die auch Kruse und seine Hertha beunruhigen. "Ich habe mich weit aus dem Fenster gelehnt und in unserem Podcast gesagt: 'Wenn wir verlieren, bleibe ich bis Weihnachten im Bett'. Oh Gott", scherzt der Ex-Profi und bekommt den Spruch von Mattuschka direkt um die Ohren: "Dann liegst du dich wohl wund..."

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