Hoffenheim geht in Gladbach unter und verpasst die Champions League
Europa League statt Champions League: Hoffenheim verliert in Gladbach, auch weil Tabakovic gegen seinen Stammverein trifft.
16.05.2026 | 18:16 Uhr
Die TSG hat ihre letzte Chance auf die Champions League deutlich verpasst.
Christian Ilzer klatschte enttäuscht mit seinen Spielern ab, Nationaltorhüter Oliver Baumann ließ den Kopf hängen, dann holte sich die TSG Hoffenheim in der Kurve aufmunternden Applaus ab. Zwar nutzten die Kraichgauer um Trainer Ilzer durch ein 0:4 (0:2) bei Borussia Mönchengladbach ihre Mini-Chance auf die Champions League nicht, in der kommenden Saison kehrt die TSG aber auf die europäische Fußball-Bühne zurück.
Ausgerechnet Tabakovic
"Wir lassen uns das nicht kleinreden. Es war eine großartige Saison", sagte Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker bei Sky. Mit Platz fünf schaffte Hoffenheim den Sprung in die Europa League. "In der Summe ist es so, dass die TSG zum fünften Mal in Europa spielt", freut sich Schicker. Baumann hingegen ärgerte sich: "Wir haben uns schon mehr vorgenommen. Wir wollten schärfer reingehen", sagte der DFB-Keeper. Aber: "Du darfst dir die Laune nicht kaputtmachen. Wir können sehr stolz sein."
Ausgerechnet Haris Tabakovic sorgte mit seinem 13. Saisontreffer früh für klare Verhältnisse. Hugo Bolin (14.), der vor dem Anstoß verabschiedete Tabakovic gegen seinen Stammverein (23.), Kevin Diks (81.) und Robin Hack (90.+1) trafen für die Borussia, die zum siebten Mal in Folge in einem Heimspiel unbesiegt blieb und für das versöhnliche Ende einer schwierigen Saison sorgte. Ob Trainer Eugen Polanski trotz des geglückten Klassenerhalts bleiben darf, ist aber offen. 38 Punkte sind eine magere Ausbeute - seit 2010 waren es in Gladbach nur zweimal weniger.
Lemperle mit Bärendienst
Hoffenheim dagegen kam mit 61 Punkten ins Ziel - und verpasste seinen Punktrekord damit knapp. Ein unglücklicher letzter Auftritt verhinderte einen ähnlichen Coup wie 2016/17, als der Dorfklub unter dem heutigen Bundestrainer Julian Nagelsmann mit 62 Zählern erstmals in die Champions League eingezogen war. Zu allem Überfluss sah Tim Lemperle sechs Sekunden nach Wiederanpfiff die Gelb-Rote Karte (46.).
Er wolle mit seiner Mannschaft noch "ins oberste Regal der Preisverleihung" greifen, hatte Ilzer vor der Begegnung gesagt. Seine Elf begann dann auch forsch, geriet mit der ersten Gladbacher Chance aber in Rückstand: Bolin erzielte ansatzlos sein erstes Tor für die Borussia.
Reitz verpasste letztes Heimspiel
Weil zeitgleich Stuttgart in Frankfurt führte, schwanden die Chancen der TSG früh auf ein Minimum. Das galt erst recht, als Tabakovic schnell erhöhte und sich von den Gladbach-Fans feiern ließ. Der Torjäger wird nach der Saison zunächst nach Hoffenheim zurückkehren. Ein weiterer Treffer von Tabakovic fand wegen einer Abseitsstellung keine Anerkennung (64.). Das dritte Tor besorgte Diks aus der Distanz. Kurz vor Schluss wurde noch Nationalspieler Kleindienst nach langer Verletzungspause unter dem Jubel der Fans eingewechselt. Hack traf zum Endstand.
Neben Tabakovic war vor dem Spiel auch Rocco Reitz verabschiedet worden. Der 23-Jährige, der seit der F-Jugend für die Borussia spielt, war wegen eines schweren Infekts aber im Krankenhaus statt im Stadion. Pfiffe gab es wegen seines anstehenden Wechsels zum ungeliebten Ligarivalen RB Leipzig dennoch.
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