Kahn & Tönnies: Die irre Geschichte zum Schalker Fast-Wechsel

Oliver Kahn als Manager bei Schalke 04? Was heute undenkbar klingt, war 2009 ein ernsthafter Plan.

Oliver Kahn wäre 2009 fast beim FC Schalke 04 eingestiegen.
Image: Oliver Kahn wäre 2009 fast beim FC Schalke 04 eingestiegen.  © DPA pa

Im Sommer 2009 hätte der FC Schalke 04 um ein Haar ein kleines Transfer-Sommermärchen geschrieben. Die Protagonisten im geplatzten Schalker Coup: Clemens Tönnies, Oliver Kahn und ein paar Laufschuhe.

Es war das Jahr 2009. Der VfL Wolfsburg gewann die Deutsche Meisterschaft, Grafite, Edin Dezko und Mario Gomez führten die Torschützenliste an - und Oliver Kahn wäre beinahe bei Schalke 04 eingestiegen. Ja, Sie haben richtig gelesen, Bayern-Legende und Torhüter-Ikone Kahn wäre fast ein Königsblauer geworden. Wie es dazu kam, erzählten Kahn und Clemens Tönnies bei "Triple - der Hagedorn-Fußballtalk" auf Sky Sport.

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2009 gab es ein Treffen zwischen dem damaligen Schalke-Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies und Oliver Kahn. Der S04 war auf der Suche nach einem neuen Manager - bei Triple erzählt Tönnies davon und warum er Kahn wollte.

Tönnies' verrückter Plan mit Kahn

Die Schalker - damals noch in der Bundesliga unterwegs - entließen im Frühjahr 2009 Manager Andreas Müller ebenso wie Trainer Fred Rutten. Der damalige Aufsichtsratsvorsitzende Tönnies hatte einen gewagten Einfall: "Ich habe gesagt, wir machen jetzt auf Schalke was Verrücktes. Das habe ich oft genug gemacht. Wir holen jetzt jemanden, der ein unglaubliches Gesicht ist, eine Persönlichkeit, der den Fußball kennt wie kaum ein zweiter. Das war ein ernsthafter Versuch, Olli nach Schalke zu kriegen."

Gesagt, getan: Kahn, der im Jahr zuvor seine aktive Spielerkarriere beendet hatte, und Tönnies wollten sich bei einem geheimen Treffen im Eichenhof in Rheda über den geplanten Coup austauschen. Es gab nur einen Haken: Von "geheim" konnte nicht mehr die Rede sein.

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Tönnies' und Kahns geplatzter Geheim-Deal

Tönnies erzählt zu Kahn gewandt: "Da war ein Tor davor, ein Zaun drumherum. Wir fahren morgens rein. Dein Berater rief aber an und meinte: 'Ich glaube, das können wir lassen.' Ich wollte gerade zu dir, aber ich kam nicht durch. Da standen zu viele Reporter. Was war passiert? Olli hat eingecheckt im Hotel, hat sich die Laufschuhe angezogen und ist durch den Stadtpark gelaufen." Lachend ergänzt Kahn: "Das war der Fehler, aber ich habe extra noch eine Mütze aufgezogen."

Mütze hin oder her, wenn der "Titan" da ist, sind die Reporter nicht weit - diese Erfahrung machte auch Tönnies: "Die haben dich wohl in dem Innenlokal erkannt, als du einen getrunken hast - ein Wasser natürlich." Kahn schmunzelt: "Ich habe im Hotel gesessen und da lief der Fernseher. Auf einmal stand da unten, dass Oliver Kahn in Rheda-Wiedenbrück ist. Da habe ich gedacht, das ist wohl nicht mehr ganz so geheim."

Oliver Kahn in Rheda nach Gesprächen mit Clemens Tönnies 2009.
Image: Oliver Kahn in Rheda nach Gesprächen mit Clemens Tönnies 2009.  © DPA pa

Magath statt Kahn und ein Kader voller Stars

Bei den Schalkern unterschrieben hat Kahn letztlich nie: "Es war beiderseits sehr ernsthaft. Ich habe mir schon intensiv Gedanken gemacht." Schlussendlich sagte der 56-Jährige aber Tönnies und dem S04 ab: "Ich war erst ein Jahr aus dem Fußballgeschäft raus und normalerweise ist das keine so gute Idee, wenn man noch so sehr aktiver Spieler im Kopf ist, dann gleich in eine operative Rolle zu gehen. Zu dem Zeitpunkt habe ich mich noch nicht so reif dafür gefühlt."

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Schalke und Kahn - das hätte die Fußball-Welt von 2009 ganz schön aufwirbeln können. Zum Abschluss noch ein Schmankerl für Fußball-Nostalgiker: Zum königsblauen Kader der Saison 2009/10 zählten unter anderem Manuel Neuer, Jefferson Farfan, Kevin Kuranyi, Rafinha und Ivan Rakitic. Und wer hat den möglichen Kahn-Posten schließlich übernommen? Felix Magath.

Der Kader des FC Schalke 04 in der Saison 2009/10.
Image: Der Kader des FC Schalke 04 in der Saison 2009/10.  © DPA pa

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