Newcastle United im Umbruch: PL-Klub setzt nach Millionen-Ausverkauf auf Talente
Der Klub des saudischen Staatsfonds verliert seine Stars und schlägt trotz großer Finanzkraft einen überraschenden Kurs ein.
02.08.2026 | 20:16 Uhr
Newcastle United war auserkoren worden, das Flaggschiff von Saudi-Arabien zu werden. Mit einer namhaften Besatzung sollten die Magpies bis an die Spitze der Premier League segeln und in diesem Hafen dauerhaft einkehren, doch gerade mit Blick auf den aktuellen Sommer sieht die Realität anders aus.
Auf den ersten Blick gleicht Newcastle einem prächtigen Luxus-Dampfer, der alles hat, was das Herz begehrt.
Die Magpies verfügen über Tradition, eine beeindruckende Fangemeinschaft, ein gewaltiges Stadion und vor allen Dingen jede Menge Geld. Im Jahr 2021 erwarb der Public Investment Fund (PIF) von Saudi-Arabien 80 Prozent der Anteile des Klubs. Der PIF ist der Staatsfonds des Landes, kontrolliert vom Herrscher und Kronprinzen Mohammed bin Salman, der diesem persönlich vorsteht. Newcastle gehört somit faktisch dem saudischen Staat, der besonders durch sein Öl quasi unbegrenzt Geld zur Verfügung hat.
Knapp eine Milliarde Euro Transfer-Ausgaben
Newcastle könnte sich beinahe jeden Spieler der Welt holen und so gab der Klub seit 2021 auch knapp eine Milliarde Euro für Akteure wie Sandro Tonali, Nick Woltemade oder Anthony Gordon aus. Seinen Höhepunkt fand der Kaufrausch des PL-Klubs im zurückliegenden Sommer, als man knapp 280 Millionen Euro in neue Spieler investierte. Am Ende der Saison landete der Verein allerdings dennoch nur auf einem mageren zwölften Tabellenplatz und somit weit weg von der erhofften Spitze.
Doch für den wohl reichsten Klub der Welt könnte in der kommenden Spielzeit ein noch rauerer Wind aufziehen, denn neben Trainer Eddie Howe sind auch die absoluten Top-Stars der Besatzung von Bord gegangen. Sandro Tonali wechselte für 108 Millionen Euro zu Ligakonkurrent Tottenham, während Offensiv-Wirbelwind Anthony Gordon für 80 Millionen Euro beim FC Barcelona anheuerte. Doch damit noch nicht genug, denn auch Kapitän Bruno Guimaraes steht vor einem Abgang zum FC Arsenal. Newcastle droht ein Ausverkauf und bekommt dabei zwar gewaltige Summen in die Kassen gespült, die aber eigentlich auch schon zuvor prall gefüllt waren.
Absagen en masse
Neben den Star-Abgängen gibt es aber noch ein weiteres eklatantes Problem für den Topklub, so kassierte Newcastle im Werben um Neuzugänge gleich mehrere heftige Körbe: Die Magpies hatten mit Freiburg bereits eine vollständige Einigung bezüglich des Transfers von WM-Shootingstar Johan Manzambi erzielt, in letzter Sekunde entschied sich der Schweizer aber doch für den Schritt zu Aston Villa.
Ähnlich erging es Newcastle außerdem bei Victor Munoz, der sich letztlich Liverpool anschloss. City-Torwart James Trafford, mit dem die Magpies ebenfalls schon weit waren, präferiert sogar einen Wechsel zum letztjährigen Tabellenvierzehnten aus Leeds, statt in Newcastle anzuheuern und auch bei Spurs-Star Lucas Bergvall und Parma-Keeper Zion Suzuki hatte der Woltemade-Klub kein Glück.
Newcastle schlägt neuen Kurs ein
Es wirkt, als würde der finanzstarke Verein langsam auf Grund laufen und so muss wohl oder übel ein neuer Kurs eingeschlagen werden, den die saudischen Kapitäne aber wohl bereits eingeleitet haben, wie ein Blick auf die Zugangsseite verrät.
Die Magpies verpflichteten im laufenden Transfersommer bislang vier Spieler für etwa 130 Millionen Euro, von denen keiner älter als 20 ist, außerdem soll auf Howe der zehn Jahre jüngere Matthias Jaissle auf der Trainerbank folgen. Newcastle setzt nach den Abgängen und den Körben offensichtlich auf die Jugend, was jedoch besonders, wenn man die vier Neuzugänge sowie den Trainer einmal genauer unter die Lupe nimmt, ein enormes Risiko mit sich bringen dürfte.
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Neue Crew ohne Erfahrung auf Top-Niveau
Hoffenheims Bazoumana Toure (50 Mio.) ist mit 45 Einsätzen im TSG-Trikot noch der erfahrenste Profi des Quartetts, während Aladji Bamba (ca. 35 Mio.) bislang 25 Partien für Monaco bestritt und Sean Steur (ca. 25 Mio.) 26 Mal für die Ajax-Profis auflaufen durfte. Keeper Ewen Jaouen, für den Newcastle etwa 20 Millionen Euro auf den Tisch von Reims legte, spielte bislang sogar nur in der zweiten französischen Liga. Jaissle heimste seine größten Erfolge derweil bislang bei Al-Ahli in Saudi-Arabien mit zwei CL-Titeln in Folge ein.
Weder die vier neuen Crewmitglieder auf dem Newcastle-Luxusdampfer noch der Steuermann sammelten bislang konstant Erfahrung auf absolutem Top-Niveau und so dürfte es ein Glücksspiel werden, ob tatsächlich die Renovierung mit jungen Talenten dafür sorgen wird, dass Newcastle doch noch auf große Fahrt gehen kann, um das ersehnte saudische Flaggschiff zu werden.
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