Welche Aufgaben hat der neue Bayern-Trainer?
11.10.2017 | 17:31 Uhr
Jupp Heynckes trifft beim FC Bayern gleich auf eine ganze Reihe von Baustellen. Sky Bayern-Reporter Uli Köhler erklärt, welchen Problemen sich der neue Coach dringend widmen muss.
Was den 72-Jährigen bewogen hat, den heimischen Karpfenteich wieder für den Fußballzirkus aufzugeben, liegt für Uli Köhler auf der Hand: "Heynckes kann nicht Nein sagen. Er ist positiv eitel und glaubt, dass er etwas bewegen kann - und das ist das Wichtigste."
Und den Hoffnungsträger erwarten gleich einige große Aufgaben. Die größte ist für Köhler die fehlende Hierarchie beim Rekordmeister: "Carlo Ancelotti hat die Zügel schleifen lassen und die Hierarchie zerstört - die muss Heynckes wieder aufbauen", erklärt der Sky Reporter.
Gleiches gelte für die Fitness, die beim italienischen Startrainer ebenfalls zu kurz gekommen sei. Gleich in seiner ersten Trainingseinheit an der Säbener Straße setzte der neue Coach hier ein Zeichen: "Das Aufwärmen heute war intensiver als manche gesamte Einheit unter Ancelotti", schildert Köhler seine Eindrücke vom Trainingsauftakt.
Zudem gibt es eine Riege potenzieller Leistungsträger, die bisher hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind. Auf seiner Einstandspressekonferenz nannte Heynckes Jerome Boateng, David Alaba und Thomas Müller, deren Form er verbessern wolle. "Wenn er die drei Säulen schafft, dann geht's dem FC Bayern besser", ist Köhler überzeugt und ergänzt: "Er wird die, die nicht mitziehen, aussortieren müssen."
Hierarchie, Fitness und Harmonie soll der Triple-Trainer dem Rekordmeister zurückbringen - letztere nicht nur unter den Spielern, sondern auch bei den Bossen Rummenigge und Hoeneß. "Karl-Heinz Rummenigge hat gesagt, dass er hofft, dass Heynckes auch das Verhältnis der beiden 'befrieden' wird", sagt Köhler.
Die beiden Bayern-Alphatiere waren zuletzt durch oft gegensätzliche öffentliche Äußerungen aufgefallen. Auf Heynckes' Pressekonferenz demonstrierten sie eine neu-gefundene Harmonie. "Ich bin gespannt, ob es wirklich so ist, wie er gesagt hat", so Köhler zur Aussage des Vorstandschefs und schickt eine nicht ganz ernst gemeinte Drohung an die Säbener Straße: "Wir werden Euch beobachten!"