Kolumne von Lothar Matthäus über Bayern, Kompany, Musiala, BVB und Bergamo

Lothar Matthäus erklärt in seiner Kolumne, warum sich die Bayern solche Nachlässigkeiten wie am Samstag gegen Frankfurt nicht mehr erlauben dürfen. Bei Manuel Neuer würde der Sky Sport Experte kein Risiko eingehen.

Die Kolumne von Sky Experte Lothar Matthäus.
Image: Die Kolumne von Sky Sport Experte Lothar Matthäus.  © Sky

Vor dem Klassiker zwischen Dortmund und Bayern blickt Matthäus auch auf das Playoff-Rückspiel des BVB in Bergamo.

Wir sind von den Leistungen des FC Bayern verwöhnt, aber trotzdem gibt es manchmal Schwächephasen im Spiel der Münchner.

Am Samstag gegen Frankfurt, davor schon einige Male in der Bundesliga und auch im DFB-Pokal in Wiesbaden hatte man die Spiele eigentlich sicher in der Hand, hat dann aber einen oder zwei Gänge zurückgeschaltet.

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Ich bin eher auf Musialas Seite

So etwas kommt vor. Es darf aber nicht passieren, wenn es darauf ankommt. Im Pokalspiel in Leverkusen und im Achtelfinale der Champions League darf man sich solche Nachlässigkeiten nicht erlauben. Gegen Frankfurt oder im Pokal in Wiesbaden ist es gutgegangen, aber man sollte so etwas nicht zu oft herausfordern.

Natürlich ist am Ende der Sieg wichtig, und natürlich stellt sich Vincent Kompany als Trainer vor seine Mannschaft. Ich verstehe ihn absolut, aber da bin ich eher auf der Seite von Jamal Musiala (Musiala hatte bei Sky Sport gesagt: "Für unsere Ziele können wir so Momente nicht haben. Wir müssen unsere Energie, unseren Fokus immer bei hundert Prozent halten.").

Man hat zwar trotzdem gewonnen, aber Bayern darf nicht mit dem Feuer spielen.

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Sky Sport präsentiert die Stimmen zum Heimsieg des FC Bayern München gegen Eintracht Frankfurt.

Bei Neuer würde ich kein Risiko eingehen

Manuel Neuer arbeitet nach seinem Muskelfaserriss an seinem Comeback und hat am Montag an der Säbener Straße trainiert. Wenn Neuer am Samstag gegen Dortmund nicht spielen kann oder ein Risiko besteht, dass er sich wieder verletzt, würde ich voll auf Jonas Urbig setzen.

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Man hat ihn als Nachfolger für Neuer geholt und bisher hat er es gut gemacht, wenn er ihn vertreten hat. Als Trainer würde ich, vor allem mit Blick auf das, was im März und April ansteht, kein Risiko eingehen. Vor allem, weil ich mit Urbig einen Torwart habe, der das Vertrauen bisher voll bestätigt und seine Aufgaben bisher gut erfüllt hat. Urbig war zwar an zwei Gegentoren beteiligt, aber Neuer war auch bei dem einen oder anderen Treffer beteiligt. Ich traue Urbig das Spiel in Dortmund zu.

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Bayern wird die Meisterschaft nicht aus der Hand geben

Wenn Dortmund so spielt wie in der zweiten Halbzeit im Hinspiel in München, könnte ich mir vorstellen, dass der BVB im Klassiker gegen Bayern am Samstag nicht unbedingt der Außenseiter sein muss. Der BVB könnte mit einem Sieg auf fünf Zähler herankommen, und danach sind noch neun Spiele zu spielen.

Doch diese Bayern-Mannschaft mit diesen Persönlichkeiten, mit dieser Atmosphäre im Team, mit dieser Kompaktheit und mit dieser Spielfreude wird die Meisterschaft nicht mehr aus der Hand geben. Ich glaube, dass die Dortmunder das auch wissen.

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Champions League hat für den BVB Priorität

Für die Borussia ist das Playoff-Rückspiel in Bergamo eindeutig wichtiger. Dort geht es um das Weiterkommen in der Champions League und um viel Geld. Ich würde mich zunächst voll auf Bergamo konzentrieren, und so wird es auch Niko Kovac machen.

Julian Ryerson ist ein super Flankengeber, auch in Leipzig hat er einige gute Dinge gemacht, aber auf seiner Seite wurde defensiv sicher nicht umgesetzt, was Kovac den Spielern mit auf den Weg gegeben hatte. In Bergamo muss man auch verteidigen. Der junge Luca Reggiani hat im Hinspiel seine Aufgaben sehr gut erfüllt. In Leipzig hätte er mehr Hilfe von Ryerson gebraucht, der war aber häufig 20 Meter zu weit vorne.

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Nach dem Rückspiel in Bergamo wissen wir mehr

Nach dem Rückspiel in Italien werden wir mehr wissen, aber ich kann mir vorstellen, dass es Kovac gegen Bayern etwas offensiver angehen wird, so wie in der Schlussphase in Leipzig, als sich die eingewechselten Julian Brandt und Karim Adeyemi empfohlen haben.

Wenn die Dortmunder so spielen wie in den letzten 20 Minuten in Leipzig, werden sich vielleicht auch Möglichkeiten ergeben, die Bayern mit schnellem Umschaltspiel zu gefährden, zumal die Münchner in der Abwehr auf den verletzten Alphonso Davies verzichten müssen.

Klassiker mit internationaler Strahlkraft

Am kommenden Samstag schaut die ganze Welt beim Klassiker zu. Spiele zwischen Dortmund und Bayern sind Highlights in Deutschland, wie Barcelona gegen Real Madrid in Spanien oder Juventus gegen Inter in Italien.

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