Kolumne von Lothar Matthäus über Dayot Upamecano und FC Bayern

Lothar Matthäus erklärt in seiner Kolumne, dass der FC Bayern im Fall Dayot Upamecano eine klare Kante zeigen muss.

Die Kolumne von Sky Experte Lothar Matthäus.
Image: Die Kolumne von Sky Sport Experte Lothar Matthäus.  © Sky

Der Sky Sport Experte nennt Nico Schlotterbeck als mögliche Alternative und ist voll des Lobes für HSV-Youngster Luka Vuskovic.

Die Mannschaft des FC Bayern hat momentan Probleme in der Defensive, das hat auch das 2:2 in Hamburg am Samstag gezeigt.

Ich glaube aber nicht, dass die Mannschaft durch die unklare Zukunft von Dayot Upamecano gestört wird, so etwas gehört zum Fußball dazu.

Allerdings sieht man an Upamecanos Leistungen, dass ihn diese Situation stört. Er hat ein überragendes Jahr 2025 gespielt, aber er ist nicht mehr so sicher, wie er es bis zum vergangenen November war. Zuletzt hatte er nicht mehr dieselbe Qualität, war nicht mehr so stark in den Zweikämpfen, hatte nicht mehr das richtige Stellungsspiel. Er macht wieder die Fehler, die er früher gemacht hat.

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Bayern muss dem einen Riegel vorschieben

Die Bayern sind bei Upamecano an ihre Grenzen gegangen. Das Angebot, das der Verein dem Spieler gemacht hat, ist überragend. Normalerweise muss man, wenn man solch einen Vertrag vorgelegt bekommt, am nächsten Tag unterschreiben.

Ich bin der Meinung, dass Bayern München diese Spielchen nicht mitmachen darf. Der Verein ist eigentlich in der Pflicht zu sagen: "Jetzt schiebe ich irgendwann den Riegel davor. Dann eben nicht Upamecano über die aktuelle Saison hinaus, sondern wir versuchen, einen neuen Spieler zu holen!"

Hoeneß wird sich das nicht lange gefallen lassen

Ich glaube, dass sich Uli Hoeneß das nicht mehr lange gefallen lässt, sondern dass man sagt: "Wenn du nicht unterschreibst, ziehen wir das Angebot zurück und schauen uns nach einem neuen Spieler um."

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Mehr ist nicht drin, und wenn es dann noch etwas zu überlegen gibt, muss der Verein sagen: "Wir werden keinen Euro mehr drauflegen, aber wir müssen die nächste Saison planen."

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Seit Monaten läuft der Poker um Dayot Upamecano. Jetzt macht der FC Bayern ernst.

Bayern München könnte nicht mehr in den Spiegel schauen, wenn man das Angebot auch nur um 100.000 Euro aufbessern würde.

Ob ein Spieler 20 oder 21 Millionen im Jahr verdient, hört sich für einen Normalverdiener brutal an, aber für einen Profi dieser Kategorie wäre es nur so etwas wie ein kleines zusätzliches Trinkgeld.

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Der Vertragspoker um Dayot Upamecano wird beim FC Bayern immer mehr zur Geduldsprobe. Und die ist mittlerweile strapaziert, wie Sky Sport Transferexperte Florian Plettenberg berichtet.

Das alles kann man mit Geld gar nicht bezahlen

Upamecano hat mit dem FC Bayern etwas aufgebaut, er fühlt sich wohl in München, er bekommt die Wertschätzung vom Verein sowie vom Trainer und er sagt, dass er einen super Draht zu Vincent Kompany hat. Das alles kann man mit Geld gar nicht bezahlen.

Wenn sich jemand irgendwo wohlfühlt, dann sollte es nicht ums Geld gehen. In meinen Augen ist es für einen Spieler wichtig, dass du dir ein angenehmes Umfeld aufbaust, dass du dich mit deinen Teamkollegen verstehst und sportliche Perspektiven hast. Das ist in München alles gegeben. Upamecano ist seit 2021 da und spielt bei einem der besten Vereine der Welt.

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Was würde ihn zum Beispiel in Madrid erwarten? Vielleicht ein Trainer, der nicht so auf ihn baut, ein Umfeld, wo er sich vielleicht nicht so wohlfühlt. Wenn Real für ihn eine neue Herausforderung ist und er dort das verdienen kann, was er sich vorstellt, dann ist das in Ordnung. Aber dann brauche ich nicht drei Monate, um es mir zu überlegen.

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Schlotterbeck würde alles mitbringen

Sollte Upamecano den FC Bayern verlassen, brächte Nico Schlotterbeck eigentlich alles mit, was sich der FC Bayern vorstellt. Ich würde keine Schwächung gegenüber Upamecano sehen, wenn Schlotterbeck nach München käme.

Nico kennt die Bundesliga, er ist in Dortmund Führungsspieler und Vizekapitän, in der Nationalmannschaft ist er für mich mittlerweile gesetzt. Er könnte sich mit Jonathan Tah schon bei der Weltmeisterschaft einspielen.

Vuskovic ist mit 18 schon so weit wie Upamecano

Ich würde es auch Luka Vuskovic jederzeit zutrauen, bei einem noch größeren Verein als dem HSV seinen Mann zu stehen.

Ich habe ihn am Samstag in Hamburg zum ersten Mal live im Stadion gesehen, er bringt nicht nur Zweikampfstärke und Kopfballgefahr mit, sondern er spielt mutig, clever, ruhig, er organisiert und dirigiert. Mit 18 Jahren ist er schon so weit wie Upamecano. Er ist ein absoluter Leader. Das findet man selten, gerade auf dieser Position.

Schlotterbeck wäre billiger als Vuskovic

Vuskovic spielt erst seit einem halben Jahr in der Bundesliga, aber er macht es überragend aufgrund seiner Persönlichkeit.

Allerdings steht er bis 2030 bei Tottenham unter Vertrag. Da wäre Schlotterbeck wahrscheinlich wesentlich günstiger zu haben.

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