Kommentar: Zu Gast bei Freunden ist die Welt in den USA schon seit geraumer Zeit nicht mehr
Schon klar: Aus 6000 Kilometern Distanz über vermeintliche Einreisevergehen oder gerissene ESTA-Fristen zu richten, ist schwierig - vielleicht sogar unredlich. Es kann also nur um einen Eindruck aus der Ferne gehen.
09.06.2026 | 11:34 Uhr
Ein Kommentar von Sky Sport Reporter Sven Töllner zum Einreiseverbot eines Schiedsrichters in die USA.
Der somalische Unparteiische Omar Artan ist nicht nur Afrikas Schiedsrichter des Jahres 2025, sondern wäre auch der Hauptdarsteller einer dieser schönen WM-Anekdoten gewesen, die bei jedem Turnier für die atmosphärischen Delikatessen sorgen und sich verlässlicher in die Erinnerung reinkuscheln als manche Viertelfinal-Schnarcherei.
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Der erste WM-Referee seines Landes wäre Artan geworden - wenn er hätte einreisen dürfen. Abgelehnt! "Sicherheits- und Prüfbedenken". Iranische Funktionäre, irakische Delegationsmitglieder - die Meldungen über willkürlich wirkende Scherereien bei den Einreise-Abläufen sind nicht alle verlässlich bestätigt. Aber sie häufen sich.
Die Welt ist schon lange nicht mehr in den USA zu Gast bei Freunden
Und sie schärfen auch in 6000 Kilometern Entfernung einen Eindruck, den ja viele Beobachter und Betroffene nicht erst im Umfeld der WM von Trumps Amerika gewonnen haben: Zu Gast bei Freunden ist die Welt in den USA schon seit geraumer Zeit nicht mehr.
Bei aller - überwiegend sicher auch berechtigter - Kritik an vielen Umständen der beiden jüngsten Turniere in Russland und Katar: Ob es für die angereisten Fußball-Fans aus allen Kontinenten im Land der unbegrenzten Möglichkeiten angenehmer, respektvoller, fröhlicher und friedvoller zugehen wird als 2018 und 2022, werden die kommenden sechs Wochen zeigen. In 6000 Kilometern Entfernung halten sich bislang noch ein paar hartnäckige Zweifel!
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