Kommentar zum Appell gegen Rassismus von Bayern-Trainer Vincent Kompany
Bayern Münchens Trainer Vincent Kompany hat mit seinem flammenden Appell im Kampf gegen Rassismus Haltung bewiesen und genau das Richtige getan. Wieder einmal.
20.02.2026 | 14:24 Uhr
Ein Kommentar von Sky Sport Redakteur Thorsten Mesch.
Dass er sich für das Thema die nötige Zeit nehmen würde, konnte man schon an Vincent Kompanys Ankündigung erahnen.
"Wenn noch jemand eine sportliche Frage hat, dann bitte vorher. Danach werde ich nichts mehr sagen", sagte der Trainer des FC Bayern auf der Pressekonferenz am Freitagvormittag.
Nachdem er alle anderen Fragen beantwortet hatte, holte er zu einem fast zwölfminütigen Appell gegen Rassismus aus.
Kompany betrachtet Rassismus-Eklat differenziert
Kompany betrachtete die Vorfälle vom Dienstagabend, als der Rassismus-Eklat um Real Madrids Star Vinicius Junior das Champions-League-Playoff-Spiel bei Benfica Lissabon überschattet hatte, aus mehreren Blickwinkeln.
Vinicius Juniors Reaktion auf die mutmaßliche Beleidigung durch den Argentinier Gianluca Prestianni könne "nicht gespielt gewesen" sein, meinte Kompany. "Es ist eine emotionale Reaktion, in der ich für ihn keinerlei Vorteil sehe, dass er zum Schiedsrichter geht und das ganze Elend auf seine Schultern lädt", erklärte Kompany: "Es gibt absolut keinen Grund für ihn, das zu tun. Ich glaube, er hat es getan, weil er gedacht hat, dass es das Richtige ist."
Kompany hat das Richtige getan
Auch Kompany hat das Richtige getan. Als Spieler war er selbst von Rassismus betroffen, aber er hat eine großartige Karriere hingelegt, war unter anderem jahrelang Kapitän von Manchester City.
Als Trainer ist der 39-Jährige noch nicht sehr lange im Geschäft. Seit eineinhalb Jahren ist er in München, gewann mit dem FC Bayern im vergangenen Jahr die Deutsche Meisterschaft. Mindestens genauso wichtig wie der sportliche Erfolg, sind die Werte, die er als Chefcoach vermittelt.
Guter Trainer und großartiger Mensch
Ich kenne Vincent Kompany nicht persönlich, aber mein Eindruck ist: Er ist nicht nur ein guter Trainer, sondern auch ein großartiger Mensch. Nie hört man von ihm ein schlechtes Wort über Spieler oder Gegner, immer sind seine Äußerungen differenziert, ehrlich und versöhnlich.
"Wenn es wahr ist, dass der Spieler von Benfica das gesagt hat, würde ich mir wünschen, dass es einen Raum für eine Entschuldigung gibt. Niemand auf der Welt ist perfekt. Aber wir berauben uns dieser Option. Es gibt immer nur links und rechts, schwarz und weiß", meinte der Belgier.
Bayern-Coach hat Haltung gezeigt
Seine Kritik am Verhalten von Benficas Trainer Jose Mourinho, der Vinicius Juniors provokanten Jubel nach seinem Tor in Lissabon anführte, ist mutig, und sie ist richtig.
"Für mich ist das in Sachen Leadership ein riesiger Fehler", hatte Kompany erklärt. Trainer sind Vorbilder für ihre Spieler. Spieler sind Vorbilder für Millionen Kinder, die ihre Stars bewundern und ihnen nacheifern. Kompany ist ein großartiges Vorbild.
Mit seinem flammenden Appell hat er genau das getan, was im Kampf gegen Rassismus besonders wichtig ist: Er hat Haltung gezeigt.
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