Konkurrenz für Davies beim FC Bayern wächst durch bevorstehenden Brown-Transfer
Alphonso Davies sorgt bei der kanadischen Nationalmannschaft und beim FC Bayern für Gesprächsstoff. Während der Linksverteidiger verletzungsbedingt seine Rolle bei der WM zunächst nur von der Bank aus verfolgen musste, wächst in München der Konkurrenzdruck.
17.06.2026 | 21:05 Uhr
Mit einem möglichen Transfer von DFB-Jungstar Nathanael Brown könnte sich die Situation auf der linken Abwehrseite weiter zuspitzen
Den bisher größten Moment der kanadischen Nationalmannschaft erlebte Alphonso Davies als Zuschauer.
Beim 1:1 gegen Bosnien-Herzegowina, Kanadas erstem Punktgewinn in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaften, saß der Linksverteidiger nur auf der Bank.
Davies, etatmäßiger Kapitän des Co-Gastgebers, hatte das Auftaktspiel seines Heimatlandes wegen einer Muskelverletzung im Oberschenkel verpasst.
Vertragsverlängerung und viele Verletzungen
Im fernen München verfolgt man Davies' Situation genau. Der 25-Jährige war in der vergangenen Saison wiederholt nach Verletzungen ausgefallen.
Nach seinem Kreuzbandriss aus dem März 2025 feierte er Ende des vergangenen Jahres sein Comeback, am 4. Februar unterschrieb er beim FC Bayern einen Kontrakt bis zum Juni 2030.
"Ich bin sehr glücklich, dass ich meinen Vertrag bei diesem großartigen Verein verlängert habe", erklärte Davies, der 2019 nach München gewechselt war, und ergänzte: "Jetzt freue ich mich auf weitere fünf gemeinsame Jahre. Ich habe hier schon viel erreicht - aber es wird noch mehr kommen."
Davies' lange Leidensgeschichte
Doch schon wenige Tage später ging seine Leidensgeschichte weiter: Am 21. Februar zog er sich im Bundesligaspiel gegen Eintracht Frankfurt einen Muskelfaserriss im hinteren rechten Oberschenkel zu.
Am 6. Mai verletzte er sich beim Halbfinal-Aus der Bayern in der Champions League gegen Paris Saint-Germain erneut. Seitdem hat er kein Spiel bestritten.
Einigung beim Brown-Transfer steht bevor
Während Davies auf seinen ersten Einsatz bei der WM wartet, feierte ein anderer Spieler ein glänzendes WM-Debüt: Nathaniel Brown überzeugte bei Deutschlands 7:1 gegen Curacao auf der linken Abwehrseite und erzielte sogar ein Tor.
Der Frankfurter könnte schon bald Davies' Vereinskollege werden. Nach Informationen von Sky Sport ist noch in dieser Woche eine Einigung zwischen dem Bayern und der Eintracht zu erwarten. Der Medizincheck ist demnach noch während der WM geplant, Brown soll in München einen Vertrag bis 2031 bekommen.
Läuft der am Dienstag 23 Jahre alt gewordene DFB-Jungstar dem zwei Jahren älteren Davies den Rang ab?
Matthäus über Brown-Transfer: "Konkurrenz belebt das Geschäft"
"Konkurrenz belebt das Geschäft", sagt Lothar Matthäus und verweist auf die Situation auf der linken Abwehrseite der Münchner: "Mit Guerreiro hat man jemanden verloren, der dort hätte spielen können, Ito vertraut man diese Position auf allerhöchstem Niveau vielleicht nicht an, weil er andere Fähigkeiten hat. Bischof hat es gut gemacht, obwohl es nicht seine Idealposition ist", erklärt der Sky Sport Experte.
"Ich glaube, dass sich der FC Bayern absichern will, damit man auf dieser Position zwei exzellente Spieler hat, wobei Brown in Frankfurt auch schon auf der rechten Seite gespielt hat", führt der Experte aus. Er glaube "nicht, dass die Idee ist, Brown zu holen und Davies zu verkaufen, das wäre ein bisschen zu weit hergeholt", betont Matthäus.
Bayern habe Davies schließlich mit einem neuen Vertrag ausgestattet (nach Sky Sport Infos verdient der Kanadier ab Sommer 15 Millionen Euro brutto im Jahr) und sehr viel Geld für ihn ausgegeben.
Davies kein direkter Verkaufskandidat
Nach Sky Sport Informationen landet Davies bei einem Transfer von Brown definitiv nicht direkt auf einer etwaigen Verkaufsliste der Münchner. Der Rekordmeister würde sich adäquate Angebote für den 25-Jährigen aber durchaus zumindest anhören.
Matthäus freut sich auf einen "schönen Zweikampf" in der kommenden Saison. "Diese Qualität braucht der FC Bayern nicht nur in der Breite, nicht nur bei den ersten Elf, deswegen finde ich den Transfer sehr gut", sagte der ehemalige Bayern-Kapitän im Interview bei RTL.
Kanadas Trainer hofft auf Rückkehr seines Kapitäns
In München wird der Druck auf Davies durch den Brown-Transfer nicht gerade geringer. Bei der WM hoffen die kanadischen Fans weiter auf die Rückkehr ihres Kapitäns.
Für die weiteren Partien in der Gruppe B gegen Katar (18. Juni) und die Schweiz (24. Juni) in Vancouver machte ihm Nationaltrainer Jesse Marsch Mut: "Wir sind sehr hoffnungsvoll, dass wir über die nächsten Tage und die Woche die Dinge beschleunigen und ihm eine Chance geben können, bald dabei zu sein."
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