Trainer und Medien feiern erste Galavorstellung von Neymar
Nach Traum-Debüt gegen Guingamp
14.08.2017 | 14:06 Uhr
Traum-Einstand für Rekord-Transfer Neymar, Albtraum für Weltmeister Julian Draxler: Der brasilianische Neuzugang legte bei Paris St. Germain einen Bilderbuchstart hin und setzte beim 3:0 bei EA Guingamp mit einem Tor (82.) und einem Assist auf Edinson Cavani (62.) erste Glanzpunkte. Draxler stand dagegen beim zweiten Ligaspiel der Saison nicht mal im Kader.
Während Neymar von Presse und Fans gefeiert wird, spielt Weltmeister Julian Draxler beim sechsmaligen französischen Meister offenbar keine Rolle mehr. Trainer Unai Emery verlor nach dem zweiten Dreier seines Teams in der Ligue 1 kein Wort über den deutschen Mittelfeldspieler und stimmte vielmehr Lobeshymnen auf Matchwinner Neymar an: "Er hat direkt seine außergewöhnliche Klasse unter Beweis gestellt und gezeigt, warum wir ihn unbedingt haben wollten."
"Bin so lebendig wie noch nie"
Und Neymar, nach einem wochenlangen Schmierentheater für unfassbare 222 Millionen Euro an die Seine gewechselt, strahlte nach seinem märchenhaften Debüt über das ganze Gesicht. "Die Leute denken, dass man tot ist, wenn man den großen FC Barcelona verlässt. Aber das Gegenteil ist der Fall: Ich bin so lebendig wie noch nie", sagte der 25-Jährige mit stolzgeschwellter Brust.
Auch Guingamp-Coach Antoine Kombouare war mächtig beeindruckt: "Es ist schon lange her, dass ich ein solches Phänomen gesehen habe."
Medien huldigen "undurchschaubaren Dämon"
Überschwänglich wurde der mit Spannung erwartete erste Auftritt von Neymar in den französischen Medien gefeiert. "Neymar hat nicht nur Samba getanzt, er hat den Gegner gefoltert wie ein undurchschaubarer Dämon. Er war hungrig nach Leder", schrieb Le Figaro in blumigen Worten, Le Parisien titelte treffend: "Neymar ist gelandet. Und er macht gleich den Unterschied."
Auch die internationale Presse überschlug sich mit Lobeshymnen: "Beeindruckende Momente: An diesen Start wird man sich erinnern", schrieb etwa die Daily Mail. "Ein perfektes Debüt. Neymar bringt Glamour ins Nirgendwo" die Gazzetta dello Sport.
Der Mann des Abends, dessen Frankreich-Premiere in 183 Länder übertragen wurde, gab recht bescheiden das Lob weiter: "Ich bin sehr glücklich. Aber es ist auch leicht mit solch tollen Mitspielern." Emery hatte den Brasilianer, der erst am Freitag seine Spielberechtigung vom französischen Verband FFF erhalten hatte, in der bretonischen Provinz von Beginn an in den Dreier-Sturm neben Cavani und Angel di Maria beordert.
Was passiert mit Draxler?
Während Neymar allen Grund zur Freude hatte, wächst bei Draxler der Frust. In Paris halten sich hartnäckig Gerüchte, dass PSG den 23-Jährigen, der erst im vergangenen Winter vom VfL Wolfsburg in die französischen Hauptstadt gewechselt war, schon wieder loswerden will. Denn auch Alexis Sanchez vom FC Arsenal und Kylian Mbappe vom AS Monaco stehen offenbar noch auf der Wunschliste der Pariser.
An Draxler sollen unterdessen Neymars Ex-Klub Barcelona und Inter Mailand Interesse zeigen. Roger Wittmann, Berater des deutschen Offensiv-Stars, versichert allerdings im Gespräch mit der Sport Bild, dass Draxler kein Streichkandidat sei. Im Gegenteil: Der Spieler sei unumstritten, der Klub setze, wie Wittmann betonte, weiter auf die Dienste des ehemaligen Schalkers.